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Solaranlage to go - Mini-Photovoltaikanlagen für die Steckdose

Experten-Kolumne von Romed Spiekermann

Klimapaket der Bundesregierung: Das müssen Sie wissen

Am 20. September 2019 stellte die Bundesregierung das Klimaschutzprogramm 2030 vor. Die Kritik an diesem Klimaschutzpaket ist groß. Zahlreiche Umweltschutzverbände und Wissenschaftler halten die aktuell geplanten Maßnahmen der Regierung für mehr Klimaschutz für nicht ausreichend.

Doch nicht alles ist schlecht. Das Paket enthält neue Anreize für mehr erneuerbare Energien und Energieeffizienz bei Gebäuden. Im Folgenden lesen Sie die Neuerungen für Hausbesitzer:

Es wird ein CO2 -Preis im Gebäudesektor eingeführt. Wer hier CO2 verbraucht, muss für jede Tonne ein Verschmutzungsrecht besitzen. Der Start wird mit zehn Euro pro Tonne Kohlendioxid „zugegebenermaßen sehr langsam sein“, wie Kanzlerin Merkel einräumte. Konkret sind für die Jahre 2021 bis 2025 Preise von jeweils 10, 20, 25, 30 und 35 Euro vereinbart worden. Benzin und Diesel würden dadurch 2021 um drei Cent pro Liter teurer, bis 2026 würde sich der Preis um 9 bis 15 Cent erhöhen. Ab 2026 soll eine Versteigerung der Emissionszertifikate zunächst in einem Preiskorridor zwischen 35 und 60 Euro pro Tonne CO2 erfolgen. Dann soll auch eine maximale Emissionsmenge festgelegt werden, die jährlich geringer wird.

Photovoltaik: Deckelung wird abgeschafft

Mit der Abschaffung des 52-Gigawatt Deckels bleibt der Photovoltaikbranche die Einspeisevergütung weiter erhalten. Der 52- GW-Deckel sah bis vor kurzem ein Ende der Photovoltaikförderung nach dem Erreichen von 52 GW installierten Photovoltaikleistung in Deutschland vor. Diese Größe wäre vermutlich bereits 2020 erreicht worden. Nun besteht auch nach 2020 Planungssicherheit und die Einspeisevergütung wird lediglich weiterhin entsprechend des aktuellen Photovoltaikzubaus abgesenkt. Hausbesitzer, die eine Photovoltaikanlage installieren möchten, können sich also weiterhin darauf verlassen, eine Vergütung für den Solarstrom zu erhalten, den sich nicht selbst verbrauchen und ins Netz einspeisen.

Zuschuss beim Heizungsaustausch

Tauschen Sie eine Ölheizung oder eine andere ausschließlich auf Basis fossiler Brennstoffe betriebene Heizung gegen ein effizienteres Heizsystem aus, erhalten Sie für den Austausch eine Förderprämie von 40 Prozent. Damit werden erneuerbare Heiztechniken wie Wärmepumpen auch in Bestandsgebäuden attraktiver. Der Einbau von Ölheizungen soll ab 2026 nicht mehr gestattet werden.

Die energetische Sanierung selbst genutzter Gebäude soll ab 2020 steuerlich geltend gemacht werden können. Hierbei werden auch Einzelmaßnahmen gefördert. Ersetzen Sie z.B. alte Fenster durch moderne Wärmeschutzfenster, kann die Steuerschuld verteilt über drei Jahre um 20 Prozent der Kosten sinken. Bei der umfassenden Sanierung von Wohngebäuden werden die Fördersätze für das Erreichen der KfW-Effizienzhausstandards um zehn Prozent erhöht.

Das Klimakabinett der Bundesregierung in Verbindung mit einem externen Expertenrat sollen Wirkung und Effizienz der Klimaschutzmaßnahmen jährlich prüfen und je nach Bedarf anpassen.

Energieberater Romed Spiekermann gehört der Hertener Initiative „planraumleben“ an und berät Eigentümer und Käufer in allen Bereichen der Sanierung.


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