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Immobilien im nördlichen Ruhrgebiet: Kaufen oder Mieten?

Mieten, kaufen, wohnen – das sind drei Schlagworte, die in Deutschland für den ein oder anderen immer schwieriger miteinander einhergehen. Dabei kommt es natürlich ganz stark auf die Region und die eigenen Vorstellungen an, wie das zukünftige Leben im Eigentum aussehen soll.

Während beispielsweise in vielen Großstädten, die Nachfrage nach Wohnungen in den letzten Jahren dank der Urbanisierung enorm gestiegen ist, sind es in ländlichen Regionen immer noch die Ein- und Mehrfamilienhäuser, die hoch im Kurs stehen. 

Die Immobiliensituation in Deutschland und speziell im nördlichen Ruhrgebiet NRWs 

Kein Wunder, dass sich viele Verbraucher aktuell die Frage stellen, ob es sich mehr lohnt, die gewünschte Immobilie zu kaufen oder zu mieten. Laut der Studie Wohnen in Deutschland aus dem Jahr 2019 ist es heutzutage gar nicht so leicht, die eigenen Vorstellungen mit der vorherrschenden finanziellen Situation in Einklang zu bringen. 2018 lag der durchschnittliche Kaufpreis einer Immobilie in Deutschland bei 264.000 Euro. Dass dies kein Preis ist, den sich grundsätzlich alle Interessenten leisten können, ist kein Geheimnis. Allerdings kommt es dabei auch immer auf die Region an, in der die Verbraucher leben. 

Während große Städte wie Köln, Düsseldorf und Co. seit Längerem mit einem anhaltenden Hoch in puncto Immobilien zu tun haben, zeigt sich im nördlichen Ruhrgebiet NRWs eine ganz andere Situation. Grundsätzlich ist der Immobilienmarkt in Nordrhein-Westfalen relativ gespalten. In Städten wie Gelsenkirchen oder auch Oberhausen hat sich der Wohnungsmarkt beispielsweise entspannt, was an der vergleichsweise hohen Abwanderung von Einwohnern in den letzten Jahren liegt. Dadurch sanken nicht nur die Mieten, sondern auch die Immobilienkaufpreise. 

Angelockt durch günstigere Preise und bessere Bedingungen sehen allerdings jetzt viele Immobilien-Unternehmer großes Potenzial in diesen Städten. Ein gutes Beispiel ist der Marler Stadtteil Hüls, wo in den nächsten Jahren große Veränderungen geplant sind. Dadurch soll Hüls wieder attraktiver werden und bevölkerungstechnisch für mehr Zuwachs sorgen. Allerdings stellt sich dann wieder die Frage, ob Interessenten hier kaufen oder mieten sollten. Denn für Ersteres brauchen potenzielle Käufer eine passende Finanzierung, da die wenigsten 200.000 Euro als Reserve parat haben. 

Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es für den Hauskauf? 

Heutzutage gibt es verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten, um den Hauskauf zu realisieren. Das Aufnehmen eines Annuitätendarlehens gehört zu den einfachsten Möglichkeiten. Hierbei gibt es einen festen Sollzins für eine gewisse Zeitspanne, der in Kombination mit der Tilgung schließlich die im Monat fällige Zahlungsrate ergibt. Vorteilhaft ist dabei, dass Verbraucher im Laufe der Zeit bei steigender Tilgung, einen immer kleiner werdenden Zinsanteil zahlen. Nachteil ist, dass die Restschuld am Ende der Laufzeit neu verzinst wird. Liegt das Niveau dann höher als zu Beginn des Zahlungszeitraums, kann dies zu einer finanziellen Herausforderung werden. Zudem kommt es darauf an, ob sich Verbraucher ein Finanzierungsmodell mit oder ohne Eigenkapital wünschen. Eine Vollfinanzierung ist beispielsweise das Modell ohne Eigenkapital. Hier kommen allerdings folgende Nachteile auf den Käufer zu:

Der Kreditzins ist höher,

die Laufzeit ist länger und

beim Zwangsverkauf nach einer schnellen Phase der Rückzahlung können hohe Zahlungsverpflichtungen andauern.

Wichtig für eine Vollfinanzierung sind daher eine Zinsbindung auf möglichst lange Zeit, flexible Wege für die Abtragung und Sondertilgungen. Weitere Finanzierungsarten für den Kauf einer Immobilie sind unter anderem:

der klassische Bausparvertrag,

die Lebensversicherung,

eine KfW-Förderung,

ein variables Darlehen oder

das Volltilgerdarlehen.

Oder doch lieber mieten? – Vor- und Nachteile von Kaufen und Mieten 

Nicht selten fragen sich Verbraucher heutzutage, ob sich ein Hauskauf überhaupt noch lohnt. Sowohl das Kaufen als auch das Mieten einer Immobilie hat Vor- und Nachteile. Die folgende Tabelle gibt einmal genau Aufschluss über die wichtigen Kennwerte.

Vor- und Nachteile: Kaufen

Vor- und Nachteile: Mieten

+ niedriges Zinsniveau

+ schuldenfrei

+ Aufbau von Vermögen

+ örtlich flexibel und ungebunden

+ mehr Flexibilität

+ Reparaturen vom Vermieter bezahlen lassen

+ größeren Einfluss auf Ausstattung und Gestaltung

- monatliche Miete ohne Vermögensaufbau

+ Mietpreise sind als Besitzer nicht mehr von Belang

- abhängig vom Vermieter 

o

bei der Gestaltung

o

bei Reparaturen

- Schulden

- steigende Mietpreise sind immer ein wichtiges Thema

- langfristige Bindung an Region, Ort und Umgebung

- Instandhaltungen und Reparatur selbst zahlen

Wichtig zu wissen ist in diesem Zusammenhang, dass es in finanzieller Hinsicht oftmals keine allzu großen Schwankungen gibt. Wer beispielsweise einen Hauskauf finanziert, hat – genau wie beim Mieten – eine monatliche Rate zu zahlen. Teilweise variieren natürlich Nebenkosten und Rücklagesummen, da Hausbesitzer für Reparaturen selbst zuständig sind, aber eine genaue Gegenüberstellung zeigt häufig, dass es auf Zeit vorteilhafter ist, die Immobilie zu kaufen. Es handelt sich hierbei allerdings nicht für jeden um eine allgemeine Patentlösung, denn es kommt immer auf die eigenen Lebenspläne und Wünsche an. Davon sollten Verbraucher das Kaufen oder Mieten einer Immobilie abhängig machen. 

Tipp: Bevor Interessierte eine Immobilie kaufen oder mieten, ist es zudem wichtig, die Bedeutung hinter Immobilien Codes zu kennen. Wer sich beispielsweise von der Formulierung „Lage in aufstrebendem Viertel“ zu einem Kauf verleiten lässt, der sollte wissen, dass es sich hierbei oft um Regionen handelt, die aktuell im Umbau sind. Das heißt, dass diese Wohngegend nicht nur erst irgendwann fertiggestellt sein wird, sondern in diesem Zusammenhang auch teurer sein wird. 

Ausblick: Wohnen in der Zukunft 

Heute sind es vor allem Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen, die gefragter sind als je zuvor. Ob das in 20 Jahren noch so ist, ist fragwürdig. Laut der Studie „Die Stadtwirtschaft von morgen“ soll das Wohnen in der Zukunft vor allem vielfältig, flexibel und individuell sein. Die Urbanisierung wird weiter fortschreiten und vor allem High-Tech-Städte mit einem deutlichen Zuwachs an Bewohnern ausstatten. In diesem Zusammenhang verändern sich auch die Wohnformen. 

Das Stichwort lautet „Multifunktionalität“, was eine wachsende Verschmelzung von Wohnen und Arbeiten bedeuten wird. Der innovative Bau von Wohnungen und Häusern wird zukünftig zu neuen multifunktionalen und nutzungsneutralen Lebens- sowie Wohnmodellen führen. Ob Mehrgenerationen-WGs, Co-Working-Spaces oder intelligente Nutzungskonzepte wie Gemeinschaftsräume, -gärten und -terrassen, all das sind Trends, die das Wohnung in der Zukunft gestalten werden.

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