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Streunende Katze

Ratgeber

Sichtschutz für den Garten

Mal ehrlich: Wer lässt sich schon gerne beim Sonnenbaden auf dem Liegestuhl oder beim Frühstück auf der Terrasse beobachten? Mit dem passenden Sichtschutz im Garten bleiben neugierige Blicke außen vor. Ein Zaun ist hier natürlich die klassische Lösung – doch es gibt auch „natürliche“ Möglichkeiten. Ein Überblick.

Ob akkurat gestutzt oder buschig gewachsen: Die Hecke ist der natürlichste Sichtschutz für das eigene Grundstück. Die Ansprüche an die „grüne Wand“ sind dabei allerdings unterschiedlich – je nachdem, ob sie sowohl im Winter als auch im Sommer blickdicht sein soll oder doch vielleicht eher locker und durchlässig, damit die Kinder auch mal zu ihren Nachbarsfreunden hindurchschlüpfen können. 

Natürlich müssen bei der Planung und der Gestaltung auch Größe und Form des Grundstücks berücksichtigt werden. Und: Geduld ist gefragt! Wer schnell wachsende Pflanzen zu dicht setzt, muss hinterher meist mühselig korrigieren. Und: Unbedingt genügend Abstand zum Nachbargrundstück halten! Denn eine Hecke kann mit den Jahren recht üppige Ausmaße erreichen. Je nach Pflanzenart und Wuchsform sollte die Hecke etwa einen Meter von der Grundstücksgrenze entfernt gepflanzt werden. 

Auch die künftige Höhe der Pflanzen sollte bedacht werden. Kleine Grundstücke wirken bei einer zwei Meter hohen Hecke schnell eng. Eine aufgelockerte Bepflanzung aus kleinen Bäumen und Ziersträuchern wie Haselnuss, Kornelkirsche oder Sommerflieder macht sich da besser. 

Apropos Pflanzenauswahl: Im Idealfall werden für die Hecke heimische Gehölze ausgewählt, die auch Vögeln und Insekten Nahrung und Schutz bieten. Soll das gesamte Grundstück mit einer dichten Hecke eingefriedet werden, empfiehlt sich eine Mischhecke aus Hain- und Rotbuchenpflanzen. Die Hainbuche behält auch im Winter ihre (vertrockneten) Blätter und bietet entsprechend auch dann Sichtschutz. Aus Weidensteckholz zum Beispiel kann eine besonders schmale Hecke gezogen werden: Dazu wird frisch geschnittenes Steckholz in den Boden gepflanzt, das dann wurzelt und neue Blätter bildet. 

Leben Kinder im Haushalt, sollte allerdings auf Gewächse mit giftigen Beeren, etwa Pfaffenhütchen oder Liguster, verzichtet werden. Auch der beliebte Kirschlorbeer hat seine Tücken: Er wächst zwar schnell hoch, bildet aber schon nach wenigen Jahren sehr dicke Äste, die kaum noch als Hecke zu schneiden sind. Auch für Frostschäden und Schädlinge ist er anfällig. 


Flexible grüne Wand

Kübelpflanzen können einen prima Sichtschutz für Terrassen bilden. Hierfür eignen sich zum Beispiel Oleander, Hibiskus, Lorbeer- oder Olivenbäume. Aber nicht vergessen: Kübelpflanzen brauchen einen geeigneten Platz zum Überwintern! Besonders attraktiv ist eine höhengestaffelte Bepflanzung rund um die Terrasse: Diese kann beispielsweise am Sitzplatz mit Sommerblumen und Stauden niedrig beginnen und dann mit halbhohen Sträuchern langsam nach hinten ansteigen. Höhere Bäume und Sträucher bilden den Abschluss. 

Der Gartenzaun setzt das deutlichste optische Zeichen bei der Grundstücksbegrenzung beziehungsweise durch einzelne Elemente beim Sichtschutz. Es gibt viele ästhetische Möglichkeiten, die sich harmonisch ins Gartenbild einfügen. Besonders beliebt sind Holzelemente mit ihrer natürlichen Ausstrahlung; hierbei eignen sich Lärche, Fichte und Kiefer. 

Auch Sichtschutz aus Metall und Aluminium wird gern genommen. Das Material ist meist feuerverzinkt oder kunststoffbeschichtet und damit wesentlich pflegeleichter als Holz. Dies gilt auch für den Holzwerkstoff WPC, der sich im Outdoor-Bereich durch seine natürliche Optik und seinen Variantenreichtum immer größerer Beliebtheit erfreut.

Schließlich können Bereiche des Gartens auch durch Mauerelemente vor Blicken geschützt werden. Besonders ästhetisch und ökologisch wertvoll sind dabei Trockenmauern, deren Steine ohne Fugen aufeinandergelegt werden. Hier finden viele Insekten, aber auch Eidechsen und Vögel einen geschützten Platz. Entsprechende Bepflanzung – etwa mit Blaukissen, Silberdistel, Mauerpfeffer oder Frühlings-Fingerkraut – macht die Trockenmauer dabei besonders attraktiv. 

Natürlich kann der Sichtschutz auch „konventionell“ mit Klinker oder Naturstein aufgemauert werden. Hier kann ebenfalls mit Rankpflanzen, Spaliergehölzen oder auch hängenden Blumentöpfen ein schönes, natürliches Bild geschaffen werden. Gerade im Sommer spielt sich ein Teil des Lebens auf dem Balkon ab. 


Sichtschutz auf dem Balkon

Damit sich Mieter nicht durch die Blicke der Nachbarn gestört fühlen, wollen viele einen Sichtschutz installieren. Dies ist aber nur in Ausnahmefällen ohne Zustimmung des Vermieters möglich. Darauf weist der Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland hin. So ist das Anbringen einer Bastmatte zulässig, wenn die Nachbarn unmittelbar auf den Balkon eines Mieters blicken und die gläserne Brüstung keinerlei Sichtschutz bietet. Das geht aus einem Urteil des Amtsgerichts Köln hervor (Az.: 220 C 27/11). 

Die Matte durfte aber nicht über die Balkonbrüstung hinausragen. Die Veränderungen am Erscheinungsbild des Gebäudes sollten nämlich so gering wie möglich ausfallen. Grundsätzlich haben Mieter keinen Anspruch darauf, einen Sichtschutz fest mit der Fassade zu verbinden. Denn dabei handelt es sich um einen Eingriff in die Bausubstanz – und dafür brauchen Mieter immer die Erlaubnis des Vermieters. 

Anders sieht es aus, wenn Mieter am Balkongeländer eine Bastverkleidung befestigen, die sich leicht wieder entfernen lässt. Dann kommt es darauf an, ob durch den Sichtschutz das Erscheinungsbild des Gebäudes gestört wird. Denn dann bedarf es ebenfalls einer Genehmigung des Vermieters, ansonsten auch nicht. ©sb/epr

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