+

Lob von Ökonomen: Deutschland verfolgt den richtigen Ansatz in Sachen Vaping

Es kommt nicht oft vor, dass Volkswirte aus dem internationalen Raum Deutschland für seine Politik loben. Meist äußern sich die Beobachter kritisch, etwa zum Exportüberschuss der Deutschen, der als eine Belastung für die übrigen EU-Länder gesehen wird.

Peter Navarro, der Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, warf der Bundesrepublik vor gar nicht allzu langer Zeit sogar Währungsmanipulation vor. Und liberalen Ökonomen ist Deutschland oft aufgrund von strengen Gesetzen ein Dorn im Auge. Jetzt hat die Bundesregierung endlich einmal Lob aus dem Ausland kassiert. Die Regulierung von e-Zigaretten in Deutschland sei ein hervorragendes Beispiel dafür, wie eine liberale Politik Wirtschaft und Gesellschaft nutzen könne. Worauf basiert diese Aussage? 

Zunehmende Beliebtheit von e-Liquids 

Seit ihrer Einführung im Jahr 2007 haben e-Zigaretten im europäischen Raum stetig an Bedeutung gewonnen. Um das Vapen, so die englische Bezeichnung, ist eine richtige Subkultur entstanden. Die zahlreichen Anhänger dieses Hobbys sind nicht nur auf der Suche nach einem Ersatz für die zunehmend unbeliebten Zigaretten. Sie stellen sich liebevoll ihr individuelles Dampfgerät zusammen und tauschen sich untereinander über die Technik aus. Außenseiter verlieren den Durchblick spätestens bei der Frage, welches Produkt als bester RTA Verdampfer auf dem Markt gilt. Dieser Enthusiasmus treibt die Entwicklung der Branche schnell voran. Immer mehr Unternehmen spezialisieren sich auf Zubehör für die Vaping-Community. Die Verbreitung des Vapens ist aber von Land zu Land unterschiedlich. 

Entspannte Gesetzeslage ermöglicht Wachstum 

In Europa nimmt ausgerechnet Deutschland eine Vorreiterstellung ein, ein Land das ansonsten eher als konservativ gilt. Das dürfte vor allem daran liegen, dass die Gesetzeslage hier deutlich weniger streng ist als in anderen Ländern. Einige Länder verfolgen den Ansatz, den Konsum von e-Zigaretten ähnlich stark einzuschränken wie den herkömmlicher Tabakprodukte. Das führt beispielsweise zum Verbot des öffentlichen Dampfens oder zu Werbeverboten. Das bremst nicht nur die Entwicklung dieses neuen Wirtschaftszweiges aus, sondern schränkt auch die Wahlmöglichkeiten der Bevölkerung ein. In Deutschland ist das bislang nicht der Fall. Während Kritiker für eine strengere Gesetzgebung plädieren, hat gerade diese Tatsache jetzt zum Lob der Ökonomen geführt. 

Vaping und die Gesundheitspolitik 

Der rechtliche Umgang mit dem Thema Vaping ist nicht nur unter wirtschaftlichen Aspekten relevant. Auch für die Gesundheitspolitik ist die Frage von großer Bedeutung. Denn in den letzten Jahren haben zahlreiche Raucher ihren Tabakkonsum zu Gunsten des Vaping reduziert oder ganz eingestellt. Da die Wissenschaft größtenteils davon ausgeht, dass die gesundheitlichen Risiken durch e-Liquids deutlich geringer sind als die von Tabakrauch, könnte das enorme Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung haben. Für viele Menschen, die auf den Nikotingenuss nicht verzichten wollen, stellt das Vapen erstmals eine echte Alternative zum Rauchen dar. Während Nikotinpflaster allenfalls als Entwöhnungshilfe taugen, stellt das Vapen einen längerfristigen Ersatz für Zigaretten dar. Viele ehemaligen Rauchern gelingt schließlich sogar über den Umstieg auf nikotinfreie Liquids ganz der Ausstieg. Ein Land, das den Verkauf von e-Zigaretten ähnlich restriktiv handhabt wie den von Tabak, verzichtet unter Umständen auf diese Vorteile. Kritiker bemängeln zwar, dass auch das Vapen gesundheitlich nicht völlig unbedenklich ist. Eine effektivere Lösung für die Gesundheitsgefährdung durch Tabakprodukte bleiben sie aber in der Regel schuldig.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Nikolausmarkt in "Ost": Verkäufer haben die Spendierhosen an
Nikolausmarkt in "Ost": Verkäufer haben die Spendierhosen an
Wildschweine in Recklinghausen, Fahndung nach tödlichem Angriff in Augsburg und Tim Mälzer pöbelt
Wildschweine in Recklinghausen, Fahndung nach tödlichem Angriff in Augsburg und Tim Mälzer pöbelt
Warum der Nikolausumzug in Marl-Hüls ein Treffen der Generationen ist
Warum der Nikolausumzug in Marl-Hüls ein Treffen der Generationen ist
Keine Spieler - Horst-Emscher sagt Spiel bei Vestia Disteln ab
Keine Spieler - Horst-Emscher sagt Spiel bei Vestia Disteln ab
In dieser Form ist der FC Marl nach der Winterpause wieder ein Meisterschaftskandidat
In dieser Form ist der FC Marl nach der Winterpause wieder ein Meisterschaftskandidat

Kommentare