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Auf die Küchenhygiene achten und Campylobacter-Infektionen im Kreis Recklinghausen vermeiden

Recklinghausen - Mit dem Start in den Sommer steigt die Zahl der Campylobacter-Infektionen traditionell an. Der Rekordsommer 2018 mit seinem frühen Start sorgte im Kreis Recklinghausen für besonders viele Fälle. Grund ist oft eine mangelhafte Küchenhygiene.

Im Sommer wird in und um Recklinghausen nach Lust und Laune gegrillt. Doch in vielen Haushalten hatte das Grillen im vergangenen Jahr einen bitteren Beigeschmack. Schon zu Beginn des Sommers 2018 meldete der Kreis Recklinghausen ungewöhnlich viele Campylobacter-Bakterien. So wurden im Landkreis allein bis Mitte Mai schon insgesamt 253 Infektionen durch das Robert-Koch-Institut registriert, die durch Campylobacter-Bakterien verursacht wurden. Die Magen-Darm-Infektionen sind dabei keineswegs so ungefährlich, wie häufig vermutet wird.

Gerade für Personen, deren Immunsystem geschwächt ist, kann eine solche Infektion auch lebensbedrohlich sein. Der Anstieg der Infektionen ist für die Sommerzeit typisch. Ein Grund ist die oftmals mangelhafte oder unzureichende Hygiene in der Küche und beim Grillen. Die Campylobacter-Bakterien werden durch nicht durchgegartes Geflügelfleisch auf den Menschen übertragen. Aber auch wenn rohes Fleisch an Küchenutensilien zurückbleibt und nicht gründlich entfernt wird, können Infektionen dadurch ausgelöst werden.

2016 waren in und um Recklinghausen insgesamt 1105 Infektionen bekannt. Wie hoch die Zahl tatsächlich ist, lässt sich jedoch nicht sagen. Zwar gelten Infektionen, die durch Campylobacter-Bakterien ausgelöst wurden, als meldepflichtig, viele Betroffene gehen allerdings bei Auftreten der Beschwerden nicht zum Arzt. Oft wird auch kein Test auf die Infektion durchgeführt.

Die Übertragung von Campylobacter-Bakterien passiert schnell. So reicht schon Spritzwasser aus, um sie in der Küche zu verteilen. Um das zu vermeiden, sollte Grillfleisch prinzipiell mit Küchenkrepp nur abgetupft und eben nicht abgespült werden. Beim Abspülen entsteht immer Spritzwasser, mit dem dann rasch die Bakterien in der gesamten Küche verteilt werden. Weiterhin sollten Bretter und Messer für rohes Fleisch nicht für gegarte Produkte verwendet werden. Gerade im Auftauwasser des Geflügel-Fleisches befindet sich eine hohe Zahl der Bakterien. Das Wasser muss daher schnellstmöglich entsorgt werden.

Bevor benutzte Messer im Messerblock verstaut werden, werden sie mit Spülmittel und heißem Wasser gründlich gereinigt. Dabei gilt es darauf zu achten, dass keinerlei Fleisch-Rückstände im Messerblock landen, indem sie an der Klinge haften bleiben. Auch Zerkleinerer müssen gründlich gereinigt werden. Damit die Reinigung besonders pflegeleicht ist, sollten Zerkleinerer spülmaschinengeeignet sein. Ansonsten werden die Zerkleinerer von Hand in heißem Wasser gereinigt. Es kann helfen, die Utensilien vorher ein zu weichen. Nachdem er mit einem Schwamm gründlich gereinigt wurde, wird er noch einmal mit fließendem Wasser abgespült.

Grundsätzlich sollten Holzbretter, mit denen rohes Geflügelfleisch geschnitten wird, nicht anderweitig genutzt werden. In die Fasern des Holzes dringt schnell Fleischsaft ein, sodass die Campylobacter-Bakterien auf das Brett übertragen werden. Wer dann darauf Gemüse oder andere Beilagen schneidet, transportiert die Bakterien automatisch auf diese und nimmt sie zu sich. Auch die Holzbretter werden anschließend gründlich mit heißem Wasser gereinigt. Pflegeleichter sind übrigens Bretter aus Kunststoff.

Geflügelfleisch muss außerdem immer komplett durchgebraten werden. Die gefährlichen Campylobacter-Bakterien sterben, sobald das Fleisch 10 Minuten lang bei 70 Grad Celsius gegart wird. Es reicht nicht aus, das Fleisch zu frosten, um Bakterien dieser Art abzutöten. Die Campylobacter-Bakterien gelten zwar als temperaturempfindlich. Das betrifft allerdings nur die hohen Temperaturen. Neben Geflügelfleisch kann auch Schweinefleisch die Bakterien übertragen. Auch dieses sollte deswegen vor dem Verzehr immer graurosa gebraten werden. Erst dann ist es so ausreichend gegart, dass eine Übertragung nicht mehr möglich ist.

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