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Schlafanzug aus dem Kühlschrank: Besser schlafen bei Hitze

Ratgeber

Profis geben Tipps für angenehmen Schlaf

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Vielen fällt erholsamer Schlaf in den Sommermonaten schwer. Vor allem die Wärme, die sich über den Tag im Schlafzimmer angestaut hat, trägt dazu bei. Wie man dieses Problem ein wenig lindern kann und warum guter Schlaf wichtig ist, hat Vestimmo-Redakteurin Franziska Gerk im Gespräch mit Rainer Manteuffel (Bettenland Manteuffel, Marl und Recklinghausen) und Gerd Isselhorst (Rund ums Bett – Kurowski, Recklinghausen) erfahren.

Woran liegt es, dass wir im Sommer schlechter schlafen? 

Gerd Isselhorst: Der Schlaf dient zur Erholung vom Tag. Der Blutdruck und der Puls senken sich, der Körper fährt sich sozusagen herunter. Ist es zu warm, muss der Körper dagegen ankämpfen und beginnt zu arbeiten. Die Folge: Wir schlafen schlecht und wachen unerholt auf. 

Ab welcher Temperatur fällt dem Körper gesunder Schlaf schwer? Rainer Manteuffel: Das ist individuell unterschiedlich. 18 Grad gilt als ideale Schlaftemperatur, was aber im heißen Sommer oft schwer zu erreichen ist. 

Welche Möglichkeiten gibt es, das Schlafzimmer und das Bett kühl zu halten (elektronische Geräte, abgedunkelte Fenster etc.)? 

Gerd Isselhorst: Fenster sollten auf jeden Fall geschlossen bleiben. Wenn die Temperaturen am Abend sinken, rate ich dazu, das Fenster kurz vor dem Schlafengehen für etwa zehn Minuten zu öffnen und einmal durchzulüften. Wer auf eine Klimaanlage zurückgreifen kann, sollte den Raum abkühlen und das Gerätzum Schlafen ausstellen. Dabei sollte man aber darauf achten, dass der Temperaturunterschied zwischen den Räumen nicht zu groß ist. Das Schlafzimmer sollte also keinem Kühlschrank gleichen. 

Was halten Sie von alten Hausmitteln, wie beispielsweise Kleidung oder Bettwaren in tropischen Nächten feucht zu halten? 

Rainer Manteuffel: Solche Tipps nutzt man wohl vor allem in südlichen Urlaubsländern. Hierzulande kenne ich niemanden, der seine Kleidung vor dem Schlafengehen anfeuchtet. Das kann sicherlich einen kühlenden Effekt haben. Aber viele mögen keine Feuchtigkeit im Bett. Und bei zu nassen Sachen besteht auch immer Schimmelgefahr. Das gilt auch für sehr starkes Schwitzen. 

Gerd Isselhorst: Eine kalte Dusche vor dem Schlafgehen ist der Tipp, den ich oft höre. Davon halte ich aber gar nichts. Denn der Körper versucht den Temperaturunterschied auszugleichen. Die Folge: Man beginnt zu schwitzen. Besser ist es, lauwarm zu duschen und sich so abzutrocknen, dass noch ein leichter Feuchtigkeitsfilm auf der Haut ist. Dieser kühlt, ohne den Körper zu neuer Schweißproduktion anzuregen. Eine weitere Anregung ist es, eine Wärmflasche in den Kühlschrank zu legen, die sich dann abkühlt. Ans Fußende ins Bett gelegt, sorgt sie für ein angenehmes Gefühl. 

Welche Materialien/Stoffe eignen sich für den Sommerschlaf besonders? Gibt es besondere Bettwaren? 

Rainer Manteuffel: Ja, es gibt beispielsweise Sommer- und Winterbetten. Während Winterbetten, beispielsweise Daunen, in der Regel 800 bis 1200 Gramm Füllung haben, haben Sommerbetten eine Füllmenge von 200 bis 500 Gramm. Dann ist die Wahl des Stoffs noch entscheidend. Wir verkaufen beispielsweise viele Wildseidebetten. Das ist ein Baumwoll-Satin-Bezug, der einen kühlenden Effekt hat. Eine Kamelhaarfüllung bietet sich für den Sommer auch an, da sie eine gute Feuchtigkeitsaufnahme besitzt und somit den Schweiß gut aufsaugt. Aber auch Daunendecken empfehlen wir für den Sommer. Diese sind dann im Gegensatz zu den Winterdecken „nur“ mit 200 Gramm gefüllt. Der Vorteil: Man kann sie lange nutzen, denn in kühleren Nächten halten sie warm, ohne in warmen Nächten übermäßig schwitzen zu müssen. Jeder dritte Kunde bei uns ist Allergiker und muss besonders auf die verwendeten Materialien achten. Ich rate dann zu Bettwaren, die mit Polyesterfasern gefüllt sind. Sie leiten die Feuchtigkeit vom Körper weg und sind gut waschbar. 

Gibt es auch bestimmte Matratzen für die verschiedenen Jahreszeiten? 

Gerd Isselhorst: Nein. Es gibt zwar verschiedene Matratzenbezüge, beispielsweise mit kühlender Wirkung, DIE Sommermatratze hingegen gibt es nicht. Verschiedene Modelle mit speziellem Aufbau lassen zum Beispiel die Luft besser zirkulieren, was für einen angenehmen Effekt im Sommer sorgt. Man sollte beim Matratzenkauf auch bedenken, dass man diese ja nicht jedes halbe Jahr wechselt. Wer sich also dafür entscheidet, eine Matratze mit kühlender Wirkung für den Sommer zu kaufen, muss auch damit rechnen, im Winter vielleicht zu frieren. 

Wie oft sollten Bettwaren, beispielsweise Decken, denn gewaschen werden? 

Rainer Manteuffel: Auch das ist individuell vom eigenen Sauberkeitsgefühl abhängig und ganz unterschiedlich zu sehen. In der Regel werden Decken einmal im Jahr gewaschen, meist, bevor man sie wieder in den Schrank legt für die nächste Saison. Allergiker sollten natürlich öfter waschen, so etwa alle drei bis vier Wochen. Empfohlen wird, Bettdecken spätestens nach zwei bis drei Jahren zu waschen.

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