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Bequemer beschweren: Was Mieter-Apps bieten

Experten-Kolumne von Viviane Peters

Mieter muss Fotografieren in der Wohnung nicht dulden

Für viele Mieter ist es unangenehm, wenn der Nachmieter der Wohnung bei der Besichtigung nicht nur die Räume, sondern auch gleich ihre gesamte Privatsphäre inspiziert.

Natürlich ist ein Rundgang mit Interessenten durch die bewohnte Wohnung notwendig und auch rechtlich zulässig – Fotoaufnahmen für Online-Inserate sind dagegen nicht ohne Weiteres erlaubt.

Der Mieter besitzt das Hausrecht

Je mehr Bilder, desto besser: Um die Vorzüge ihrer Wohnung zu zeigen, schmücken Vermieter Online-Anzeigen gerne mit Fotos der Räume. Doch solange die Wohnung noch bewohnt ist, dürfen sie dies nicht ungefragt tun – denn der Mieter besitzt das Hausrecht.

Eine solche Veröffentlichung ist ein wesentlicher Eingriff in die Privatsphäre des Mieters. Der Vermieter darf nur zu Beweiszwecken Bilder der bewohnten Wohnung machen. Wenn er sie veröffentlichen möchte, braucht er eine Einwilligung oder muss warten, bis die Wohnung leer geräumt ist. Dasselbe gilt beim Verkauf einer Immobilie.

Von der Regelung sind auch Videoaufnahmen betroffen. Möchten Vermieter Bildmaterial in ihrer Anzeige veröffentlichen, können sie auf Beispielbilder oder Fotos einer (unbewohnten) ähnlichen Wohnung zurückgreifen. Zudem können sie Bilder der leeren Wohnung vor Einzug des Mieters nutzen.

Und was für Vermieter gilt, gilt auch für Wohnungs-Interessenten: In bewohnten vier Wänden ist Fotografieren oder Filmen nur mit Zustimmung erlaubt. Verletzt ein Vermieter das Hausrecht, darf der Mieter ihn der Wohnung verweisen.

Besichtigungen durch Interessenten erlaubt

Fotoaufnahmen für ein Internet-Inserat muss ein Mieter nicht hinnehmen, Besichtigungen durch Interessenten aber zulassen. Der Vermieter muss dabei jedoch die Belange des Mieters beachten. Dazu gehört, dass er den Termin rechtzeitig vorher ankündigt und beim Festlegen der Uhrzeit auf berufstätige Bewohner Rücksicht nimmt. Tut er das nicht, kann der Mieter ihm den Zutritt verweigern. Wenn Mieter sich allerdings unberechtigt weigern, Interessenten in die Wohnung zu lassen, müssen sie im schlimmsten Fall Schadenersatz zahlen.

Viviane Peters ist Personenversiche- rungsberaterin der R+V Versicherung bei der Volksbank Marl-Reckling- hausen eG.



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