+
Rampe vor dem Haus: Steigung rollstuhlgerecht planen

Experten-Kolumne von Romed Spiekermann

Hürden im Außen- und Haustürbereich vermeiden

Wer sein Wohnumfeld barrierefrei gestalten möchte, der sollte zunächst einmal überhaupt mögliche Stolperfallen erkennen können – auch die versteckten. Nicht alles, was auf den ersten Blick altersgerecht aussieht, ist es auch. Vieles wird erst ersichtlich, wenn man es aus einem anderen Blickwinkel betrachtet.

Offensichtliche Barrieren wie Treppen, Stufen, Absätze und Emporen im Innen- und Außenbereich müssen so angeglichen werden, dass nicht nur Rollstuhlfahrer diese überwinden können. Auch für Menschen mit Gehbehinderungen müssen diese Hürden noch bequem zu meistern sein. Denn wer sich bei körperlichen Einschränkungen aufgrund von Hindernissen und Hürden nicht aus dem Haus traut, der vereinsamt schnell.

Vielfach sind es kleine Maßnahmen, die große Effekte und Erleichterungen mit sich bringen. Zum Beispiel die Verbreiterung des Kfz-Stellplatzes für bequemeres Ein- und Aussteigen. Auch die Schaffung einer Abstellfläche für Rollstuhl oder Gehilfe ist mit einfachen Mitteln durchführbar und bringt dabei enorme Vorteile. Das Augenmerk im Wohnumfeld sollte auf der Barrierefreiheit liegen, um auch bei abnehmender körperlicher Beweglichkeit noch lieb gewonnene Bereich wie Garten, Balkon oder Terrasse nutzen zu können.

Breite Wege und ein nicht zu starkes Gefälle

Der Hauptweg zum Haus sollte eine Breite von mindestens 120 Zentimetern, besser 150 Zentimetern aufweisen, andere Wege auf dem Grundstück sollten mindestens 120 Zentimeter breit sein. Der Hauptweg zum Hauseingang und die Wege zur Garage und zum Müllsammelbehälter sollten auch bei ungünstiger Witterung gefahrlos befahrbar sein, das Längsgefälle sollte drei Prozent und das Quergefälle zwei Prozent nicht übersteigen.

Ein weiteres Augenmerk sollte auch auf dem Haustürbereich und der Zuwegung zu selbigem liegen. Hier beginnen die Annehmlichkeiten bereits bei einer ausreichenden Beleuchtung, damit der Wohnungseingang sicher erreicht wird. Auch eine ausreichend große Überdachung vor dem Eingang ist nicht nur im fortgeschrittenen Alter nützlich, um widrigen Witterungsverhältnissen zu trotzten.

Eine weitere Hürde, die sich in vielen Eingangsbereichen findet, ist außerdem ein zu hoch montierter Briefkasten. Auch fühlbare Markierungen an Eingängen und Treppenläufen tragen für ältere Menschen mit schwacher Sehkraft zur Erleichterung bei, da sie sich durch die taktile Markierung besser orientieren können.

Der Bodenbelag im Eingangsbereich sollte rutschfest sein. Nasse Platten und Fliesen können gegen Beläge mit Rutschhemmklasse (ab mindestens R9) ausgetauscht oder mit Anti-Rutsch-Streifen beklebt werden. Eine Alternative ist eine rutschhemmende Oberflächenbehandlung des Belags. Da die Kraft im Alter nachlässt, sollte die Haustür entsprechend leicht zu öffnen sein. Automatische Türöffner sind zwar nicht unbedingt nötig, können aber zum Komfort beitragen. Auch eine Gegensprechanlage mit elektrischem Türdrücker ist empfehlenswert. Eine Videoüberwachung des Eingangsbereichs ist zwar nicht unbedingt nötig, steigert aber Komfort und Sicherheit im Alter um ein Vielfaches.

EnergieberaterRomed Spiekermann gehört der Hertener Initiative „planraumleben“ an und berät Eigentümer und Käufer in allen Bereichen der Sanierung.


Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Ein "Knaller" für Herten: Investor nennt erstmals Mieter für das neue Herten-Forum 
Ein "Knaller" für Herten: Investor nennt erstmals Mieter für das neue Herten-Forum 
"Demokratisches Experiment": So sammelt der Radentscheid Unterschriften für das Bürgerbegehren
"Demokratisches Experiment": So sammelt der Radentscheid Unterschriften für das Bürgerbegehren
Kraftwerksleiter erklärt: Welche Maßnahmen Trianel ergriffen hat
Kraftwerksleiter erklärt: Welche Maßnahmen Trianel ergriffen hat
Fahrer haut ab: Vierjähriger läuft zwischen Autos hervor und wird bei Unfall schwer verletzt
Fahrer haut ab: Vierjähriger läuft zwischen Autos hervor und wird bei Unfall schwer verletzt
Streit eskaliert - Obdachloser in Gladbeck von jungem Mann niedergeschlagen
Streit eskaliert - Obdachloser in Gladbeck von jungem Mann niedergeschlagen

Kommentare