Im Homeoffice ist die Ansteckungsgefahr weitaus niedriger, als im Büro.
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Im Homeoffice ist die Ansteckungsgefahr weitaus niedriger, als im Büro.

Der Unterschied zum Frühjahr

Corona-Studie mit erschreckenden Zahlen: Homeoffice-Potenzial verschenkt?

Im Frühjahr 2020 waren noch weitaus mehr Menschen im Homeoffice, als in der jetzigen zweiten Welle. Das zeigt eine aktuelle Corona-Studie. Wie reagiert die Politik?

Als sich die Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 in Deutschland ausbreitete, reagierte die Politik mit strikten Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen. Es half, die Zahlen gingen runter und die Deutschen erlebten einen vergleichsweise ruhigen Sommer. Im Winter 2020/2021 hat der Virus das Land nun wieder fest im Griff, und seit November gelten wieder härtere Einschränkungen, die auch fortlaufend strikter werden. Der simple Grund: Die Zahlen gehen nicht spürbar runter und die Corona-Impfung* braucht noch Zeit. Der wohl einzige Erfolg ist, dass man die Infektionszahlen auf einem in etwa gleichbleibenden Niveau halten kann. Ziel ist es aber, das Infektionsgeschehen in einen Rahmen zu bringen, in dem sich Infektionsketten wieder nachverfolgen lassen und sich die Lage in den Krankenhäusern wieder entspannt.

Warum das mit den jetzigen Maßnahmen nicht klappt? Die Ursachenforschung führt unweigerlich zum Homeoffice. Das belegen mehrere Studien und Umfragen. Der schlichte Knackpunkt: Im Frühjahr arbeiteten deutlich mehr Menschen von Zuhause aus, als während der aktuellen zweiten Welle.

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Corona-Studie und -Umfrage: Homeoffice nicht mehr Standard

Eine Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung zeigt, so berichtet das ZDF, dass im Vergleich zum Frühjahr 2020 deutlich weniger Menschen im Homeoffice sind. So arbeiteten im April noch 27 Prozent der Beschäftigten eigenen Angaben zufolge von Zuhause aus. Bis November sank diese Zahl auf 14 Prozent – ein starker Niedergang, der direkte Auswirkungen auf die Infektionszahlen hat. Das wiederum belegt eine Studie der Uni Mannheim vom Dezember: Der Studienautor Harald Fadinger, Professor für VWL und Business Economics, berichtet zusammen mit seinen Co-Autoren, dass nur ein Prozent mehr Arbeitnehmer im Homeoffice die Infektionsrate um bis zu acht Prozent verringert. Fazit: Mehr Homeoffice gleich geringeres Infektionsgeschehen.

Die Politik beließ es bis jetzt bei mahnenden Aufforderungen und Appellen an die Wirtschaft. Sie scheinen jedoch nicht wirklich durchzudringen: Bis auf das Gastgewerbe, so berichtet das ZDF mit Verweis auf Daten des ifo-Instituts weiter, sanken auch die Kurzarbeiterzahlen um mehr als 20 Prozent. Und das Neugeschäft nimmt gleichzeitig kontinuierlich zu, wie das Bundesministerium für Wirtschaft berichtet.

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Die Politik in der Pflicht: „Homeoffice-Gipfel“ mit Markus Söder

Aufgrund dieser erschreckenden und auch ärgerlichen Zahlen werden immer mehr Stimmen laut, die von der Politik eine Homeoffice-Pflicht, oder zumindest strengere Regeln für Unternehmen, fordern, so das ZDF. Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern, hielt nun einen „Homeoffice-Gipfel“ ab. Das vorläufige Ergebnis: Bayern möchte Homeoffice steuerlich fördern, eine gesetzliche Regelung oder vorgegebene Quoten lehnt Söder aber ab. Die ab Montag in Geschäften sowie im öffentlichen Nahverkehr FFP2-Maskenpflicht werde zumindest die Arbeitswege sicherer machen. (fh) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Zentral-Redaktionsnetzwerks.

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Artikelquelle: zdf.de

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