Nach einem Jahr

Unternehmer streicht Vier-Tage-Woche wieder: "Es war eine schreckliche Sache"

Eine Vier-Tage-Woche ist für viele Arbeitnehmer ein Traum: Weniger Arbeit für mehr Freizeit und gleich viel Gehalt. Ein Unternehmer hat es getestet - und rudert jetzt zurück.

Immer wieder versuchen sich Firmen an der Vier-Tage-Woche. Der Gedanke dahinter: Die verkürzte Arbeitswoche soll die Motivation und Konzentration der Mitarbeiter steigern und dafür sorgen, dass sie präziser arbeiten.

Während Firmen wie der Fondsgesellschaft Perpetual Guardian in Neuseeland die 32-Stunden-Woche austesteten und von den Ergebnissen begeistert waren, zeigte sich jedoch nun ein Unternehmer skeptisch gegenüber diesem Modell.

Unternehmer startete Vier-Tage-Woche - nach einem Jahr war schon wieder Schluss

Ryan Carson, Gründer und Geschäftsführer der Programmier-Weiterbildungsfirma Treehouse hat die Vier-Tage-Woche selbst ausprobiert. Am Anfang war er gerade wegen solch positiver Erfahrungen wie bei Perpetual Guardian davon überzeugt, dass es auch für seine Mitarbeiter das richtige Konzept sei. "Ich war ein Aushängeschild dafür", erklärte er auf GrowthLab Live. "Ich sagte: Vergesst die 40-Stunden-Woche, wir arbeiten 32 Stunden, denn wer sagt, dass wir das nicht können?"

Deshalb brauchten seine Mitarbeiter im Jahr 2015 nur noch vier Tage die Woche zur Arbeit erscheinen. Doch innerhalb kürzester Zeit bemerkte Carson, wie sehr das Modell der Arbeitsmoral schadete - dies fiel ihm vor allem an sich selbst auf: "Es war extrem schädlich für unser Geschäft und für unsere Mission. Es war tatsächlich eine schreckliche Sache."

Darum kehrte sein Unternehmen 2016 wieder zur 40-Stunden-Woche zurück. Der Umbruch sei kein Spaß gewesen, versicherte Carson im Gespräch. Das Scheitern nehme er auf seine Kappe. Obendrein würde er nun 65 Stunden in der Woche arbeiten. Wie er das schafft? Er ziehe klare Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben auf. Im Büro würde er nur ackern und Zuhause lasse er alles von sich abfallen.

Lesen Sie hier, wie es einem Naturkosmetik-Hersteller aus Tirol erging, als er die Vier-Tage-Woche einführte.

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Ranking: In diesen Berufen gibt es die meisten Urlaubstage

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In welchen Berufen dürfen sich Mitarbeiter über viele Urlaubstage freuen? In diesen Branchen haben die meisten Mitarbeiter satte 30 Tage im Jahr frei: © pixabay
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Platz 5: Halbleiter-Industrie (81 Prozent der Mitarbeiter haben 30 Tage Urlaub)  © dpa
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In diesen Berufen bekommen dagegen viele Mitarbeiter nur die Mindestanzahl von 24 Tagen Urlaub:  © pixabay
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