Neue WM-Hoffnung für Pizarro

In die Annalen der Bundesliga ist Claudio Pizarro längst eingegangen, doch so allmählich nähert sich der 39-jährige dem Ende einer glanzvollen Karriere. Die Hoffnung auf einen ersten und zugleich letzten für sein Heimatland Peru hatte er trotz Nominierung auf Abruf wohl schon aufgegeben – bis die Dopingsperre für Perus Kapitän, Stürmer Paolo Guerrero, sowie der nach einer Verletzung schwächelnde Renato Tapia seine Chancen rapide steigen ließ.

Zuletzt hatte Peru im Jahr 1982 die Endrunde bei der Fußballweltmeisterschaft erreicht. Wie die Chancen der Südamerikaner und die der anderen WM-Teilnehmer in Russland eingeschätzt werden, wird sich noch diverse Male ändern, aber als Favoriten werden wohl auch bei wieder die üblichen Verdächtigen gelten.

Egal, wie es ausgeht, der Einsatz in Russland wäre der krönende Abschluss für Pizarro, der fast zwei Jahrzehnte in der Bundesliga hinter sich hat. Zurzeit ist der Mittelstürmer noch beim . Den Einstieg in das Spiel machte er mit zwölf Jahren, als er in die Academica Deportiva Cantolao, eine Jugendakademie mit Fußballverein, eintrat. Obwohl er sich am Anfang für diverse Sportarten begeistert hatte, blieb es für ihn jetzt beim runden Leder. Mit 17 Jahren wurde er dann Profi beim peruanischen Erstligisten Deportivo Pesquero und zeigte sein Talent schon rasch mit zwei Toren gerade mal zwei Wochen nach seinem Debüt.

Nach knapp drei Jahren in Peru holte Werder Bremen den begabten jungen Stürmer in die Bundesliga. Pizarro dankte es dem Verein und den Fans mit zehn Toren in 19 Spielen in seiner ersten Saison in Norddeutschland. Im Jahr darauf schoss er sogar 19 Tore in 31 Spielen und machte damit seinen nächsten Verein Bayern München auf sich aufmerksam. Mit den Bayern holte Pizarro 2001 den Weltpokal, 2004 den DFB-Pokal und in den Jahren 2003, 2005 und 2006 gar das „Double“ (Meisterschaft und DFB-Pokal im selben Jahr). 2007 dann lief sein Vertrag in München aus, und er lehnte ein neues Angebot ab. Stattdessen ging zum FC Chelsea, wurde aber meist nur eingewechselt und fand auf britischem Boden nicht den gleichen Erfolg. Chelsea lieh ihn daraufhin an Werder Bremen aus, wo er in der Saison 2008/2009 mit 17 Toren erfolgreichster Torschütze wurde und mit seinem alten Verein den DFB-Pokal gewann.

Am 18. August 2009, drei Tage nach Saisonbeginn in der Premier League, stimmte Chelsea seiner Rückkehr nach Bremen zu.

Auf vertrautem Boden entfaltete Pizarro schnell seinen alten Zauber und schoss in den nächsten drei Jahren 43 Tore. Damit löste er 2012 Giovane Elber als bester ausländischer Torschütze in der Bundesliga ab, ehe er zum FC Bayern München zurückkehrte. Seine letzte Saison im Süden beendete er 2015 mit seinem sechsten Meistertitel mit den Bayern.

Nach zwei Monaten ohne Verein unterschrieb er erneut bei Werder Bremen, und seit der vergangenen Saison spielt er beim 1. FC Köln.

Drei deutsche Fußball-Rekorde hält der Peruaner, der durch einen italienischen Großvater auch die italienische Staatsangehörigkeit besitzt, inzwischen. Er ist nicht nur der erfolgreichste Torschütze der Werderaner, sondern auch der am häufigsten eingesetzte ausländische Spieler in der Bundesliga und noch immer der erfolgreichste Torschütze der Bundesliga.

Auch für Peru hat Pizarro sein Bestes gegeben. 85 Spiele in der Nationalmannschaft hat er hinter sich. Nur eine WM-Teilnahme fehlt ihm noch, doch mit etwas Glück kann er auch diese im Juni in Russland für sich verbuchen. Das Auftaktspiel der Peruaner findet am 16. Juni gegen Dänemark statt.

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