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Rollstuhl im Treppenhaus

Experten-Kolumne von Romed Spiekermann

Treppenhaus barrierefrei gestalten

Im Mittelpunkt der Gestaltung von Treppenhäusern stehen die schwellenlose Bauweise sowie ausreichend Bewegungsflächen für Rollstuhlfahrer, Kinder und Menschen mit Sehbehinderungen.

Für Treppen gelten ebenfalls Vorgaben hinsichtlich der Barrierefreiheit. Menschen, die ausschließlich auf den Rollstuhl angewiesen sind, können diese zwar nicht nutzen; Kinder, Sehbehinderte und eingeschränkt gehfähige Personen unter bestimmten Bedingungen allerdings schon.

Ausschlaggebend für eine komfortable Nutzung der internen Gebäudeerschließung ist vor allem ein großzügiges Flächenangebot. Bewegungsflächen vor der Haustür, den Wohnungseingangstüren und dem Aufzug von 1,5 Meter mal 1,5 Meter ermöglichen es Rollstuhlfahrern und Personen mit Kinderwagen oder viel Gepäck, die Richtung zu wechseln. Hohe Anforderungen gelten für die Flurbreiten.

Eine Orientierung liefert die Norm zum barrierefreien Bauen. Sie fordert für Flure und sonstige Verkehrsflächen eine Mindestbreite von 1,5 Metern, damit diese mit Gehhilfen oder dem Rollstuhl nutzbar sind. Untergeordnete Flure können in einer Breite von 1,2 Metern ausgeführt werden, wenn sie wenigstens an einer Stelle eine Bewegungsfläche von 1,5 Metern mal 1,5 Metern aufweisen. Flure in barrierefreien Wohnanlagen sollten zudem über separate Nischen als Abstellflächen für Rollatoren, Kinderwagen und Rollstühle verfügen. Ein sogenannter Rollstuhlabstellplatz ist vor oder innerhalb von komplett rollstuhlgerechten Wohnungen sogar durch die Norm vorschrieben. Hier findet oft auch ein Wechsel vom Straßen- auf den Zimmerrollstuhl statt.

Die Elemente einer barrierefreien internen Erschließung sind:

• leichte Orientierung und Überschaubarkeit

• gute Beleuchtung innerhalb der Hausflure und des Treppenhauses

• Abstellplätze für Gehhilfen, Rollstühle und Kinderwagen

• Treppen, die von allen Bewohnern sicher genutzt werden können

• Bewegungsflächen vor Aufzügen und Türen

• breite Flure mit mindestens einer Bewegungsfläche


Obwohl Treppen aufgrund ihrer Geometrie kein barrierefreies Erschließungselement darstellen, können Treppenanlagen bei entsprechender Planung durchaus auch von Menschen mit körperlichen Einschränkungen genutzt werden. Im Mittelpunkt einer Treppenplanung im Sinne des barrierefreien Bauens stehen die Sicherheit und der Komfort bei der Nutzung. Sowohl für interne Treppen innerhalb von Wohnungen und Einfamilienhäuser als auch für gemeinschaftlich genutzte Treppenhäuser innerhalb von Mehrfamilienwohnhäuser gelten in erster Linie die Vorgaben aus der aktuellen Norm zur Planung und Ausführung von Gebäudetreppen.

Richtlinie definiert den Treppenbau

Diese Richtlinie beinhaltet unter anderem Vorgaben zum Steigungsverhältnis, zur maximalen Stufenanzahl innerhalb eines Treppenlaufs und Mindestvorgaben zur nutzbaren Laufbreite der Treppe. Als besonders angenehmes Steigungsverhältnis gilt die Kombination einer Stufenhöhe von ca. 17 Zentimetern mit einer Auftrittstiefe von ca. 28 Zentimetern. Die Norm zum barrierefreien Bauen erhöht die Anforderungen an Treppen zusätzlich, damit diese von Menschen mit begrenzten motorischen Einschränkungen sowie von sehbehinderten Menschen genutzt werden können.

Die wichtigsten Anforderungen an barrierefreie Treppen lauten:

• gerade Laufgestaltung

• Handläufe beidseitig

• geschlossene Treppenstufen als Auftrittsstufe mit Setzstufe

• Stufenunterschneidung von maximal zwei Zentimetern

• Orientierung durch Markierungen

• gute Ausleuchtung des Treppenhauses


Energieberater Romed Spiekermann gehört der Hertener Initiative „planraumleben“ an und berät Eigentümer und Käufer in allen Bereichen der Sanierung.

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