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Neue Nestlé-Studie: An Ernährung scheiden sich die Geister

Laut der Nestlé-Ernährungsstudie 2019 hängt das Interesse an bewusster Ernährung von der sozialen Schicht ab. Dasselbe gilt offenbar für die Ernährungsgewohnheiten innerhalb der Bundesrepublik, die immer weiter polarisieren.

Ernährungsangewohnheiten einer individualisierten Gesellschaft

Von Schnellgerichten aus gesunden Zutaten über Superfoods bis hin zu Krankheiten durch zu viel Convenience Food: Ernährung ist inzwischen ein allgegenwärtiges Thema in öffentlichen Debatten und Magazinartikeln. Zu allgegenwärtig, wenn es nach der sozial schwächeren Schicht geht. So legen zumindest die Ergebnisse der Nestlé-Ernährungsstudie nahe.

Auch unabhängig von der Schichtzugehörigkeit sprechen die Studienverantwortlichen von einer zunehmend heterogenen Entwicklung, was die Ernährung in Deutschland betrifft. Die Studienergebnisse weisen auf eine Individualisierung der deutschen Gesellschaft hin, die immer individuellere Lebenssituationen, Bedürfnisse und Ernährungstendenzen zur Folge hat.

Ernährungsfragen teilten Deutschland

Immerhin 65 Prozent aller Befragten gaben gegenüber Nestlé an, sich für Ernährungsbelange zu interessieren. Während in der höheren Schicht ganze 81 Prozent hohes Interesse erklärten, ist in den sozial schwächeren Schichten nicht einmal halb so viel Interesse vorhanden. Diese Polarisierung hat sich laut den Studienverantwortlichen im vergangenen Jahrzehnt verstärkt. Ein nicht zu unterschätzender Anteil aller sozial schwächeren Menschen gab sogar an, der heutzutage verbreitete Wirbel um sämtliche Ernährungsthemen gehe ihnen auf die Nerven. Ähnliche Unterschiede wie die Ernährungsstudie abhängig von der Schicht dokumentierte, stellten sich auch hinsichtlich der Geschlechter heraus.

Insgesamt essen deutsche Frauen offenbar gesünder und legen zu 72 Prozent Wert auf bewusste Ernährung. Bei den Männern sind es demgegenüber nur 58 Prozent. Fleisch steht auf dem männlichen Speiseplan noch immer im Fokus, während Obst und Kochideen für leichte Küche bei jeder zweiten Frau zum Alltag gehören. Nur die wenigsten Männer verfolgen mit ihrer Ernährung außerdem konkrete Ziele. Im Unterschied dazu ernährt sich immerhin die Hälfte aller Frauen zielgerichtet und will höhere Fitness oder bessere Gesundheit erreichen.

Kaum noch in der Gemeinschaft

Eine Konstante bleibt im vergangenen Jahrzehnt der hohe Wert, den mehr als die Hälfte aller Deutschen gemeinsamen Mahlzeiten mit der Familie beimisst. Trotzdem essen immer mehr Menschen in Deutschland alleine. Vor Hintergründen wie Zeitdruck, steigender Erwerbsquote und entstrukturierten Tagesabläufen ist das gemeinschaftsstiftende Element des Essens laut der Nestlé-Ernährungsstudie bedroht.

Das gemeinsame Familienessen wird offenbar zunehmend von Restaurantbesuchen abgelöst. Mehr als die Hälfte aller Befragten gab gegenüber Nestlé an, aus Genuss-Gründen Restaurantessen zu bevorzugen. Die Studienverantwortlichen erkennen den Restaurantbesuch in diesem Kontext als Auszeit von einem immer stärker fordernden Alltag und erkennen hinter mittäglichen Restaurantaufenthalten mit Arbeitskollegen beispielsweise auch kommunikative Beweggründe.

Entstrukturiert aber qualitätsbewusst

Feste Gewohnheiten verschwinden scheinbar aus dem Ernährungsalltag. Nur die Hälfte aller Befragten kocht noch täglich und bloß 39 Prozent nehmen mittags warme Mahlzeiten zu sich – in mehr als der Hälfte aller Fälle außer Haus. Der Verzicht auf feste Essenszeiten und die immer spontanere Natur sind insbesondere unter Jugendlichen verbreitet, aber auch in Familien mit Kindern sind mittlerweile entsprechende Tendenzen zu beobachten. Zumindest bemühen sich immer mehr Mütter, Gerichte aus frischen Zutaten zuzubereiten: sogar 33 Prozent mehr als noch vor einer Dekade.

Nicht nur auf die Frische der Zutaten wird heutzutage wieder mehr Rücksicht genommen, sondern auf die Gesamtqualität verwendeter Lebensmittel. Bio liegt laut Nestlé weiterhin im Trend, denn trotz immer selteneren Kochtendenzen steigen in der Bundesrepublik die Ansprüche an Lebensmittel.

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