Optik-Tuning: So wird das Auto zum Blickfang

Wer sich mit seinem Wagen aus der Masse abheben will, hat viele Optionen. Darunter auch solche, die das Auto nicht dauerhaft verändern.

Weiß, schwarz, (silber-)grau, dazwischen ein paar „mutige“ Sprenkel in vorsichtigen Erdtönen wie dunkelblau oder braun. Wahrlich, die späten 2010er sind, was angeht, ziemlich tristes Mittelalter. Das konnten wir schon mal besser. Kaum einer der Ü-35-Generation, der sich nicht an Papas quietsch-orangen Opel Kadett erinnert oder den grasgrünen Golf 1 den der große Bruder zum 18. bekam. Doch selbst wer als Autokäufer heute derart Farbe bekennen will, hat ein Problem, denn die meisten Hersteller haben ausschließlich Gedecktes im Repertoire. Beispielsweise der neue X3: . Wer etwas mehr Leben auf dem Blech benötigt, muss sich deshalb nach Alternativen umschauen – und die liefert der folgende Artikel.

1. Das kleine Tüpfelchen: Aufkleber

Wer früher irgendetwas von Werkzeug bis Ersatzteil kaufte, konnte sicher sein, dass ihm das Unternehmen mindestens einen Aufkleber mit in die Tüte packte. Was so manches Auto-Heck der 80er zum wahren Sticker-Album machte, landete bei anderen auf der Mülltonne und machte das Straßenbild nicht minder bunt. Diese Kostenlos-Kultur ist heute leider vorbei, denn selbst für Aufkleber mit ihrem Namen drauf verlangen manche Firmen Geld. In einer solchen Zeit muss man den umgekehrten Weg gehen, und sich seine eigenen Sticker machen lassen. Denn Autoaufkleber sind heute nicht mehr nur für die Betriebsflotte des nächsten Installateur-Betriebs, sondern auch in Einzelstücken für Privatleute erschwinglich. Und dann ist die Sache einfach: Ein gutes Motiv im Netz aussuchen (), zum Aufkleber machen lassen und ab damit aufs Auto. Das Anbringen ist auch für Laien :

  1. Auto gut waschen
  2. Stelle mit Glasreiniger und Küchenrolle nochmals reinigen
  3. Aufkleber vom Trägerpapier ziehen, an einer Seite ansetzen
  4. Aufkleber der Länge nach leicht auflegen
  5. Mit einer Stoff-umwickelten Kreditkarte von innen nach außen die Luftblasen zwischen Auto und Aufkleber herausdrücken

Zuletzt entfernt man noch das Übertragungspapier und der Sticker sitzt bombenfest – lässt sich aber bei Bedarf auch wieder ablösen. Auf Glas mit einer Rasierklinge, auf Lack mit einem speziellen Folien-Radierer. Wer es noch einfacher und flexibler will, setzt statt auf Aufkleber auf Magnetfolien. Die können sich ähnlich frei bedrucken lassen, sind aber in Sekundenschnelle angebracht und wieder entfernt.

2. Die grobe Kelle: Umlackieren

Natürlich, was irgendwann auf der Fertigungsstraße des Herstellers durch die Reihen der Lackier-Roboter lief, lässt sich ebenso wieder in einer anderen Farbe lackieren. Und schaut man sich an, , wird dabei die Farbwahl zur schwierigsten Entscheidung. Doch wer dadurch jetzt auf den Geschmack gekommen ist, der sollte nicht blind nach dem nächsten Lackierbetrieb googeln, denn der bunten Vielfalt stehen einige extreme Nachteile entgegen:

  1. Es ist bei geleasten Autos schlicht verboten, weil man diese Fahrzeuge nur gemietet hat
  2. Das Umlackieren ist ein aufwendiger Job, denn es müssen Fahrzeugteile abgebaut und abgeklebt werden. Das alles kostet immense Summen
  3. Autos sind auch im Motorraum und unter den Verkleidungen lackiert. Will man es richtig machen, müsste man den Wagen bis auf die Rohkarosse zerlegen lassen

Schon für eine Mittelklasse-Limousine muss man deshalb mit Kosten von bis zu 5000 Euro rechnen. Immer noch nicht abgeschreckt? Dann sollte man auch noch bedenken, dass einem selbst vielleicht die Farbgebung mit dem kryptischen Namen „Candy Apple Red Explosion“ gefällt. Aber was, wenn der Wagen verkauft werden soll? Hier gilt, je extremer der Lack, desto stärker der Wertverlust des Fahrzeugs. Aus dem Grund sind auch schon seit Jahren silber und nicht mehr weiß – weil diese Farbe einfach einen höheren Wiederverkaufswert hat.

3. Für Zaghafte: Folieren

Farbe bekennen ohne all die Nachteile einer Umlackierung und vor allem deren Dauerhaftigkeit. Das geht seit einigen Jahren durch die Folierung, fachmännisch als Car-Wrapping (Auto-Einwickeln) bezeichnet. Die Sache ist schnell erklärt: Dabei handelt es sich grob gesagt um einen XXL-Aufkleber, der das ganze Fahrzeug abdeckt. Doch weil das mit einem Haufen Ecken, Kanten, Sicken und sonstigen Formen versehen ist, ist das Folieren , sondern Profiarbeit. Denn nur Fachleute können sicherstellen, dass die Folie trotzdem aussieht wie lackiert. Dafür aber gibt es kaum Einschränkungen bei der Farbwahl, denn nur sehr wenig, was sich als Lack realisieren lässt, kann nicht auch in Form von Folien gestaltet werden.

Aber: Wirklich gutes Folieren geht nicht weniger ins Geld als eine Lackierung. Selbst der Folien-Gigant 3M , dass eine hochwertige Folie samt ebenso hochwertiger Ausführung schnell 4000 Euro verschlingt, womit man sich bereits wieder auf Lack-Niveau befindet. Und dann ist der Markt unübersichtlich, denn wo nur Lackier-Meister Lackierereien eröffnen dürfen, darf quasi jeder ins Folien-Business einsteigen. Es bleiben die wenigen echten Folien-Vorteile. Denn neben der Tatsache, dass sie sich entfernen lässt, steht natürlich auch im Raum, dass die rund 0,2mm dicke Folie den eigentlichen Lack ziemlich gut vor den Widrigkeiten des Straßen-Alltags schützt. Zwar nicht vor Steinschlägen, aber immerhin vor Ausbleichen und den ganzen kleinen Kratzern, die der normale Betrieb verursacht.

Fazit

Die heutige Autofarbenwelt ist leider recht trist. Doch bevor man irgendwelche Maßnahmen ergreift, sollte man sich zunächst immer fragen, was man damit erreichen will. Man selbst sieht die neue Außengestaltung von innen ja nicht. Und will man fürs Auffallen wirklich mehrere tausend Euro ausgeben? Wer so denkt, sollte vielleicht erst mal mit einem großen oder kleinen Aufkleber anfangen und sehen, ob ihm das nicht bereits reicht, um sich von der Masse abzuheben.

Bildquellen: 1) © reverent 2) © MichaelGaida 3) © chris18329

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