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Operationen: Die Risiken sinken

Viele Menschen in Deutschland haben panische Angst vor operativen Eingriffen. Nicht jeder der Betroffenen hat das Glück, ein Leben lang von dem tatsächlichen Szenario verschont zu bleiben. Oftmals ist die OP erforderlich, um die Gesundheit langfristig bewahren zu können. Doch welche Ängste sind in Anbetracht der Risiken wirklich berechtigt? Und an welcher Stelle kann für Beruhigung gesorgt werden? Wir werfen einen Blick auf die wichtigen Facetten dieses Themas.

Neue medizinische Entwicklungen

Tatsächlich wäre es falsch, eine Operation als völlig frei von jedem Risiko zu betiteln. Dies zeigt bereits der Blick auf die Entscheidungen der Ärzte. Diese geben den Weg bis in den OP-Saal nur dann frei, wenn ein allgemein guter Gesundheitszustand die sichere Grundlage für den Eingriff bieten kann. Medizinische Schwächen des Patienten können sehr leicht dazu führen, dass ein bereits geplanter Eingriff verschoben wird, um kein noch größeres Risiko in Kauf nehmen zu müssen.

Gleichsam ist es notwendig, zwischen den unterschiedlichen Eingriffen noch einmal klar zu differenzieren. Ein Eingriff am Knie ist allgemein mit einem geringeren Risiko behaftet, als eine OP am offenen Herzen. Erst unter der Voraussetzung, dass auch diese Differenzen mit in die persönliche Entscheidung einfließen, ist es am Ende möglich, zu einem zutreffenden Gesamtbild zu kommen.

Nach wie vor kursieren viele Zahlen bezüglich der verschiedenen Risikofälle, die mit einem operativen Eingriff in Verbindung stehen können. Mediziner raten immer wieder, sich nicht zu sehr von diesen Fakten beeindrucken zu lassen, die ohne jede Relation zur Zahl der vielen erfolgreichen Eingriffe dargestellt werden. Gleichsam sind die bedeutenden Fortschritte in der modernen Medizin dafür verantwortlich, dass sich das Risiko der Patienten reduzierte.

Blutungen bleiben ein Risiko

Bei praktisch allen Operationen ist eine Verletzung der Blutgefäße sehr wahrscheinlich. Bereits ein Eingriff, der nur durch ein kleines Loch in der Haut durchgeführt werden kann, sorgt für unnatürliche Blutungen. Operationen in besonders sensiblen Bereichen, wie zum Beispiel dem Penis, bringen daher ein besonderes Risiko mit sich. Eine solche OP war in der Vergangenheit zum Beispiel beim Krankheitsbild der Peyronie erforderlich. Hierbei handelt es sich um eine krankhafte Krümmung des Penis. Diese wird durch die Einlagerungen von Plaques unter den Schwellkörpern hervorgerufen, die im Laufe der Zeit weiter anwachsen können.

Zuletzt war die OP der einzige Weg, um den Betroffenen zu helfen, die zumeist unter großen Schmerzen und einem enormen psychischen Druck leiden. Ein genannter Extender schuf dazu nun die lang ersehnte Alternative. Dank des Hilfsmittels ist auch die mechanische Behandlung der Erkrankung möglich, welche für die Patienten ein sehr viel geringeres Risiko mit sich bringt. Dies liegt daran, dass bei der Operation sehr leicht Blutgefäße oder gar Nervenbahnen verletzt werden können. Die Wirksamkeit der mechanischen Behandlung mit dem Extender wurde in einer Studie bereits getestet. Über einen Zeitraum von drei Monaten waren die Teilnehmer dazu in der Lage, die Krümmung im Durchschnitt um 31 Grad zu verringern und dadurch wesentliche Vorteile bei der Behandlung der Peyronie zu erzielen. Nach diesem Muster könnte es in den nächsten Jahren bei vielen weiteren Krankheiten gelingen, eine Alternative zu der von Risiken behafteten Operation zu finden.

Nicht jede Komplikation ist folgenschwer

Sehr viele Patienten, die sich einem operativen Eingriff unterzogen haben, müssen in der Folge mit Übelkeit kämpfen. Diese stellt sich gerade in den Stunden nach dem Erwachen aus der Narkose besonders häufig ein. In verschiedenen Studien wurde das Phänomen gerade im englischsprachigen Raum bereits sehr genau untersucht, wo es als „post operative nausea and vomiting“ (PONV) bekannt ist.

In erster Linie handelt es sich hier um ein Phänomen, welches den Betroffenen sehr unangenehm ist. An und für sich sind jedoch keine größeren Risiken damit verbunden. Ärzte sind dennoch gewillt, das Erbrechen, welches in der Regel eine Reaktion auf die enthaltenen Wirkstoffe darstellt, einzudämmen. Dies liegt daran, dass der Verlust von Flüssigkeit und Nährstoffen zur Schwächung des Patienten führen kann, die in der Situation nach der OP keineswegs erwünscht ist.

Schmerzen lassen sich behandeln

Jede Operation kann per se als ein unnatürlicher Eingriff in die Konstitution des Körpers verstanden werden. Aus diesem Grund ist selten zu vermeiden, dass auch Schmerzen auftreten, auf welche die Patienten nicht eingestellt sind. Natürlich ist es nicht die Zeit im Operationssaal, die dabei das große Risiko darstellt. Erst das Nachlassen der narkotischen Wirkung im Krankenzimmer bringt die Patienten häufig an diese Form der Belastung heran. In dieser Situation ist es zum einen das allgemeine Empfinden der Patienten, welches durch die Schmerzen ganz klar negativ beeinflusst wird.

Auf der anderen Seite wurden einige Untersuchungen in die Wege geleitet, um den Einfluss der Schmerzen auf den allgemeinen Verlauf der Heilung zu erklären. Dabei wurde klar gezeigt, dass der Prozess der Genesung langsamer verläuft, wenn der Patient dabei starke Schmerzen wahrnimmt. Auch aus diesem Grund ist eine sehr gründliche Nachsorge erforderlich, um dieses persönliche Risiko so gut wie möglich aus der Welt schaffen zu können und die negativen Folgen für die Patienten zu reduzieren.

Die Wundinfektion

Der operative Eingriff ist per se verbunden, die keine Gefahr für die Gesundheit darstellen muss. In den meisten Fällen wird die Naht von den Chirurgen sorgsam verschlossen und heilt in den nächsten Tagen und Wochen unter dem Verband. Doch nicht immer ist es möglich, auf einen solch idealen Verlauf zu setzen.

Wird die Infektion der Wunde erst einmal festgestellt, so geht es darum, diese gründlich zu reinigen und zu desinfizieren. Erst in einem nächsten Schritt wird sie erneut verbunden. Um Rötungen, Schwellungen oder Eiterbildung möglichst früh erkennen zu können, wird der behandelnde Arzt von nun an die Frequenz der Kontrollen noch einmal deutlich in die Höhe schrauben. Auf diese Art und Weise soll für zusätzliche Sicherheit zu den Gunsten des Patienten gesorgt werden.

Trotz der großen medizinischen Fortschritte in den vergangenen Jahrzehnten bleiben diese Risiken also zunächst bestehen. Für die Patienten sollte dies nicht den bewussten Verzicht auf die Operation bedeuten. Schließlich überwiegen in jedem Fall die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit.

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