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Experten-Kolumne von Margareta Kulmann-Rohkemper

Wie der Garten Wasser spart

Gärten kommen selten ohne Gießen aus. Das macht natürlich Arbeit, und vor allem: Es verbraucht Wasser. Doch mit Planung und einem durchdachten Vorgehen beim Gießen lässt sich einiges dafür tun, die wertvolle Ressource Wasser zu sparen, ohne auf vitale Pflanzenfülle zu verzichten.

Die viele Sonne, die klare Luft, der blaue Himmel – das anhaltend schöne Wetter sorgt bei vielen Menschen derzeit für gute Stimmung. Doch nicht nur Landwirte mahnen längst: Dies könnte der dritte viel zu trockene Sommer in Folge werden. 

Der ausbleibende Regen ist ein Thema, das auch viele Gartenbesitzer umtreibt, denn wer seinen Garten liebt, will ihn natürlich am liebsten dauerhaft vital-grün und üppig sprießend sehen. Gleichzeitig sollte man als Naturfreund mit der knapper und dadurch wertvoller werdenden Ressource Wasser sehr bewusst und möglichst sparsam umgehen. Deshalb lohnt es sich, bei er Um- oder Neugestaltung des Gartens auch den Aspekt des Wasserbedarfs mitzudenken.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Den Wasserbedarf eines Gartens zu reduzieren, sollte keinesfalls heißen, auf Pflanzen zu verzichten! Diese sind neben ihrem ästhetischen Wert ein enorm wichtiger Beitrag für Artenvielfalt und gesundes Mikroklima. Es geht vielmehr darum, bei der Pflanzenauswahl auf den Wasserbedarf der einzelnen Sorten zu achten, denn zwar brauchen alle Pflanzen Wasser, doch die einen weniger als die anderen.

Die Natur hat verschiedene Taktiken entwickelt, um Pflanzen mit wenig Wasser auskommen zu lassen: Die einen haben eher fleischige Blätter mit wachsartiger Oberfläche, in denen sie Feuchtigkeitsreserven vorhalten können. Andere sind mit feinen Härchen auf Blättern und Stängeln ausgestattet, um die Verdunstung zu minimieren. Trockenheitsverträgliche Pflanzen erkennt man außerdem oft an eher nadelartigen Blättern, denn je kleiner die Blattoberfläche, desto geringer die Verdunstung.

Wenn es lange nicht regnet, sind außerdem Pflanzen, die tief ins Erdreich vordringende Wurzeln ausbilden, im Vorteil. Während sich die obere Erdschicht durch intensive Sonneneinstrahlung rasch erwärmt und die in ihr enthaltene Feuchtigkeit verdunstet, bleibt es tiefer im Boden lange kühl und feucht. Wie lange, das hängt neben anderen Faktoren auch von der Beschaffenheit des Bodens ab, denn lehmige Böden können Feuchtigkeit besser halten als eher sandige.

Auf den Standort abgestimmt pflanzen

Der Standort, an den sie gepflanzt werden soll, bestimmt also, welche Bedürfnisse eine Pflanze haben darf, um dort ohne große Unterstützung zurechtzukommen. Klarmachen sollte man sich auch, dass eine Rasenfläche deutlich mehr Wasser benötigt als standortgerecht bepflanzte Beete.

Doch auch standortgerechte Pflanzungen müssen gegossen werden, und auch beim Gießen selbst lässt sich durchaus Wasser sparen. Wichtig hierbei: Lieber seltener und dafür intensiv als allzu oft und dafür nur oberflächlich gießen. In Summe verbraucht man so weniger Wasser und tut gleichzeitig den Pflanzen Gutes. Denn wer oft kurz wässert, versorgt den Boden nur oberflächlich mit Wasser. Um an das Lebenselixier zu kommen, ist die Pflanze gezwungen, flache, oberflächennahe Wurzeln auszubilden. Das macht sie aber anfälliger dafür, auszutrocknen. Auch das Gießwasser ist schnell wieder verdunstet und kommt nur bedingt den Pflanzen zugute. Wer hingegen intensiv wässert, regt das Wurzelwachstum in die Tiefe an und lässt das Wasser in Bodenschichten vordingen, wo es vor Verdunstung besser geschützt ist.

Für die meisten Pflanzen das beste Gießwasser ist Regenwasser. Das lässt sich allerdings kaum in ausreichender Menge sammeln, um einen Garten ausschließlich damit zu bewässern, selbst, wenn es regelmäßig regnet. Dennoch lohnt es, entsprechende Sammelbehälter in den Garten zu integrieren, damit man nicht ausschließlich mit Brunnen- oder gar Leitungswasser gießen muss.


Margareta Kulmann-Rohkemper ist Garten- und Landschaftsarchitektin. Die Expertin gehört zu den „Gärtnern von Eden“, einem Zusammen- schluss von rund 50 Garten- baubetrieben.

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