Eine Küche, die behinderten- und altersgerecht umgebaut wurde, Schränke, Fenster, Spüle
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Um die Küchen behinderten- oder altersgerecht umzugestalten, müssen viele Faktoren berücksichtigt werden.

Experten-Kolumne von Romed Spiekermann

Barrierefreier Umbau der Küche

Ist die Beweglichkeit eingeschränkt, lassen Kraft und Sehkraft nach, werden Arbeiten in der Küche zur Herausforderung. Häufig ist die vorhandene Küche auch nicht auf die Benutzung von Gehhilfen oder Rollatoren ausgelegt.

Hinzu kommt, dass „normale“ Küchen auf das Arbeiten im Stehen ausgerichtet sind. Im Alter wird es jedoch immer wichtiger, die üblichen Tätigkeiten im Sitzen bewältigen zu können. Entsprechend müssen die Gegebenheiten in der Küche für eine altersgerechte Sanierung überdacht werden.

Wie in jedem Raum, der barrierefrei geplant oder saniert werden soll, muss im ersten Schritt vor allem an den größeren Platzbedarf gedacht werden. Die Bewegungsflächen vor den Arbeitsbereichen sollten etwa 1,5 mal 1,5 Meter groß sein. Ausreichend breite Türen, für Rollstuhlfahrer mindestens 90 Zentimeter Durchgangslichte, sind auch hier Pflicht.

Um eine barrierefreie Küche zu erzielen, muss diese nicht zwangsläufig behindertengerecht gestaltet sein. Vielmehr sollte die Küche nach altersgerechter Sanierung eine sinnvolle Anordnung der Arbeitsflächen aufweisen, sodass einzelne Arbeitsschritte harmonisch ineinander übergehen. So wird ein ergonomisches und vor allem kraftschonendes Arbeiten in der Küche gewährleistet.

Unterfahrbares Kochfeld erleichtert die Arbeit

Die klassische Aufteilung mit Backofen und darüberliegendem Kochfeld ist vor allem für Rollstuhlfahrer ungeeignet. Praktikabler ist ein unterfahrbares Kochfeld, sodass die Arbeitsfläche frontal erreicht werden kann und nicht seitlich angefahren werden muss. Dies gilt für alle Arbeitsflächen und nicht nur für das Kochfeld.

Die Höhe der Arbeitsfläche muss auf den Nutzer zugeschnitten sein; bei Lebensgemeinschaften von Menschen mit und ohne körperliche Einschränkung kann erwägt werden, Arbeitsflächen in unterschiedlicher Höhe einzuplanen oder auf eine höhenverstellbare Lösung zurückzugreifen. Die gibt es in manuell und in elektromotorisch verstellbaren Varianten. Verstellbare Arbeitsflächen sollten mit einem Auffahrschutz ausgestattet sein, um zu verhindern, dass sie bei Absenkung auf den Rollstuhl aufstoßen.

Hängeschränke sind ebenfalls ein Problem, da sie schwer erreichbar sind. Wer dringend auf den Platz in den Oberschränken angewiesen ist, kann sich unter Umständen mit Greifhilfen behelfen. Eleganter sind jedoch Oberschränke, die sich absenken lassen oder die diagonal nach vorne fahren können. In den Unterschränken sollte auf Türen verzichtet werden. Stattdessen sollten Auszüge und Schubladen eingesetzt oder Rollcontainer verwendet werden. Eine Einhebel-Mischbatterie (evtl. mit Temperaturbegrenzer) mit langem Brauseschlauch ist außerdem von Vorteil.

Als Bodenbelag eignen sich beispielsweise rutschhemmende Fliesen, die zudem recht pflegeleicht sind. Keinesfalls dürfen durch den Bodenbelag elektrostatische Aufladungen entstehen. Die Sockel der Küche sollten hoch- und zurückgesetzt sein, um Platz für Rollstuhlfußrasten zu schaffen. Steckdosen und Lichtschalter werden in die Blende unterhalb der Arbeitsplatte integriert. Elek-trogeräte sind in passender Arbeitshöhe aufgestellt. Unter dem Backofen kann eine weitere Arbeitsfläche integriert werden, die ausziehbar und hitzebeständig sein muss.

Eine farbliche Akzentuierung mit zahlreichen, gut erkennbaren und sinnvollen Kontrasten hilft zudem, sich im Alter bei nachlassender Sehkraft orientieren zu können.

ZUR PERSON:
Energieberater Romed Spiekermann gehört der Hertener Initiative „planraumleben“ an und berät Eigentümer und Käufer in allen Bereichen der Sanierung.

Vestimmo-Experte Romed Spiekermann kennt sich mit barrierefreien Umbauten und Gebäudesanierungen aus.

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