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Experten-Kolumne von Margareta Kulmann-Rohkemper

Nachhaltige Gartenfreuden

Nachhaltigkeit und Garten passen naturgemäß gut zusammen, doch hier wie in allen anderen Lebensbereichen hat die Schonung von Umwelt und Ressourcen viele Dimensionen und ist beileibe kein Selbstläufer. Es gibt reichlich Dinge zu bedenken, damit der eigene Garten wirklich nachhaltig ist

Sauerstoffproduzent, CO2-Filter, natürliche Klimaanlage, Nahrungslieferant, Lebensraum und Brutstätte für Vögel und Insekten: Seine bloße Existenz als bepflanzte Fläche kann einen Garten zu einem Ort der Nachhaltigkeit machen. Doch hat Nachhaltigkeit im Garten noch weitaus mehr Facetten. Sie beginnt schon bei der Planung. Diese sollte mit Weitsicht erfolgen und sowohl bei der Ästhetik als auch bei den Materialien auf Qualität setzen, um Ressourcen in den unterschiedlichsten Bereichen zu sparen.

Da ein gutes Gartenkonzept gut und gern zwei oder auch drei Jahrzehnte Bestand haben kann, sollten Pflanzen und Materialien entsprechend gewählt und fachkundig eingesetzt und gepflegt werden: Die Pflanzenauswahl sollte zu den Standortbedingungen passen, damit eine optimale Entwicklung garantiert ist. Das spart zum Beispiel Wasser und Düngergaben, aber auch das Nachpflanzen. Für den Pflanzenbestand ist eine fachgerechte Pflege eine Art Lebensversicherung und damit eine weitere Etappe auf dem Weg zum nachhaltigen Garten.

Materialien wie Naturstein und Klinker, aber auch hochwertiger Betonstein, haben eine sehr lange Lebensdauer, sofern sie fachgerecht verbaut und umsichtig gepflegt werden. So ist sowohl im Umgang mit Pflanzen als auch mit Baumaterialien die Beschäftigung von Fachbetrieben bei Anlage und Pflege eines Gartens ein Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit. Sie stehen außerdem für faire Entlohnung, gut ausgebildete Fachkräfte, transparente Lieferketten und regionale Wertschöpfung.

Wer Wert auf Nachhaltigkeit bei der Gartengestaltung legt, sollte sich auch Herkunft und Produktionsbedingungen sämtlicher verbauter Elemente anschauen: Muss es wirklich Tropenholz sein? Wenn ja, sollte es unbedingt aus zertifiziertem Plantagenanbau kommen, es gibt aber gute, ebenfalls zertifizierte, heimische Alternativen. Beim Naturstein empfiehlt sich unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten immer der heimische – schon wegen der kürzeren Transportwege. Außerdem kann man sicher sein, dass der Abbau hierzulande und auch innerhalb Europas im Einklang mit bestehendem Recht, Umweltauflagen und Arbeitsschutz erfolgt. Wer auf regionalen Naturstein setzt, kann zudem sicher sein, dass das Mate-rial für die örtlichen Witterungsbedingungen geeignet und damit extrem langlebig ist.

Pflanzen: Herkunft und Produktion beachten

Auch bei den Pflanzen lohnt ein Blick auf Herkunft und Produktionsbedingungen. Hier spielen die Transportwege eine Rolle bei der Bezifferung der Nachhaltigkeit, aber auch Energie- und Wasserverbrauch bei der Pflanzenproduktion, Art und Umfang von Pflanzenschutz und Düngung oder die Zeit, die Pflanzen zum Wachsen gewährt wird. Ebenfalls Teil des Gartens ist der Boden. Hier geht es in Sachen Nachhaltigkeit etwa darum, den Anteil versiegelter Flächen gering zu halten, um eine großflächige Versickerung zu ermöglichen. Beim Kauf von Pflanzerde kann man zudem darauf achten, dass diese torffrei und im besten Fall aus regionaler Produktion ist.

Es zeigt sich: Nachhaltigkeit im Garten ist ein weites Feld und lässt sich sogar um noch eine weitere Facette erweitern: Ein schön gestalteter Garten mit einem hohen individuellen Wohlfühlfaktor ist das perfekte Naherholungsgebiet, das sich ganz ohne Emissionen erreichen lässt.

Margareta Kulmann-Rohkemper ist Garten- und Landschaftsarchitektin. Die Expertin gehört zu den „Gärtnern von Eden“, einem Zusammen- schluss von rund 50 Garten- baube- trieben.


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