Tücken beim Jobwechsel

Kündigung: Warum Sie niemals per Einschreiben kündigen sollten – das ist die beste Methode

Viele Arbeitnehmer verschicken Ihre Kündigung per Einschreiben, schließlich gilt diese Zustellung als sichere Variante. Doch das kann ein fataler Fehler sein.

Zu viel Stress, der Chef nervt – für die meisten Grund genug, den unliebsamen Job zu kündigen*. Dabei kommen Arbeitnehmer um ein Kündigungsschreiben nicht herum. Doch das allein reicht nicht.

Damit die Kündigung auch wirksam ist, muss das Kündigungsschreiben (bei dem es einige Dinge zu beachten gibt) fristgerecht beim Arbeitgeber eingehen. Reicht es da, den Brief mit der Kündigung per Einschreiben zu verschicken? An sich ja, doch hierbei gibt es einige Fallstricke:

Eine Kündigung per Einschreiben kann für Arbeitnehmer schnell schief gehen.

Lesen Sie auch: Kündigung: Vorsicht, diese Verhaltensweisen können Sie den Job kosten.

Kündigung per Einschreiben - diese Möglichkeiten gibt es:

  • Einschreiben Einwurf: Der Zusteller wirft hier den Brief mit der Kündigung in den Briefkasten Ihres Arbeitgebers, was der Postbote auch schriftlich bestätigt. Das fatale daran: Der Arbeitgeber muss nicht bestätigen, dass er die Kündigung erhalten hat. Im Falle einer Streitigkeit kann hier aus juristischer Sicht nur ein „Anscheinsbeweis“ erbracht werden, der Zugang wird also nur vermutet. Der rechtssichere Zugang kann jedoch nicht bewiesen werden.
  • Einschreiben mit Rückschein: Bei dieser Variante bestätigt der Arbeitgeber mit seiner Unterschrift auf dem Rückschein, dass er das Kündigungsschreiben erhalten hat. Der Rückschein geht wieder an Sie zurück, somit haben Sie die Bestätigung für den Zugang der Kündigung.
    Doch auch dieser Weg hat seine Tücken: Trifft der Postbote Ihren Arbeitgeber nicht an, bringt er das Kündigungsschreiben zur nächsten Poststelle und hinterlässt einen Benachrichtigungsschein. Wird der Brief dort nicht abgeholt, wird er wieder zum Sender zurückgeschickt. Sie müssen die Kündigung dann nochmals verschicken – der Benachrichtigungsschein reicht als Beweis nicht aus. Die Kündigungsfrist könnte dann schon verstrichen sein.
  • Einschreiben Eigenhändig: Hier darf nur der eigentliche Empfänger oder eine bevollmächtigte Person das Kündigungsschreiben entgegennehmen und muss unterschreiben. Wird dieser nicht angetroffen, wandert der Brief wieder zur nächsten Poststelle, wo Sie ihn abholen können und erneut verschicken müssen. Auch wenn dies noch die sicherste Variante der Kündigung per Einschreiben darstellt: Die Gefahr ist groß, dass die Kündigungssfrist in der Zwischenzeit verstreicht.

Kündigung fristgerecht zustellen: Das ist die beste Variante

Am sichersten ist es deshalb, das Kündigungsschreiben persönlich zu übergeben und sich den Empfang schriftlich quittieren zu lassen. Es reicht jedoch auch, den Brief in den Firmenbriefkasten zu werfen. Alternativ können Sie einen verwandten oder Freund beauftragen, den Brief mit der Kündigung bei Ihrem Arbeitgeber abzugeben. (as) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Zentral-Redaktionsnetzwerks.

Mehr zum Thema Kündigung:  Kündigung: Dieser typische Formfehler macht sie unwirksam.

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Quelle: lks-rechtsanwaelte.de

Kündigung des Arbeitsvertrags: Die wichtigsten Fakten, die jeder kennen sollte

Bei einer Kündigung des Arbeitsvertrags gibt es viele rechtliche Fallstricke zu beachten - egal ob sie vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer aus erfolgt.
Bei einer Kündigung des Arbeitsvertrags gibt es viele rechtliche Fallstricke zu beachten - egal ob sie vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer aus erfolgt. © Patrick Pleul / dpa
Ein Arbeitsvertrag muss immer schriftlich gekündigt werden, und zwar mit einer Original-Unterschrift und dem vollen Namen. E-Mail, Textnachricht oder Fax reichen hier nicht aus.
Ein Arbeitsvertrag muss immer schriftlich gekündigt werden, und zwar mit einer Original-Unterschrift und dem vollen Namen. E-Mail, Textnachricht oder Fax reichen hier nicht aus. © Jan-Philipp Strobel / dpa
Wie lange die Kündigungsfrist dauert, können Arbeitnehmer ihrem Arbeitsvertrag entnehmen. Laut Gesetz beträgt sie jedoch mindestens vier Wochen. Während der Probezeit gilt eine kürzere Kündigungsfrist von zwei Wochen. Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber verlängert sich je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters.
Wie lange die Kündigungsfrist dauert, können Arbeitnehmer ihrem Arbeitsvertrag entnehmen. Laut Gesetz beträgt sie jedoch mindestens vier Wochen. Während der Probezeit gilt eine kürzere Kündigungsfrist von zwei Wochen. Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber verlängert sich je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters. © Patrick Pleul / dpa
Wer kündigen will, sollte seine Kündigung dem Chef oder der Personalabteilung persönlich übergeben oder per Post verschicken - am besten per Einschreiben.
Wer kündigen will, sollte seine Kündigung dem Chef oder der Personalabteilung persönlich übergeben oder per Post verschicken - am besten per Einschreiben. © Monika Skolimowska / ZB / dpa
Kann ich eine Kündigung auch zurückziehen? Ja, aber nur wenn sie der Vorgesetzte noch nicht gelesen hat. Dann müssen Sie die Kündigung schriftlich widerrufen
Kann ich eine Kündigung auch zurückziehen? Ja, aber nur wenn sie der Vorgesetzte noch nicht gelesen hat. Dann müssen Sie die Kündigung schriftlich widerrufen. © Patrick Pleul / dpa
Der Kündigung durch den Arbeitgeber muss in der Regel eine Abmahnung vorausgehen. Drei Abmahnungen, wie oft angenommen wird, sind dafür nicht nötig.
Der Kündigung durch den Arbeitgeber muss in der Regel eine Abmahnung vorausgehen. Drei Abmahnungen, wie oft angenommen wird, sind dafür nicht nötig. © Robert Schlesinger / dpa Zentralbild / dpa
Bei Kündigungen unterscheidet man zwischen einer ordentlichen und einer außerordentlichen bzw. fristlosen Kündigung. Eine ordentliche Kündigung erfolgt mit einer Kündigungsfrist. Die Gründe können vielschichtig sein - von betriebsbedingten Gründen bis hin zu Arbeitsverweigerung oder Alkoholkonsum am Arbeitsplatz.
Bei Kündigungen unterscheidet man zwischen einer ordentlichen und einer außerordentlichen bzw. fristlosen Kündigung. Eine ordentliche Kündigung erfolgt mit einer Kündigungsfrist. Die Gründe können vielschichtig sein - von betriebsbedingten Gründen bis hin zu Arbeitsverweigerung oder Alkoholkonsum am Arbeitsplatz. © Tobias Hase/ dpa
Wer den Arbeitgeber bestiehlt oder andere "erhebliche" Pflichtverstöße begeht, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen.
Wer den Arbeitgeber bestiehlt oder andere "erhebliche" Pflichtverstöße begeht, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen. © Jens Büttner / dpa
Wer eine Kündigung in seinem Briefkasten vorfindet, der sollte sofort einen Anwalt einschalten. Nicht selten sind Kündigungen, etwa auf Grund von Formfehlern, unwirksam.
Wer eine Kündigung in seinem Briefkasten vorfindet, der sollte sofort einen Anwalt einschalten. Nicht selten sind Kündigungen, etwa auf Grund von Formfehlern, unwirksam. © Jens Kalaene / dpa
Egal ob die Kündigung rechtswirksam ist oder nicht: Melden Sie sich im Falle einer Kündigung schnellstmöglich bei der Agentur für Arbeit. Sonst droht eine Sperrzeit für das Arbeitslosengeld und es können Lücken im Versicherungsschutz entstehen.
Egal ob die Kündigung rechtswirksam ist oder nicht: Melden Sie sich im Falle einer Kündigung schnellstmöglich bei der Agentur für Arbeit. Sonst droht eine Sperrzeit für das Arbeitslosengeld und es können Lücken im Versicherungsschutz entstehen. © Jens Kalaene / ZB / dpa

Rubriklistenbild: © Monika Skolimowska/dpa

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