Was bei der Badsanierung wichtig ist
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Man muss nicht erst alt werden, um sich Gedanken über ein barrierefreies Badezimmer zu machen.

Experten-Kolumne von Romed Spiekermann

Barrierefreiheit im Badezimmer

Grundsätzlich existieren zwei Beweggründe, warum ein Bad barrierefrei umgebaut werden soll. Entweder ist der Nutzer aufgrund seiner körperlichen Verfassung akut auf eine barrierefreie Umgestaltung angewiesen. Oder die barrierefreie Modernisierung ist vorsorglich motiviert – im Hinblick auf ein selbstständiges Leben im Alter oder zur Steigerung des Verkaufswerts bzw. der Vermietbarkeit.

Ob akuter Bedarf oder vorbeugende Maßnahme: Für beide Fälle ist es hilfreich, sich die folgenden Planungsvorgaben zum barrierefreien Badumbau zu verdeutlichen: 

Bei der barrierefreien Bauweise ist die Anordnung von Bewegungsflächen in jedem Raum erforderlich. Menschen mit Gehhilfen benötigen eine Mindestfläche von 120 mal 120 Zentimetern und Rollstuhlfahrer eine Fläche von 150 mal 150 Zentimetern, um die Richtung wechseln zu können. In barrierefreien Bädern ist die mittige Anordnung eines solchen Bereichs sinnvoll, da so alle Sanitärobjekte erreicht werden können. Liegt die Fläche gleichzeitig vor der Zugangstür, ist auch hier der erforderliche Bewegungsraum zum Öffnen und Schließen der Tür sichergestellt. Schlägt die Tür nach außen in den Flur auf, erhöht das nicht nur die Bewegungsfreiheit. Es verschafft bei einem von außen öffenbaren Türschloss einer dritten Person die Möglichkeit, bei Stürzen des Betroffenen nahe der Tür ins Bad hineinzugelangen und Hilfe zu leisten. 

Sanitärobjekte für spezielle Ansprüche

Sanitärobjekte in barrierefreien Bädern müssen den speziellen Ansprüchen eines Menschen mit körperlichen Einschränkungen gerecht werden. Entsprechende Produkte bieten zahlreiche Hersteller von Sanitärkeramik bereits in ihrem Sortiment an. Im Mittelpunkt steht die Durchführbarkeit der Körperhygiene aus der Sitzposition heraus bzw. mit eingeschränkter Beweglichkeit und Greiffähigkeit. Folgende Anforderungen müssen die einzelnen Sanitärobjekte erfüllen: 

Besonders hoch sind die Anforderungen, wenn das WC auch durch einen Rollstuhlfahrer nutzbar sein soll. Dieser muss sich selbstständig von seiner Mobilitätshilfe auf die Toilette umsetzen können. Hierfür ist es einerseits erforderlich, dass eine seitlich angeordnete Umsetzfläche von ca. 90 mal 70 Zentimetern gewährleistet ist und entsprechende Stützklappgriffe beim Bewegungsablauf Unterstützung bieten. Andererseits muss das WC eine Ausladung von mindestens 70 Zentimeter Tiefe haben, damit das Umsetzen problemlos gelingt. 

WC-Spültaster muss bequem erreichbar sein

Eine zusätzliche Rückenstütze zum Anlehnen während des Toilettengangs ist wegen dieser Tiefe ebenfalls eine Forderung aus der Norm. Beträgt die Höhe des Toilettensitzes zwischen 46 und 48 Zentimeter, ist das Aufstehen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität wesentlich komfortabler. Sowohl der Spültaster als auch der Papierrollenhalter müssen zudem auch bei eingeschränktem Greifraum bequem erreichbar sein, beispielsweise durch die Integration in einen der Stützklappgriffe. 

Duschen ohne Hürden

Eine barrierefreie Dusche zeichnet sich durch ausreichend Bewegungsflächen, eine schwellenlose Ausführung, einen Duschsitz als Sitzmöglichkeit sowie Haltestangen zum Festhalten und Aufrichten aus. In bestehenden Bädern geringer Größe bietet sich häufig die Möglichkeit, die vorhandene Wanne auszubauen und den frei gewordenen Platz für den Einbau einer bodengleichen Dusche mit barrierefreier Ausstattung zu nutzen. 

Wenig Aufwand beim Umbau bedeutet es, wenn die vorhandene Wanne durch die Anschaffung eines Wannenlifters auch für körperlich eingeschränkte Personen nutzbar gemacht wird. Für Menschen, die noch begrenzt beweglich sind, ist die Nachrüstung einer Einstiegshilfe in Form von am Wannenrand montierten Griffstangen eine sinnvolle Lösung.

Ihr Romed Spiekermann

(Romed Spiekermann ist Energieberater und gehört der Hertener Initiative "planraumleben" an. Er berät Eigentümer und Käufer in allen Bereichen der Sanierung.)

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