Experten-Kolumne von Margareta Kulmann-Rohkemper

Gießen und gießen lassen dank automatisiertem Bewässerungssystem

Im Haushalt ist die Automatisierung schon weit fortgeschritten. Wasch- und Spülmaschine sind längst Standard, Saugroboter und Thermomix auf dem Vormarsch, ebenso wie Smart-home-Features. Auch im Garten steigt der Wunsch nach Automatisierung, etwa in Gestalt einer automatischen Bewässerungsanlage. Die ist definitiv mehr als eine Spielerei.

Ein automatisches Bewässerungssystem für den Garten spart Zeit und Geld.

Ein Garten, der ganz ohne Gießen auskommt? Ist tatsächlich möglich, erfordert aber eine sehr gute Pflanzplanung und eine intensive Bodenvorbereitung. In den allermeisten Fällen gehört der Einsatz von Gartenschlauch oder Gießkanne zu den regelmäßigen To-dos des Gartenbesitzers. Wie oft er auf der Liste steht und mit wie viel Wasser- und Körpereinsatz er einhergeht, hängt von der Pflanzenauswahl, der Bodenbeschaffenheit und natürlich von der Witterung ab.

Wer das regelmäßige Wässern nicht gerade als meditativen Akt empfindet, kann es sich von einer automatischen Bewässerungsanlage abnehmen lassen. Die ist tatsächlich weit mehr als ein nützliches Helferlein zur Reduzierung des eigenen Arbeitsaufwands. Doch ist auch dieser Aspekt bei der Entscheidung für eine automatische Bewässerung nicht zu vernachlässigen. Schließlich ist Zeit heute ein rares Gut, und die wenigen Freiräume, die ihnen die alltäglichen Verpflichtungen lassen, möchten die meisten Gartenbesitzer verständlicherweise lieber damit verbringen, ihren Garten zu genießen, anstatt ihn zu gießen.

Doch das ist nur ein Punkt, den eine Bewässerungsanlage auf der Pro-Seite für sich verbuchen kann. Ein weiterer ist ebenso zeitgemäß wie die Zeitersparnis: die Reduzierung des Wasserverbrauchs, denn ein Gartenprofi kann eine Bewässerungsanlage so dimensionieren und aussteuern, dass ihre Gießleistung gut zu den Bedürfnissen der im Garten wachsenden Pflanzen und den aktuell herrschenden Witterungsverhältnissen passt. Sie wässert also bedarfsgerecht und nicht wie die sprichwörtliche Gießkanne großzügig am tatsächlichen Bedarf vorbei. Richtiges Gießen ist nämlich gar nicht so einfach – schon allein deshalb, weil die wenigsten Gartenbesitzer den wirklichen Wasserbedarf all der Arten und Sorten, die in ihrem Garten wachsen, wirklich kennen – geschweige denn die Wasserhalteeigenschaften des Bodens.

Das führt nicht selten zu übermäßig großzügigem Wassereinsatz, was eine Verschwendung dieser immer rarer werdenden Ressource darstellt und im Übrigen auch vielen Pflanzen auf die Dauer nicht guttut. Ebenfalls problematisch: allzu sparsames Gießen: Die Feuchtigkeit dringt dann nicht in tiefere Erdschichten vor und die dort befindlichen Wurzeln können ihre Pflanzen nicht mehr mit Wasser versorgen. Das nur oberflächlich gegebene Gießwasser verdunstet zudem schnell – gerade in den zunehmend heißer werdenden Sommern eine Gefahr für die Pflanzen.

Zeit und Wasser lassen sich einsparen
Die Schläuche von Bewässerungsanlagen verlegen Gartenprofis hingegen so, dass das Wasser in unmittelbarer Wurzelnähe in das Erdreich sickern kann. So bleiben auch keine Tropfen auf den Blättern und Blüten, die bei starker Sonneneinstrahlung wie ein Brennglas wirken können. Sparen lässt sich mit einer automatisierten Bewässerung aber nicht nur bei Arbeitszeit und Wasserverbrauch. Auch in Sachen Abwassergebühren können sich Vorteile ergeben, denn wer dank optimierten Gießens weniger Wasser verbraucht, zahlt auch weniger Abwassergebühren. Eine separate Wasseruhr für die Bewässerungsanlage hilft beim entsprechenden Nachweis.

Eins sollte man sich aber klar machen: Eine automatische Bewässerungsanlage lässt sich nicht exakt auf die individuellen Bedürfnisse jeder einzelnen Pflanze in einem Garten aussteuern, wohl aber für den gesamten Garten optimieren. Umso wichtiger ist es, sich bei der Pflanzenauswahl gut beraten zu lassen oder sie gleich einem versierten Pflanzenexperten zu überlassen. Denn mit fundiertem Pflanzenwissen lassen sich Pflanzgesellschaften zusammenstellen, deren einzelne Mitglieder ähnliche Ansprüche an Standort, Bodenbeschaffenheit – und eben auch an die Wasserversorgung haben.

Zur Person

Margareta Kulmann-Rohkemper ist Garten- und Landschaftsarchitektin. Die Expertin gehört zu den „Gärtnern von Eden“, einem Zusammenschluss von rund 50 Gartenbaubetrieben.

Margareta Kulmann-Rohkemper

Rubriklistenbild: © Gärtner von Eden

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