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Geht es an die Planung von Wegen und Liegeflächen rund um den Pool oder Schwimmteich, gilt es, Fragen nach Abmessungen, Material und natürlich auch der Formgebung zu beantworten.

Experten-Kolumne von Margareta Kulmann-Rohkemper

Tür auf und schwimmen - der Pool im eigenen Garten

Schwimmen im eigenen Garten? Nicht nur für Wasserratten ist das ein wahrgewordener Traum, denn mit einer Badegelegenheit zieht nicht einfach eine Sport- und Spielstätte in den Garten ein. Vielmehr bekommt der Garten damit ein ganz neues Gepräge. Gestalterisch ist das allerdings durchaus eine Herausforderung, die gut durchdacht angegangen werden sollte.

Zwei heiße Sommer liegen hinter uns, das Frühjahr präsentiert sich bislang von seiner trocken-warmen Seite und scheint den nächsten Supersommer anzukündigen. Und dann auch noch Corona: Wann sich die nächste Reise ans Meer antreten oder auch nur das örtliche Freibad oder der nächstgelegene Badesee besuchen lässt? Vollkommen ungewiss. Es gibt also gleich eine Reihe guter Gründe, über eine Schwimmgelegenheit im eigenen Garten nachzudenken.

Erst planen, dann bauen

Die Entscheidung für den eigenen Pool oder Schwimmteich ist eine sehr grundsätzliche. Das gilt natürlich für das finanzielle Volumen einer solchen Baumaßnahme, aber auch in Bezug auf den Charakter des Gartens. Denn in aller Regel übernimmt eine Badegelegenheit schon allein aufgrund ihrer Größe optisch die Hauptrolle, so dass sich mit ihr der Charakter des Gartens wandelt. Außerdem halten Schwimmteich oder Pool meist nicht allein Einzug im Garten. Eine Liegefläche am Wasser, ein Weg zum Einstieg, vielleicht eine Außendusche oder auch ein kleines Poolhaus als Stauraum gehören zu den typischen begleitenden Elementen.

Umgekehrt gilt es zu bedenken, welche bisherigen Gestaltungselemente durch den Bau der Badegelegenheit wegfallen und inwieweit sie dem Garten ihren Stempel aufgedrückt haben. Wer sich einen Pool oder Schwimmteich gönnt, kommt also nicht umhin, das Gesamtkonzept seines Gartens in den Blick zu nehmen, wenn er gewährleisten will, dass der Garten auch tatsächlich die Aufenthaltsqualität bietet, die er sich erhofft. Auch deshalb sollte eine Badegartenplanung immer mit einem erfahrenden Fachbetrieb angegangen werden.

Eine Frage des Stils 

Wie bei jeder Gartengestaltung geht es auch bei der Integration einer Badegelegenheit immer um die Frage des Gartenstils. Wo soll die Reise ästhetisch hingehen? Bevorzugen die Gartenbesitzer einen eher geradlinigen, zurückgenommenen Gestaltungsstil mit reduzierten Farben und Formen? Oder soll es im Garten bunt, üppig und naturnah zugehen? Diesem Gartenstil sollte schon die Gestaltung des Badegewässers folgen. Wer ein eher designorientiertes Gesamtbild anstrebt, setzt wahrscheinlich auf eine klassisch rechteckige Beckenform. Je naturnäher der Garten ist, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schwimmbecken in organisch geschwungenen Formen besser zum Gartenbild passt.

Rund um Pool und Teich 

Geht es an die Planung von Wegen und Liegeflächen rund um den Pool oder Schwimmteich, gilt es Fragen nach Abmessungen, Material und natürlich auch der Formgebung zu beantworten. Ein wichtiger Punkt im Badegarten ist außerdem der Sichtschutz, denn die meisten Gartenbesitzer möchten möglichst ungestört schwimmen und in der Sonne liegen. Im Zuge des Poolbaus neu entstehende Elemente sollten immer Materialien, Farbe und Formensprache bereits im Garten vorhandener Dinge aufnehmen, damit ein harmonisches Ganzes entsteht.

Wichtig ist auch immer, die Bepflanzung in den Blick zu nehmen. Da es häufig ein Teil – oft sogar ein Großteil – einer vorhandenen Rasenfläche ist, die die Badegelegenheit verdrängt, ist ein Garten mit Pool oder Teich zunächst einmal weniger grün. Um zu verhindern, dass er zubetoniert und leblos wirkt, empfiehlt sich, mit dem Pool auch neue Beete anzulegen, gern mit besonders üppig wachsenden und ausdauernd blühenden Pflanzen, um dem baulichen Element reichlich Natur entgegenzusetzen und es so intensiv in den Naturraum Garten einzubinden.

Es gibt also reichlich gestalterische Dinge zu berücksichtigen, wenn aus dem eigenen Garten ein Badegarten werden soll. Gelingt es aber, rund um die Badegelegenheit einen harmonischen Gartenraum zu komponieren, ist der Erholungswert eines solchen Gartens dauerhaft unglaublich hoch, so dass die nächsten heißen Sommer getrost kommen können und man auch gar nicht mehr unbedingt verreisen muss.

Ihre Margareta Kulmann-Rohkemper

Margareta Kulmann-Rohkemper ist Garten- und Landschaftsarchitektin. Die Vestimmo-Expertin gehört zu den "Gärtnern von Eden", einem Zusammenschluss von rund 50 Gartenbaubetrieben in Deutschland.

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