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NRW: Gute berufliche Chancen für Quereinsteiger

Landauf, landab klagt die Wirtschaft über den Fachkräftemangel. Auch in Nordrhein-Westfalen. Ein Ende der Misere ist nicht in Sicht. Um eine bei der bei der Bundesagentur für Arbeit ausgeschriebene Position zu besetzen, müssen Arbeitgeber in NRW derzeit durchschnittlich 101 Tage warten. Studien gehen davon aus, dass bis 2030 rund 670.000 Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt fehlen werden.

Des einen Freud, des anderen Leid: Während Unternehmen mit dieser für sie schwierigen Lage hadern, können Jobsuchende sich das beste Angebot aussuchen. Selbst dann, wenn ihr Werdegang nicht ohne Umwege verlaufen ist. Bei renommierten Unternehmen wie Swiss Life Select oder der Deutschen Bahn können auch Quereinsteiger und Studienabbrecher beruflich durchstarten.

Hohe Zahl an Studienabbrechern

Etwa ein Drittel (circa 30 Prozent) aller Bachelorstudenten bricht das Studium vorzeitig ab – an den Fachhochschulen etwas weniger, an den Unis etwas mehr. Hoher Leistungsdruck und fehlende Motivation stehen bei den Begründungen an den ersten Stellen. Andere bemerken, dass sie doch lieber gleich in Vollzeit arbeiten wollen.

Solchen Quereinsteigern gibt zum Beispiel der Hannoveraner Finanzdienstleister Swiss Life Select eine Chance. Junge Leute, die ebenso gern mit Menschen wie mit Zahlen umgehen, können bei Swiss Life Select spezielle Management-Trainee-Programme durchlaufen. Nach einer Ausbildung, die sehr viele Praxiselemente enthält, steigen die Absolventen als Finanzanlagenfachmann oder geprüfter Versicherungsfachmann (IHK) in der Finanzbranche ein – ob nun bei Swiss Life Select und einem anderen Unternehmen.

Quereinsteiger in Unternehmen und Behörden

Ein weiteres Unternehmen, in dem Seiteneinsteiger eine Chance bekommen, ist die Deutsche Bahn – sie wirbt sogar in einem eigenen Bereich im Bahn-Jobportal um Studienabbrecher. Besonders begehrt sind Personen aus Bereichen mit viel Kundenkontakt (Hotelgewerbe, Gastronomie) und mit technischem Hintergrund (Industriemechaniker, Elektriker).

Interessant ist auch die Möglichkeit, als Quereinsteiger in den Schuldienst des Landes Nordrhein-Westfalen zu wechseln. Zu diesem Zweck bietet NRW eine eigene berufsbegleitende Ausbildung an. Und wer seine berufliche Zukunft eher als Erzieher sieht, kann auch dies verwirklichen: im Rahmen einer dreijährigen Fachausbildung – der sogenannten Praxisintegrierten Ausbildung (PIA) – in Verbindung mit einer bezahlten Stelle im sozialpädagogischen Bereich. Absolventen können dann als staatlich anerkannte Erzieher arbeiten.

Positive Aspekte der Neuorientierung

Daneben halten zahlreiche weitere Unternehmen und staatliche Institutionen Angebote für Studienabbrecher bereit. Wichtig ist dabei für den Jobsuchenden, den Bruch im Lebenslauf nicht zu verschweigen, sondern dazu zu stehen. Bewerber können den vermeintlichen Makel auch zu ihrem Vorteil nutzen, wenn sie im Vorstellungsgespräch auf die positiven Aspekte ihrer Entscheidung hinweisen. Auf die Fähigkeit etwa, einen eingeschlagenen Weg als falsch zu erkennen und dies zu korrigieren. Und auf den Mut, neue Herausforderungen zu suchen und anzunehmen.

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