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Barrierefreiheit

Experten-Kolumne von Romed Spiekermann

Eine Welt ohne Barrieren

In den letzten Jahren ist das Thema Barrierefreiheit immer mehr in den Vordergrund gerückt. Ausschlaggebend ist hier nicht nur die Gleichstellung behinderter und nicht behinderter Menschen vor dem Gesetz, sondern die Erkenntnisse über die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland, bekannt als demografischer Wandel.

Durch eine steigende Lebenserwartung auf der einen und eine sinkende Geburtenrate auf der anderen Seite wird es in unserer Gesellschaft immer mehr ältere Menschen geben. Die gebaute Umwelt muss diesen Veränderungen angepasst werden, um älteren Menschen ein eigenständiges Leben zu ermöglichen und somit den Aufwand für die Pflege zu minimieren.

Sich frei bewegen zu können, ohne auf fremde Hilfe angewiesen zu sein, ist eine Grundvoraussetzung für ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben. Menschen, die aufgrund ihres Alters oder einer Behinderung in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, ist diese Freiheit nicht gegeben. Im Alltag stoßen sie in allen Lebensbereichen auf unterschiedlichste Barrieren. Hörgeschädigte oder sehbehinderte Personen können sich in ihrer gebauten Umwelt durch ihre Einschränkungen nur schwer orientieren und wer auf eine Gehhilfe oder den Rollstuhl angewiesen ist, für den kann eine Treppe ein unüberwindbares Hindernis sein. Ihnen ihre Selbstständigkeit und Bewegungsfreiheit durch einen barrierearm gestalteten Lebensraum zurückzugeben, ist das Ziel der barrierefreien Bauweise.

Barrierefreies Bauen ist ein umfassendes Gestaltungsprinzip. Es beginnt bei einer groß angelegten barrierefreien Infrastruktur im öffentlichen Raum und endet bei der Anpassung der eigenen vier Wände an die individuellen Bedürfnisse des Betroffenen. Mittlerweile spielt die barrierefreie Bauweise auch im privaten Wohnungsbau eine zentrale Rolle, da dieses Gestaltungsprinzip keine Nutzergruppe ausschließt. Im Gegenteil: Junge Familien, die ein Haus kaufen oder sanieren, legen einen hohen Stellenwert auf barrierefreie Nutzung.

Die barrierefreie Gestaltung von privat genutzten Wohngebäuden zielt nicht nur auf für alle nutzbare Räume innerhalb der Wohnungen ab, sondern umfasst auch deren Erreichbarkeit. Eine mit dem Rollstuhl, Gehhilfen oder viel Gepäck zu bewältigende Zuwegung zum Hauseingang ist hierfür genauso unverzichtbar wie eine barrierefreie Haustüranlage und innere Erschließung.

Umgebung uneingeschränkt nutzen

Ziel der barrierefreien Bauweise ist es, Wohnungen und Außenanlagen nicht nur seniorengerecht oder behindertengerecht zu errichten oder umzubauen, sondern die gebaute Umwelt für alle Menschen gleichermaßen uneingeschränkt nutzbar zu gestalten. Dies macht das barrierefreie Bauen zu einer zukunftsorientierten Bauweise und zu einem wichtigen Qualitätskriterium im Wohnungsbau.

Auch bei Umbaumaßnahmen ist es heute unverzichtbar, die barrierefreie Bauweise in die Planung mit einzubeziehen. Dies erfordert allerdings in der Regel Eingriffe in die vorhandene Bausubstanz, da die meisten Altbauten die heutigen Anforderungen an eine barrierefreie Gestaltung nicht erfüllen.

Lesen Sie in meinen folgenden Kolumnen, welche Barrieren in bestehenden Wohngebäuden existieren und was eine barrierefreie Wohnungsanpassung auszeichnet. Im Einzelnen erfahren Sie wie man beim Umbau der verschiedenen Räume sowie der Außenanlagen vorgeht, was diese Maßnahmen kosten, wie lange sie dauern und welche Förderungen es gibt.

EnergieberaterRomed Spiekermann gehört der Hertener Initiative „planraumleben“ an und berät Eigentümer und Käufer in allen Bereichen der Sanierung.

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