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Klimaschutz fängt zuhause an

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Zu Hause klimafreundlicher leben, das ist wohl das Bestreben vieler. Und es gibt tatsächlich einige Ansatzpunkte. Einige Bereiche sind besonders wichtig, fallen allerdings nicht sofort ins Auge. Es lohnt sich also, genauer hinzuschauen. Denn mit wenig Aufwand lässt sich viel erreichen. Das Portal „Mein Klimaschutz“, ein Angebot vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit hat Tipps.

82 Prozent der Emissionen im Haushalt fallen in nur zwei Bereichen an“, heißt es auf der Homepage (www.mein-klimaschutz.de). Mehr als 50 Prozent der zuhause ausgestoßenen Menge Kohlenstoffdioxid entfallen auf Heizungen, Beleuchtung hingegen macht durchschnittlich nur rund vier Prozent aus (s. Grafik auf Seite 5). Wer Emissionen und außerdem Kosten senken will, sollte zuallererst also beim Heizen ansetzen. Insgesamt, so das Bundesumweltministerium, können in einer herkömmlichen 70-Quadratmeter-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus 2660 Kilogramm CO2 pro Jahr eingespart werden, das entspricht einer Ersparnis von 640 Euro. Ganze 1135 Euro jährlich weniger Kosten und 4620 Kilogramm CO2 weniger Emissionen sind es schon bei einem 110-Quadratmeter-Einfamilienhaus. Das Ministerium bezieht sich bei seinen Angaben auf den Heizspiegel von 2017.

Eigentümer und Mieter können CO2 einsparen

Beim Heizen“, so verspricht es das ministeriale Portal „Mein Klimaschutz“, können nicht nur Eigentümer, sondern auch Mieter sparen, ohne dabei auf Komfort zu verzichten.“ Für beide gebe es zu Hause viele Möglichkeiten – kostenlose und solche für kleine und große Budgets.

Wer korrekt heizen will, sollte die richtigen Temperaturen wählen: im Wohnzimmer 20 Grad, im Schlafzimmer 16 bis 18 Grad, in der Küche 18 bis 20 Grad und im Bad 21 bis 23 Grad. „Ein Grad weniger senkt den Heizenergieverbrauch um durchschnittlich sechs Prozent“, teilt das Bundesumweltministerium mit. Das heiße aber keinesfalls, dass man für richtiges Heizen frieren müsse. Absurd erscheint, zuhause zu heizen, wenn sich niemand dort aufhält. Elektronische Thermostate, die sich exakt programmieren lassen, helfen beim Einstellen der richtigen Temperaturen. Interessant: Vorhänge, Jalousien und Rollläden halten die Wärme auch über Nacht im Raum, sie kann nicht so einfach über die Fensterscheiben und -fugen entweichen. Aber wie viel Geld lässt sich nun mit einem bewussten Heizverhalten sparen? Das Bundesumweltministerium kalkuliert für eine Wohnung (70 Quadratmeter) mit 75 Euro und 300 Kilogramm Kohlenstoffdioxid pro Jahr, für ein Einfamilienhaus (110 Quadratmeter) mit 150 Euro und 500 Kilogramm CO2.

Richtiges Heizen und Lüften

Neben dem richtigen Heizen und dem richtigen Lüften kommt es auch auf den Zustand des Gebäudes und der Heizanlage an. Auch hier gibt es einfache und vergleichsweise günstige Maßnahmen wie den Pumpentausch oder den hydraulischen Abgleich. Was Mieter und Eigentümer sonst noch tun können: 

- Temperatur senken bei Abwesenheit, Heizung auch nachts herunterdrehen.

- Zugige Fenster nachträglich mit Dichtungsband abdichten, das laut Bundesumweltministerium für zehn Fenster ab 25 Euro erhältlich sind. 

- Temperatur nicht unter 16 Grad Celsius sinken lassen, denn das begünstigt Schimmel. 

- Heizkörper freiräumen. Möbel oder lange Vorhänge verhindern, dass die Wärme sich verteilt. 

- Regelmäßig stoßlüften: drei- bis viermal täglich für mindestens fünf Minuten. Auch das beugt Schimmel vor.

Bad und Küche emittieren 39 Prozent des CO2

Nicht zu verachten ist auch das Sparpotenzial in Bad und Küche. Diese beiden Bereiche machen 39 Prozent der CO2-Emissionen aus. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft verbraucht jeder Mensch 123 Liter Wasser pro Tag. Den größten Anteil daran haben das Duschen und Baden. Aber schon mit kleinen Veränderungen und Maßnahmen lassen sich viel Wasser und vor allem Energie einsparen. Sparduschköpfe und Durchflussbegrenzer etwa sorgen für eine Senkung des Verbrauchs, indem sie dem Wasserstrahl Luft beimischen oder ihn teilen. Das wirkt sich nicht auf den Komfort aus, mindert den Wasserverbrauch aber um satte 50 Prozent. Für einen Dreipersonenhaushalt bedeutet das eine Ersparnis von 458 Euro und 760 Kilogramm CO2. Sparduschköpfe fangen preislich bei 20 Euro an, Durchflussbegrenzer gibt es ab zehn Euro für drei Stück.

Nicht zu verachten ist auch das Sparpotenzial in Bad und Küche. Diese beiden Bereiche machen 39 Prozent der CO2-Emissionen aus. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft verbraucht jeder Mensch 123 Liter Wasser pro Tag. Den größten Anteil daran haben das Duschen und Baden. Aber schon mit kleinen Veränderungen und Maßnahmen lassen sich viel Wasser und vor allem Energie einsparen. Sparduschköpfe und Durchflussbegrenzer etwa sorgen für eine Senkung des Verbrauchs, indem sie dem Wasserstrahl Luft beimischen oder ihn teilen. Das wirkt sich nicht auf den Komfort aus, mindert den Wasserverbrauch aber um satte 50 Prozent. Für einen Dreipersonenhaushalt bedeutet das eine Ersparnis von 458 Euro und 760 Kilogramm CO2. Sparduschköpfe fangen preislich bei 20 Euro an, Durchflussbegrenzer gibt es ab zehn Euro für drei Stück. Und wer sich in einem Dreipersonenhaushalt mit kaltem statt mit warmem Wasser die Hände wäscht, kann auf diese Weise durchschnittlich 50 Euro und 180 Kilogramm CO2 pro Jahr sparen. Bedenken hinsichtlich Hygiene sind dabei überflüssig, denn das Waschergebnis hängt vor allem vom Einseifen, nicht von der Wassertemperatur ab. Was außerdem hilft: 

- Duschen statt baden. 

- Eine Wasserspartaste für die Toilette reduziert die Wassermenge beim Spülen. 

- Tropfende Wasserhähne reparieren. 

- Beim Einseifen, Zähneputzen und Rasieren das Wasser abstellen. 

- Geschirrspüler und Waschmaschine nur voll beladen benutzen. Bei niedrigen Temperaturen waschen, beziehungsweise den Öko-Waschgang verwenden. Auf Vorwäsche verzichten. 

- Beim Neukauf eines Geschirrspülers oder einer Waschmaschine auf besonders sparsame Geräte achten. Zum durchschnittlichen Wasserverbrauch im Haushalt kommt übrigens noch sogenanntes virtuelles Wasser hinzu; also Wasser, das zur Herstellung von Nahrungsmitteln, Kleidung und anderen Produkten benötigt wird. Dieser virtuelle durchschnittliche Wasserverbrauch liegt nach Angaben der Vereinigung Deutscher Gewässerschutz pro Person und Tag bei rund 4000 Litern. Wer nachhaltig konsumiert, kann seinen CO2-Fußabdruck bedeutend senken.

Beim Kochen gilt: Deckel drauf

Auch in der Küche können Strom und somit Kohlenstoffdioxid eingespart werden. Das Online-Portal „Energiesparen im Haushalt“ etwa schlägt vor, einen möglichst kleinen Kochtopf fürs Zubereiten von Speisen zu verwenden und das Behältnis zudem auf die passende Herdplatte zu stellen. Ganz wichtig: Passender Deckel drauf! Denn, so das Portal, beim Erhitzen ohne Deckel gehe ein Vielfaches an Energie verloren. Weiterhin positiv sollen sich Töpfe mit glattem Boden, Schnellkochtöpfe (bis zu 50 Prozent weniger Energieverbrauch) und Thermotöpfe aufs Klima auswirken. Es wird außerdem empfohlen, mit möglichst wenig Flüssigkeit zu kochen, und Kochplatte oder Backofen schon zehn Minuten vorher abzuschalten und die „Nachwärme“ zu nutzen. Weitere Tipps des Online-Portals: 

- Herd erst nach dem Aufsetzen des Kochgeschirrs einschalten. 

- Herdplatten zum Anbraten oder Ankochen auf höchste Stufe stellen und dann zurückschalten 

- Kleine Gerichte in der Mikrowelle zubereiten.

- Backofen nicht vorheizen.

Auch beim Kochen von Wasser können Energie, CO2 und Geld gespart werden. Um H2O zum Sieden zu bringen, sollte besser nicht der Elektroherd benutzt werden. Weil die Herdplatte und der Kessel mit erwärmt werden, wird ansonsten viel Energie verschwendet. Hinzu kommt, dass die Herdplatte noch rund 20 Minuten Restwärme abstrahlt.










Wasserkocher effizienter als Herdplatte

Mit einem elektrischen Wasserkocher ist das Erwärmen um etwa ein Drittel günstiger, weil die Erhitzung direkt und ohne Umwege erfolgt, gibt der Bund der Energieverbraucher an. Gegenüber einem Elektroherd (150 Wattstunden) benötigt das Gerät für das Kochen von einem Liter Wasser nur 100 Wattstunden. Wenn es sich automatisch abschaltet, sobald das Wasser kocht: Umso besser! Zehn Euro pro Jahr sollen sich mit diesem Verfahren einsparen lassen. Wer allerdings Nudeln oder Reis kochen will und das Wasser erst im Wasserkocher erhitzt und anschließend in den Topf schüttet, verschwendet Energie, so der Energieverbraucher-Bund.











Sparen beim Waschen und Spülen

Geschirrspülen und Wäschewaschen sind für etwa 20 Prozent des Wasserverbrauchs verantwortlich. Hier empfiehlt das Bundesumweltministerium für Spülmaschine und Waschmaschine das Einschalten des Öko-Waschgangs. Zudem sollte beim Neukauf von Geräten auf deren Sparsamkeit geachtet werden. Mitdem Label „Blauer Engel“ und der Effizienzklasse A+++ sind Verbraucher ökologisch auf der sicheren Seite, zudem sparen sie Wasser- und Stromkosten.

Der größte Teil des Stroms wird dabei für die Erhitzung des Wassers benötigt. Bei einem 30- Grad-Waschgang entfalle etwa die Hälfte des Stromverbrauchs auf die Wassererhitzung, sagt das Online-Portal „Ökologisch bauen“. Bei einem 60-Grad- Waschgang sollen es sogar Dreiviertel sein. Dabei müssen es gar nicht immer hohe Temperaturen sein: Berechnungen der „Verbraucher Initiative“ zufolge lohnt sich das richtig. Arbeitet das Gerät mit Wassertemperaturen von 40 statt 60 Grad, verbraucht es bis zu 50 Prozent weniger Strom. Bei einer Wäsche mit 30 Grad ist sogar eine Ersparnis von 70 Prozent möglich. Programmfunktionen für nur eine halbe Beladung der Maschine sollte man nicht nutzen, so der Rat der Verbraucherschützer. Energie- und Wasserverbrauch sinken hier nicht um die Hälfte. Das gilt auch für Spülmaschinen.

Umfrage: Nur die Hälfte wäscht zu Hause gleich die Hände

Der Stromverbrauch kann zusätzlich gesenkt werden, wenn der Maschine bereits warmes Wasser zugeführt, sie also an den Warmwasseranschluss angeschlossen wird. Wie groß die Ersparnis tatsächlich ist, so das Portal, hänge wesentlich davon ab, auf welche Weise das Wasser alternativ erwärmt wird. Uneingeschränkt positiv falle die Bilanz aus, wenn dafür eine thermische Solaranlage verwendet werde.

Das Ökoinstitut Freiburg gibt an, dass bei 112 mit Warmwasser durchgeführten Waschgängen im Jahr 49 Prozent Strom gespart werden, beim Geschirrspüler (170 Programme pro Jahr) immerhin noch 40 Prozent. Nicht jedes Gerät allerdings soll für die Nutzung von Warmwasser geeignet sein. Ein Blick in die Gebrauchsanleitung sorgt für Gewissheit. Ist die Waschmaschine schon älter, werden sich dort aufgrund der Gewährleistungspflicht keine entsprechenden Hinweise finden. Das Betreiben mit warmem Wasser kann jedoch nicht uneingeschränkt empfohlen werden. So geben einige Waschmaschinen-Hersteller an, dass insbesondere die Steuereinheit Probleme machen kann. Hinzu kommt, dass bei Waschgängen mit geringer Temperatur (z.B. 30 Grad) eine ungeregelte Zufuhr von Warmwasser zu deutlich höheren Waschtemperaturen führt.

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