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Kaum ein Garten ist wirklich natürlich – vor allem nicht die Extrembeispiele. Aber: Jeder Garten kann zum Biotop gemacht werden.

Vom Standard-Garten zum Öko-Biotop: So geht’s

Selbst in vergleichsweise grünen Arealen Deutschlands mangelt es vielfach an echten Biotopen als Orte, an denen einheimische Flora und Fauna auf natürliche Weise prosperieren können. Doch wer selbst einen Garten besitzt, kann zur Abhilfe beitragen – und sich langfristig so auch sehr viel Pflegearbeit ersparen.

Wir leben in einer Zeit, in der die Awareness, das Bewusstsein gegenüber aktuellen Umweltproblemen, groß ist wie nie zuvor. Es gibt erfolgreiche Volksbegehren für mehr Bienenschutz, unsere Kinder gehen für Fridays for Future auf die Straße und „Bio“ ist ein Dauerbrenner an den Ladenkassen. 

Gleichzeitig sind aktuell jedoch auch nüchterne Steingärten sehr beliebt, unter anderem durch ihren geringen Pflegeaufwand. Manche Kommunen versuchen diese mittlerweile zu untersagen, um ökologische Nischen auch in den Vorgärten zu stärken. Nicht selten werden mit Blick auf maximale Pflegeleichtigkeit Bäume und Sträucher komplett entfernt, statt behutsam gestutzt. 

In ganz Deutschland der beginnenden 20er herrscht deshalb eine gewisse Diskrepanz: Im Großen wird der Umweltschutz großgeschrieben. Im Kleinen jedoch, vor und hinter dem eigenen Haus, tun viele jedoch oft das Gegenteil – meist unabsichtlich. Für alle, die zum Umweltschutz beitragen wollen, ist dieser Artikel. Er zeigt, wie man das Umfeld seines Hauses zu einem echten Biotop macht. 

Ist nicht jeder Garten per se ein Biotop? 

Die meisten Eigenheimbesitzer wollen, dass auch das Grundstück schön aussieht. Etwas Rasen, ein paar Stauden und Sträucher, vielleicht sogar eine Vogeltränke oder ein Insektenhotel – so zeigen sich zahlreiche typische Gärten.

Auch ein gepflegter, vielleicht teuer angelegter Garten ist selten wirklich ökologisch – selbst, wenn darin einige Tiere heimisch zu sein scheinen.

Doch nur, weil sich im Garten einige Tiere aufhalten, ist das noch kein Nachweis, dass die häusliche Grünzone ein wirklich natürlicher Lebensraum wäre. Viel mehr haben sich die tierischen Besucher häufig bloß angepasst – so, wie man auch mitten in Gelsenkirchen manchmal Eichhörnchen sieht. 

Ein „richtiges“ Biotop hingegen ist der Versuch, einen eingegrenzten Raum so natürlich zu machen, dass er echte Natur im Kleinformat abbildet. Bestenfalls so, wie es in unserer Region vor der Industrialisierung aussah – auch wenn das ein sehr, sehr engagiertes Vorhaben wäre. Allerdings muss man dazu bei allem Umweltschutz eines anerkennen:

Es gibt gewisse Limits 

Warum ist die Quellbach-Niederung von Recklinghausen ein so bedeutendes Biotop? Vor allem, weil es ein rund zwei Hektar, also 20.000 Quadratmeter, großes Gebiet ist. Die Siedlungsstruktur ist rings herum aufgelockert. Nach Norden und (Nord-)Osten stören nur Suderwich bzw. die Besiedelung rings um die Lindgren-Schule und das Gewerbegebiet. Jenseits davon nach Norden und zudem hinter der Schmalkalder Straße und der A2 ist das Gebiet nach Südosten bis Castrop-Rauxel völlig offen. 

Ein typischer Hausgarten ist natürlich viel kleiner. Unter dem Strich bedeutet das für das eigene Privat-Biotop bei uns folgendes:

1.

Generell ist unserer Region insofern ein Glücksfall, als dass es trotz der vielen Städte und Gemeinden (und der Einwohnerzahlen) eine vergleichsweise stark ausgefranste Siedlungsstruktur mit vielen Grünflächen dazwischen aufweist. Auch wenn manches davon mit ebenfalls wenig ursprünglichen Landwirtschaftsflächen bedeckt ist, besser als Totalbebauung ist es allemal.

Wie ursprünglich-natürlich es werden kann, hängt unmittelbar davon ab, wie es rings um den eigenen Garten aussieht. Wer eher an den Ortsrändern bzw. in kleinen Wohnarealen lebt, hat andere Möglichkeiten als derjenige, dessen Haus inmitten einer größeren Siedlung steht. Das gilt besonders für erdgebundene Tiere, weniger für Vögel und Fluginsekten.

2.

Man darf keine Wunder erwarten: Wenn es in einer Siedlung zuvor keine Igel, Marder, Füchse und Ähnliches gab, wird sich das vielfach auch nicht ändern, nur, weil einzelne Hausbesitzer ihren Garten naturgerecht umgestalten. Eine echte Rückkehr zur Natur ist eine weitaus größere Anstrengung als sie einzelne Bürger, ja, teils sogar einzelne Kommunen und Kreise zu leisten vermögen.

Dennoch kann gesagt werden: Jeder einzelne Garten, der renaturiert wird, ganz gleich, wo er genau liegt, kann einen Teil beitragen. Selbst wenn er nur eine Insel inmitten von Betonwüsten ist, leistet er gute Dienste. Denn für eine gigantische Artenzahl fehlt es an diesen Inseln. Je mehr es gibt, desto geringer sind die Auswirkungen der restlichen menschlichen Fehler. 3

1. Schritt: Auf Neophyten verzichten 

Ein Biotop anzulegen, ist für viele gleichbedeutend damit, vor allem der Tierwelt Gutes zu tun und Aufbauarbeit zu leisten. Auch die Pflanzenwelt leidet unter falscher Gartengestaltung. Und nicht selten beginnt das Anlegen des Öko-Gartens damit, wieder bei Null anfangen zu müssen.

Viele Neophyten sind „schön, aber lebensgefährlich“ – für einheimische Arten. So die Lupine. Sie ist im Westen Nordamerikas beheimatet.

Denn was viele Gartenbesitzer hegen und pflegen, gehört häufig zu den Neophyten – Pflanzenarten, die nicht in Deutschland, meist nicht einmal in Europa, heimisch sind, sondern irgendwann in der Vergangenheit absichtlich oder unabsichtlich hierher verbracht wurden. 

So schön diese Pflanzen auch sind, etwa die Lupine, so sehr sind sie auch ein Problem. Denn sie sind oft invasiv. Sie leben nicht gleichberechtigt neben einheimischen Arten, sondern können diese verdrängen und somit langfristig die ursprüngliche Biodiversität schädigen. 

Jede Gartenumwandlung muss deshalb damit beginnen, das Areal auf vorhandene Neophyten zu prüfen und diese komplett zu entfernen. Danach muss man aber auch dafür sorgen, dass sie sich hier nie wieder ansiedeln. Der Kompost ist dementsprechend für diesen Pflanzenabfall der falsche Ort. Verbrennen wäre eine bessere Lösung. Wo das nicht geht, sollten die Pflanzen in dichten Säcken im Restmüll landen – keinesfalls in der Biotonne. Das empfiehlt auch das Bundesamt für Naturschutz. Nur dadurch ist gewährleistet, dass sie dennoch im Nachgang verbrannt werden.

Bereits durch das Entfernen der Neophyten ist der Garten nun wesentlich natürlicher geworden. Allerdings sollte man sich gut merken, wo die „Invasoren“ standen. Samen und Wurzelreste können noch nach Jahren erneut austreiben. 

2. Schritt: Den Garten neu planen 

Echte Natürlichkeit wirkt auf den menschlichen Betrachter häufig etwas chaotisch. Da aber in diesem Garten auch der Mensch zu seinem Recht kommen will, ist es unabdingbar, dass man vor Arbeitsbeginn zumindest ein Mindestmaß an Planungsarbeit walten lässt:

Den Garten optisch schön ausrichten: In der klassischen Gartengestaltung verfolgt man dabei häufig den Ansatz, vom Haus ausgehend mit den Gewächshöhen langsam anzusteigen – bis am hinteren Ende Bäume stehen.

Wege einplanen: Dabei darauf achten, dass diese möglichst geschwungen, ohne scharfe Winkel, verlaufen und man die wichtigsten Zonen gut erreicht. Für die Befestigung sollten möglichst drainagefähige Lösungen gewählt werden. Etwa Gittersteine oder Kies. Hier kann Wasser versickern, eventuell können Gräser hindurchwachsen und man hat dennoch auch bei Regen einen festen, weitgehend matschfreien Tritt.

Den Nutzungsplan klären: Wo sollen Beete liegen, wo etwaige Sitzecken?

Dann arbeitet man diesen Teil des Plans ab. Das sorgt dafür, dass der Garten eine Grundstruktur bekommt. Was dazwischen liegt, wird nun renaturiert. 

3. Schritt: Eine naturnahe Einfriedung schaffen 

Ob und wie Grundstücke voneinander abgetrennt werden müssen, ist in Deutschland Ländersache. Einige haben eine Einfriedung grundsätzlich zur Pflicht erklärt, bei uns in NRW ist die Grenze deutlich freier ausformuliert. Bedeutet, nur wenn der Nachbar es verlangt, muss überhaupt eingefriedet werden.

Hecken sind die ökologischste Einfriedung. Doch es gibt Alternativen, falls das keine Option ist. Hauptsache natürlich, tierdurchlässig und bewachsen, lautet die Devise.

Dabei ist folgendes zu beachten: Zäune und Co. trennen nicht nur Nachbarn voneinander, sondern zerstückeln auch die Landschaft und werden so zum Hemmnis für alles, was sich auf dem Boden bewegt. Ist eine Einfriedung gewünscht, kann diese dennoch natürlich gestaltet werden:

1.

Zunächst sollte man sich mit den Nachbarn darüber einigen, in welcher Form eingefriedet werden soll. Dabei darauf bestehen, dass man es maximal natürlich will. Vielleicht gelingt dadurch ja ein gemeinschaftliches Öko-Gartenprojekt.

2.

Danach sollten die Satzungen im eigenen Wohnort bzw. die Bebauungspläne für das Wohngebiet eingesehen werden. Oftmals gibt es hier einschränkende Vorgaben für Art, Höhe und Umfang.

3.

Anhand der roten Liste NRW ist zu prüfen, welche Arten hier besonders gefährdet sind. Dies gibt Hinweise darauf, ob die Einfriedung zur Verbesserung beitragen kann.

Die mit Abstand ökologischste Einfriedung ist natürlich eine Lebende, das wäre eine Hecke. Ihr Vorteil ist, dass sie im Gegensatz zu den anderen technischeren Einfriedungen vergleichsweise schnell und einfach angelegt werden kann – auch wenn sie natürlich Zeit braucht, bis sie hochgewachsen ist. Auch steht sie in Sachen Zugangs- und Sichtschutz anderen Lösungen nicht nach, insbesondere, wenn man immergrüne Gewächse wählt. 

Doch auch andere Einfriedungen lassen sich ökologisch gestalten. Geeignet sind dabei folgende Optionen:

der klassische Maschendrahtzaun – er kann begrünt werden

Mauern, sofern sie aus Bruch- und Natursteinen mit Lücken dazwischen bestehen

offene Holzzäune, etwa Jäger- oder Staketenzäune bzw. solche, die aus waagerecht verflochtenen Weideruten bestehen

Gabionen, sofern sie mit dem richtigen Material befüllt werden, was sie zu ähnlichen Lebensräumen wie Bruchsteinmauern macht.

Sinnvoll ist grundsätzlich eine Begrünung, etwa mit Kletterpflanzen. Ferner danken es Igel und Co., wenn es regelmäßige Lücken als Durchschlupf gibt, sodass die Einfriedung keine Eingrenzung ihres Reviers bedeutet. Auch bei dichten Hecken muss man sich darum keine Gedanken machen. Für Tiere sind sie in den seltensten Fällen ein Hindernis. 

4. Schritt: Kompost anlegen 

Ein Biotop lebt davon, dass es ohne menschlichen Eingriff im natürlichen Kreislauf funktioniert. Ob der geringen Fläche im Durchschnittsgarten muss allerdings klar sein, dass das eigene Biotop ein Mindestmaß „Menschlichkeit“ benötigt, um nicht völlig zu verwildern, sondern eben eine Doppelfunktion als Natur- und Erholungsraum, auch für seine Besitzer, ausübt. 

Auf das Gemüsebeet wollen die wenigsten ebenso verzichten wie darauf, an verschiedenen Sträuchern oder Bäumen Pflegeschnitte auszuführen. Allerdings sollte man das im Einklang mit der Natur bewerkstelligen. Das Anlegen eines Komposthaufens ist dazu ein wichtiger Schritt. Denn diese biologische Müllhalde erfüllt mehrere entscheidende Zwecke:

1.

Sie ist ein ortsnaher Ablageplatz für die unvermeidbar anfallenden Küchen- und Gartenabfälle sowie Auffrischungskur für ausgelaugte Böden – etwa aus Blumentöpfen.

2.

Sie fungiert als wichtiger Lebensraum. In einem Kubikmeter Erde leben nicht weniger als mehrere Billionen Lebewesen. Auch im verrottenden Biomaterial darüber tummelt sich die Tierwelt.

3.

Sie liefert nährstoffreichen Boden, durch den sämtliche Dünger-Zugaben überflüssig werden, weil er bereits alles enthält.

Doch so sehr der Fachhandel auch Lösungen offeriert, so wenig natürlich sind Modelle aus Plastik zur Schnellkompostierung. Auf dem Weg zum Biotop sollte man anders vorgehen.

5. Schritt: Tümpel statt Gartenteich 

Für viele ist ein Garten ohne Teich unvollständig. Je nachdem, wie er gestaltet ist, kann er mal mehr, mal weniger stark zu einem naturnahen Biotop beitragen. Egal ob man den Teich erst anlegen muss oder man bereits einen hat, Ziel sollte es sein, auch hier die echte Natur zu simulieren. Es ist akzeptabel, wenn dies mit Kunststofffolie aus dem Gartenmarkt bewerkstelligt wird; nur vorgeformte Becken sollten es nicht sein; deren Tiefen-Abstufung ist oft arg abrupt, ähnelt eher einem Pool denn einem sanft abfallenden Teich.

Auch ökologisch einwandfreie Teiche sollen höchsten Zierwert haben – allerdings geht der nicht zulasten der Biodiversität.

Bepflanzt man einen solchen Tümpel und seine Randzone so, wie es Naturschützer empfehlen und achtet darauf, dass die darin eingebrachten Fische ihren Teil zur Reinigung beitragen (statt Filtersystemen) kann auch ein kleiner Teich zum Kreislauf werden – der nicht minder schön anzusehen ist, aber ohne Eingriffe funktioniert. Wichtig: Der Teich sollte nach Möglichkeit ringsherum flach abfallen. Wo jedoch lokal steil gearbeitet werden muss, sollten Kletterhilfen (etwa am Uferrand fixierte Bretter, die teilweise im Wasser schwimmen) eingebracht werden, damit hineingefallene Tiere leicht einen Ausweg finden, ohne den ganzen Teich durchschwimmen zu müssen.

6. Schritt: Rasen und Zierblumen 

Auch bei diesem Punkt ist die richtige Auswahl entscheidend. Beim Öko-Garten geht es auch darum, langfristig weniger Pflegearbeit zu haben. Das bedeutet, wo man Blütenpracht in eigenen Beeten möchte, sollte man auf Stauden und mehrjährige Zwiebelblumen setzen. Wer bei den Stauden etwas gegen das Aussterben alter Arten tun will, setzt auch auf Frauenfarn, Rittersporn, Märzenbecher, Allermannsharnisch und weitere heimisch Exemplare. 

Ganz wichtig: Natur wächst wächst nicht regelmäßig. Beim Anlegen dieser Stauden-Streifen darf es deshalb gern sehr freiheitlich zugehen. Und wen die unvermeidlichen Unkräuter der Optik wegen stören, der kann auf niedrige Bodendecker wie Vergissmeinnicht oder auch Waldmeister setzen. Sie verdrängen alle Unkräuter, lassen jedoch die Stauden in Ruhe. 

Kommen wir nun zum Rasen. So beliebt er ist – gleichzeitig stellt er nun mal eine Monokultur dar und ist somit nicht besonders ökologisch wertvoll. Es verbleiben deshalb zwei Optionen:

1.

Wenn bereits ein Rasen vorhanden ist, sollte dieser fortan absichtlich verwildern dürfen. Bedeutet, Düngen einstellen. Vollzogen wird diese Transformation dadurch, dass man sich im Fachhandel spezielle Wildblumensamen(-mischungen) besorgt. Diese werden in den ersten beiden Jahren alle zwei bis drei Monate fleckenweise auf dem Rasen ausgestreut (Boden vorher mittels Rechen leicht aufbrechen und die Halme ganz kurz schneiden), sodass sie die ursprünglichen Gräser immer mehr verdrängen.

2.

Soll der Rasen komplett neu angelegt werden, sollte man erst gar nicht auf normalen Samen zurückgreifen, sondern gleich mit professionellen Wildwiesen-Samenmischungen loslegen. Diese findet man eher im landwirtschaftlichen Handel, weniger im normalen Gartenmarkt. Die Einsaat erfolgt dann ganz ähnlich als wollte man einen regulären Rasen anlegen.

Diese Wiese (von einem Rasen kann man nicht mehr sprechen) ist besonders pflegeleicht. Mähen ist, wenn überhaupt, etwa zweimal pro Saison. Außerdem hat die Wildwiese nicht nur magnetische Anziehungskraft für allerlei Fluginsekten (und sieht wegen der Blüten atemberaubend aus), sondern speichert Wasser auch völlig anders als normaler Rasen. Somit ist diese Variante auch robuster und verträgt im ausgewachsenen Zustand Dürreperioden besser.

7. Schritt: Bäume richtig behandeln 

Totholz, welches im Garten ebenso wie im Wald verrotten darf, ist ein wichtiger Lebensraum.

Bäume sind ein wichtiger Teil eines Biotops. Das heißt, wo sie nicht wirklich ein Problem darstellen, sollten sie, wenn sie bereits stehen, auch stehen gelassen werden. Ausnahmen sind nur:

zu dicht an Gebäuden (Gefahr durch Blitzschlag oder Sturm)

alt und unrettbar krank (Gefahr durch plötzliches Umstürzen)

unvertretbare Abschattung, etwa der eigenen oder nachbarschaftlichen Photovoltaikanlagen

Ist derartiges nicht gegeben, sollte man immer versuchen, Bäume zu erhalten – notfalls indem einzelne Äste, die Probleme verursachen, entfernt werden. Versiegelt man danach die „Wunde“ mit Lehm, Bienenwachs oder Baumteer, nimmt der Baum dadurch keinen dauerhaften Schaden. 

Abgeschnittene Äste sowie ganze Baumstamm-Abschnitte, sofern man sie nicht selbst verbrennen möchte, lassen sich einfach zu Stapeln aufschichten. Auch dieses Totholz ist ein toller Lebensraum, beispielsweise für Pilze und Flechten. 

8. Schritt: Bewuchs zulassen 

Nach diesen sieben Schritten ist der eigene Garten auf dem Weg zum Biotop schon ein gutes Stück vorangekommen. In diesem Garten wird nun vieles wachsen oder manches sogar wuchern. Unser Tipp: Ruhe bewahren. Wenn Steine etwa dick mit Moos zuwachsen, ist das nur dort ein Problem, wo es zur Rutschfalle werden kann. 

Und wenn im Herbst die Blätter fallen, sind Laubbläser auch vollkommen fehl am Platz. Zu kleinen Haufen zusammenrecht, schafft man hingegen zusätzliche Winterquartiere für zahllose Lebewesen – und düngt so seine Wildwiese. 

Einige Tipps zum Schluss

Auch die „weniger ansehnlichen“ Gäste im Öko-Garten sollte man begrüßen. Erst recht, wenn sie, wie dieser Kohlweißling, später zu Schmetterlingen werden.

Eine „Bedienungsanleitung“ für einen derartigen Garten ist nun nicht wirklich notwendig, denn, das meiste regelt Mutter Natur jetzt ganz von selbst. Dennoch können einige Tipps beherzigt werden

Weiterhin freuen sich Vögel, Fledermäuse oder Insekten über zusätzliche Behausungen. Diese dürfen also auch künftig aufgehängt werden – sollten aber auch regelmäßig nach Auszug der Bewohner gereinigt werden.

Im Herbst freut sich nicht nur der Igel über simple Winterquartiere, in denen er seinen Schlaf ungestört abhalten kann. Und in heißen Sommermonaten sollten zusätzlich zum Teich flache Schalen (Blumentopf-Untersetzer) mit täglich frischem Wasser aufgestellt werden.

Alles, was in diesem Garten einen Lebensraum findet, sollte als Geschenk betrachtet werden, auch wenn es zunächst vielleicht stören mag. Wenn plötzlich etwa Kollege Maulwurf seine Hügel auf der Wiese hinterlässt, sollte man das nur als Zeichen sehen, dass der Boden darunter höchste Qualität hat. Wichtig: Auf technische Abwehrgeräte (etwa Ultraschall-Katzenabwehr) sollte verzichtet werden, sie vertreiben grundsätzlich auch andere Tiere.

Pflegeleichtigkeit bedeutet nicht, dass man den Öko-Garten völlig sich selbst überlassen kann. Dazu ist er zu klein. Pflegende Eingriffe, etwa das frühjährliche Entfernen nichtverrotteter Blätter, sind unvermeidlich.

Kommen wir nun zur wichtigsten Frage: Kann man einen Öko-Garten weiterhin nutzen und betreten wie gehabt? Ja, im weitesten Sinne. Im Großen und Ganzen wird sich in diesem Biotop kein tierischer oder pflanzlicher Bewohner am Menschen stören, sondern sich ebenso an diesen gewöhnen wie umgekehrt.

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