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Die eigene Immobilie ist für die meisten Menschen in Deutschland die größte Anschaffung ihres Lebens.

Experten-Kolumne von Jörg Kiesewetter (Schwäbisch Hall)

Gut beraten in die eigenen vier Wände

Die eigene Immobilie ist für die meisten Menschen in Deutschland die größte Anschaffung in ihrem Leben. Umso wichtiger ist es, von Anfang an auf kompetente Beratung zu bauen. In meiner Kolumne lesen Sie, worauf Bauherren und Käufer in spe unbedingt achten sollten.

Wie viel Haus können wir uns leisten? Aufgabe des Beraters ist es, gemeinsam mit dem Kunden eine ehrliche Antwort auf diese Frage zu finden.

Regel 1: Kaufpreis realistisch kalkulieren

Es gilt die Faustregel: Mindestens 20 Prozent des Kaufpreises plus Kaufnebenkosten (Notar und Grundbucheintrag, Grunderwerbsteuer, Maklergebühren) sollten Kaufwillige für eine solide Baufinanzierung gespart haben. Der Berater berechnet, wie viel Geld monatlich für das Darlehen zur Verfügung steht und kalkuliert dabei auch Kosten ein, an die Bauherren in spe unter Umständen gar nicht denken, wie zum Beispiel Rücklagen für unvorhergesehene Anschaffungen oder die zunächst weiterlaufende Miete für die aktuelle Wohnung. 

Ein guter Berater erstellt einen detaillierten Finanzierungsplan und prüft zudem, welche Zuschüsse und Förderungen in Frage kommen, etwa Wohn-Riester, Baukindergeld oder ein Förderprogramm der KfW.

Regel 2: Im Alltag nicht zu hoch pokern

Auch während der Baufinanzierung geht der Alltag weiter. Deshalb sollten Kreditnehmer nicht mehr als 40 Prozent des monatlich verfügbaren Nettoeinkommens für Zins und Tilgung einplanen und einen Notgroschen in Höhe von drei Monatsgehältern behalten. Außerdem schaut der Berater gemeinsam mit den Bauherren nach vorn: Wie sieht die Zukunftsplanung aus, insbesondere in Hinblick auf Familie und Karriere? Wie lassen sich diese Pläne mit der Finanzierung vereinbaren, etwa wenn eine Zeit lang ein Gehalt wegfällt? 

Regel 3: Zeit nehmen für Entscheidungen

Unter Druck trifft man selten gute Finanzentscheidungen. Deshalb: nie zur Eile drängen lassen und immer mehrere Finanzierungs-Angebote vergleichen, mindestens zwei. Außerdem spricht ein guter Berater mit dem Kunden gezielt durch, welche Vorsorgemöglichkeiten es gibt, um die Baufinanzierung auch bei finanziellen Schwierigkeiten durchhalten zu können. Dazu gehört zum Beispiel eine Risikolebensversicherung für den Todesfall oder eine Absicherung der Finanzierungsrate für den Fall von Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit, Arbeitsunfähigkeit oder Scheidung. 

Wer diese drei Grundregeln beherzigt, ist auf dem richtigen Weg in die eigenen vier Wände.

Jörg Kiesewetter ist Bezirksleiter der Bausparkasse Schwäbisch Hall im Verbund mit der Volksbank

Ihr Jörg Kiesewetter

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