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So krank macht das moderne Leben

Die Lebens- und Ernährungsweise der westlichen Industrieländer hat zahlreichen Volksleiden den Weg geebnet. Einen Grund für den gegenwärtigen Anstieg vieler Erkrankungen sehen Experten in den starken Lebensweltveränderungen der letzten fünf Jahrzehnte.

Ein Großteil der Gesellschaft erledigte bis ins 20. Jahrhundert körperliche Schwerstarbeit, so beispielsweise im Bergbau oder der Landwirtschaft. In der Nachkriegszeit wandelte sich die Arbeitswelt. Die ehemaligen Industriearbeitsplätze wichen neuen Arbeitsverhältnissen mit zunehmender Beschäftigung in der Dienstleistungs- und Bürobranche.

Durch den damit verbundenen Bewegungsmangel sank der durchschnittliche Energieverbrauch auf etwa die Hälfte. Bei zeitgleich steigendem Nahrungsmittelangebot wuchs die Kalorienaufnahme. Experten sprechen bei dieser Entwicklung von einer natürlichen Reaktion auf die Hungerjahre zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Seit Anbruch der Konsumgesellschaft hat sich das Nahrungsmittelangebot nur noch gesteigert. Die Bürger haben sich von ehemaligen Nahrungsproduzenten in reine Konsumenten verwandelt.

Kein Bezug zur Nahrung

Obwohl man in deutschen Haushalten in der Regel noch immer drei Mahlzeiten serviert, sind feste Essenszeiten im Familienkreis durch den zunehmenden Zeitmangel eine Seltenheit. Essen wird kaum noch bewusst wahrgenommen und rückt immer weiter in den Hintergrund. Je weniger Zeit und Aufwand die Nahrungsaufnahme kostet, desto besser passt sie in den heutzutage stets vollen Terminkalender. 

Zwar lassen sich mithilfe moderner Küchengeräte wie dem Thermomix frische Zutaten schnell und einfach in leckere Speisen verwandeln. Dennoch neigt ein Großteil aller Haushalte zur Konzentration auf ungesundes Convenience Food aus der Tiefkühltruhe. Vor diesem Hintergrund verlernt die Gesellschaft den kompetenten, bewussten Umgang mit Lebensmitteln und verliert den Bezug zur Nahrung.

Krankheiten im Überfluss

Der moderne Lebensstil begünstigt nicht nur Übergewicht: Auch Folgeerkrankungen wie Diabetes mellitus basieren auf Risikofaktoren wie ungesunder Ernährung. Durch die Rückkehr zu mehr Bewegung und gesundem Essen lässt sich das persönliche Risiko für Volksleiden wie Herzkreislauferkrankungen erwiesenermaßen senken. 

Auch Krankheitsverläufe lassen sich durch Ernährungsanpassungen beeinflussen, teils sogar aufhalten. Da sich bestehende Krankheiten zwingend auf den Nährstoffhaushalt des Körpers auswirken, ist bewusste Ernährung mit bestimmten Referenzwerte in Krankheitsepisoden oft eine Notwendigkeit. Für Erkrankungen wie Nierenleiden gilt das ganz besonders. Ansonsten drohen Entgleisungen des Nährstoffhaushalts. Außerdem unterstützt nierenfreundliche Ernährung den Körper von Dialysepatienten bei der Entgiftung.

Gestörte Darmflora als Krankheitsbasis

Zucker- und fettreiche Ernährungsangewohnheiten sind durch den zeitmangelbedingten Rückgriff auf Fertigprodukte im 21. Jahrhundert weitverbreitet. Je einseitiger die Ernährung, desto weniger Bakterienarten leben in der natürlichen Darmflora des Menschen. Zahlreiche Wissenschaftler legen heutzutage einen Zusammenhang zwischen einer gestörten Darmflora und Erkrankungen aller Art nahe.

Neben ausgewogenen, idealerweise kaum verarbeiteten Nahrungsmitteln empfehlen zahlreiche Experten regelmäßige Fastentage. Während solcher Tage kann sich der Darm von der ständigen Überforderung erholen, der er durch ständiges Konsumverhalten unnatürlicher Weise ausgesetzt ist.

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