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Experten-Kolumne von Margareta Kulmann-Rohkemper

Mit Spalieren Bäume bändigen

Bäume im eigenen Garten sind eine feine Sache: grüne Kulisse, natürlicher Schattenspender, Symbol für das Wurzelnschlagen und so weiter. Allerdings werden die meisten auch von Natur aus irgendwann recht groß, die Gärten aber tendenziell immer kleiner. Die Lösung: Spalierbäume.

Doch Spalierbäume machen tatsächlich nicht nur auf Mikro-Neubaugrundstücken eine gute Figur, sind sie doch mehr als die platzsparende Version des begehrten Hausbaums. Gespreizt, als Fächer, als breites Band, in U-Bögen oder wie ein Kerzenleuchter mit zwei aufragenden Haupttrieben – so kunstvoll geformt waren die ersten Spalierbäume im Frankreich des 16. Jahrhunderts. Heute sind es vor allem Rechtecke und Schirme, die Gartengestalter gern in Gärten einsetzen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Der wichtigste ist sicherlich, dass die Grundstücke heute oft eher klein sind und damit für Bäume mit freiwachsender Krone keinen Platz bieten.

Spalierbäume brauchen konsequente „Erziehung“, die in jahrelanger Arbeit in der Baumschule aus einer Pflanze einen Spalierbaum macht. Dabei kommen nicht nur Rohrstöcke zum Einsatz, sondern wahlweise auch Drähte, Holzlatten oder Metallstangen. In jedem Fall lenkt ein stabiles Gerüst die frei wachsende Baumkrone in geordnete Bahnen. Es gibt die Form vor und an seinen Streben werden die Leittriebe befestigt. Während bei Formgehölzen die Baumkrone lediglich in die gewünschte Form geschnitten wird, greift der Gärtner bei der Entwicklung eines Spaliers konsequent in die Baumkrone ein, zwingt Triebe in die gewünschte Richtung.

Spalierbäume stillen nicht nur die Sehnsucht des Kleinstgartenbesitzers nach einem Hausbaum. Sie sind auch oft die Lösung eines der gravierendsten Probleme kleiner Gärten: mangelnde Privatsphäre. Schließlich sind in dicht bebauten Gegenden die Nachbarn zahlreich und nah und ein Blick in fremde Gärten ist schon aus der ersten Etage möglich. Rückzugsort? Fehlanzeige! Spalierbäume als schwebende Hecke erweitern den Sichtschutz in die Höhe und schirmen den Garten auch gegen Einblicke aus oberen Etagen ab.

Einzelne Gartenbereiche voneinander abgrenzen

Doch auch Gartenbesitzern mit mehr als ein paar Quadratmetern Grund können Spalierbäume Freude bereiten. Mit ihnen kann man wunderbar einzelne Gartenbereiche voneinander abgrenzen. Und hat der Garten parkähnliche Ausmaße, lassen sich wunderbar Sichtachsen mit Tunneleffekt durch in langer Reihe gepflanzte Bäumen schaffen, wie es französische Barockgärtner schon geliebt haben.

Genauso vielfältig wie ihre Einsatzmöglichkeiten sind auch die Gartenstile, in die sich Spaliere eingliedern lassen: Sie können wie grüne Skulpturen wirken, lassen sich sogar in geometrische Formen schneiden – ideal für moderne, architektonisch geprägte Gärten. Ein Sonnenschutz aus Schirmplatanen macht sich besonders gut über einem gekiesten Sitzplatz mit gemütlichen Holzmöbeln und damit in von Naturnähe und Genießertum geprägten Gärten. Und es gibt wunderbare Obstspaliere, die sich oft vor wärmespendenden Wänden aufspannen und Bauerngartenatmosphäre verbreiten.

Doch welche Bäume lassen sich überhaupt bändigen? Die Kornelkirsche macht sich gut als Spalier. Unter den Nicht-Obstgehölzen zählen Platanen und Linden zu den Klassikern der Spalierbäume, Hain- oder Rotbuche bringen ebenfalls spannende Akzente in den Garten, und der Persische Eisenholzbaum besticht mit fantastischer Herbstfärbung. Wichtig bei der Auswahl ist wie bei jeder Gartenpflanze, dass die Bedingungen vor Ort und die Ansprüche der Pflanzen zusammenpassen.

Margareta Kulmann-Rohkemper ist Garten- und Landschaftsarchitektin. Die Expertin gehört zu den „Gärtnern von Eden“, einem Zusammenschluss von rund 50 Gartenbaubetrieben.

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