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Neue Fondsbesteuerung seit 2018: Das gibt es zu wissen

Wer bis vor dem 1. Januar 2018 Gewinne aus ETFs oder Aktienfonds erzielte, der wusste, dass in weiterer Folge die Abgeltungssteuer (25 Prozent), Soli und eventuell die Kirchensteuer abgezogen wurden.

Seit 1. Januar 2018 gibt es jedoch - aufgrund der - andere Regeln. Die Reform betrifft vorwiegend Aktien-, Immobilien- und Mischfonds. Doch worauf müssen Anleger jetzt achten?

Worauf Anleger jetzt achten müssen

Unterschiedliche Strategien, unterschiedliche Fonds, unterschiedliche Besteuerungen. Während sich Anleger noch immer mit den verschiedensten Strategien und auch dem befassen, so gibt es zumindest bei der Besteuerung nun ein paar Vorteile. Jeder Fonds wird nach derselben Systematik - einer jährlichen Pauschale - besteuert. So muss sich der Anleger also bei der Steuererklärung keinerlei Gedanken mehr machen, ob Dividenden ausgeschüttet wurden oder um welchen Fonds es sich handelt.

Wer einen hat, der muss sich ebenfalls auf keinerlei Veränderungen einstellen. Wer nämlich im Rahmen einer fondsgebundenen Renten- oder Lebensversicherung anspart, der genießt auch jetzt noch den Vorteil, dass die Zinsen und Dividenden, solange man sich in der Ansparphase befindet, steuerfrei sind. Eine Besteuerung erfolgt erst nach Auszahlung der Summe.

Die Vorabsteuer

Das Finanzamt will vermeiden, dass der Anleger die Erträge erst im Zuge des Verkaufs versteuern muss. Nun wurde ein Weg gefunden, damit die Beträge schon im Vorfeld besteuert werden. Die Bank überprüft die Fondsanteile des Anlegers und ermittelt den Wert der Fondsanteile, der sich zu Beginn des Jahres im Depot befindet. Daraus - und auch anhand des Anlagezinses von der Bank - berechnet das Geldinstitut sodann die Basis für die Vorabsteuer und übermittelt in weiterer Folge die Abgeltungssteuer an das zuständige Finanzamt. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus ist jedoch die Vorabsteuer, die der Anleger einmal im Jahr bezahlen muss, für das Jahr 2018 noch recht gering.

Beträgt das Fondsguthaben rund 10.000 Euro, so würde die Vorabsteuer gerade einmal 11 Euro ausmachen. Kommt der Sparer nicht über den Freibetrag und hat einen Freistellungsauftrag bei der Bank gestellt, so muss er die Vorabsteuer zudem gar nicht entrichten. Derzeit liegt der Freibetrag bei 801 Euro (Singles) oder 1.602 Euro (Verheiratete). Verkauft der Anleger den Fonds, so kommt es zur Anrechnung der Vorabsteuer - der Sparer muss also keinesfalls eine doppelte Abgeltungssteuer entrichten.

Die Teilfreistellung

Je nach Art des Fonds werden Teile der Erträge, die im Jahr 2018 anfallen, steuerbefreit sein. Handelt es sich um einen klassischen Aktienfonds, so sind 30 Prozent auf die Dividenden und Gewinne steuerfrei - das Finanzamt spricht hier von der sogenannten Teilfreistellung. Dabei wird dahingehend argumentiert, dass jene Fonds, die in Deutschland aufliegen, ab dem Jahr 2018 eine Kapitalertragssteuer auf die Dividenden der deutschen Aktien bezahlen müssen - der Anleger muss zudem keine Quellensteuer über den Steuerausgleich beantragen. Doch wer profitiert von der Teilfreistellung? Vorwiegend jene Anleger, die in Fonds investieren, deren Gewinne aber höher als die Dividenden sind.

Der Freibetrag beläuft sich auf 100.000 Euro

Ein Anleger, der schon vor dem Jahr 2009 in einen Fonds investiert hat, musste seine Gewinne bislang nicht versteuern. Seit 2018 müssen die Erträge jedoch versteuert werden. Das Finanzamt will hier aber nicht die kleineren Anleger angreifen, sodass ein Freibetrag von 100.000 Euro besteht. Werden die Fondsanteile verkauft und es kommt eine Summe unter 100.000 Euro zustande, so bleibt dieser Betrag steuerfrei.

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