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Rauchentwöhnung durch E-Zigaretten

Rauchentwöhnung durch E-Zigaretten

Viele Raucher hegen den starken Wunsch, endlich von den schädlichen Tabakzigaretten loszukommen. Dennoch fürchten sie den schweren Weg in ein rauchfreies Leben – schließlich sind sie sowohl physisch als auch psychisch von den Zigaretten abhängig. 

Daher gibt es eine große Auswahl an Produkten, welche die Rauchentwöhnung erleichtern und unterstützen sollen, wie beispielsweise Nikotinpflaster oder Nikotinkaugummis. Ein Produkt, welches den Abschied von den herkömmlichen Tabakzigaretten ebenfalls vereinfachen soll, ist die E-Zigarette. Als offizielles Mittel zur Rauchentwöhnung ist diese heute allerdings noch nicht zugelassen.

Ob die Rauchentwöhnung durch das E-Zigaretten online kaufen dennoch den gewünschten Erfolg bringen kann, erklärt der folgende Beitrag.

Studien zeigen: Rauchentwöhnung durch nikotinhaltige E-Zigaretten erfolgreich

Eine aktuelle Studie konnte zu dem Ergebnis kommen, dass die Rauchentwöhnung mithilfe der elektronischen Zigarette um 70 Prozent erfolgreicher verläuft, als bei der Nutzung anderer offiziell zugelassener Mittel zum Rauchstopp. Welche Bedeutung die E-Zigarette für das Aufhören mit dem Rauchen hat, wurde nun in einer Beurteilung der britischen Organisation Cochrane veröffentlicht. Bei der Cochrane Collaboration handelt es sich um ein internationales Netzwerk von Ärzten und Wissenschaftlern, durch welches wissenschaftlichen Grundlagen geschaffen werden, um dem Gesundheitswesen Entscheidungen zu erleichtern.

Im Zuge der genannten Untersuchung wurden insgesamt 50 unterschiedliche Studien berücksichtigt, die mit 12.340 Teilnehmern durchgeführt wurden. Es zeigte sich, dass E-Zigaretten, die mit nikotinhaltigen Liquids genutzt wurden, bei zehn von 100 Personen dazu führten, dass diese erfolgreich mit dem Rauchen aufhörten.

Die Vergleichsgruppe bestand dabei ebenfalls aus 100 Personen, die sich allerdings einer herkömmlichen Nikotinersatztherapie unterzogen, beziehungsweise E-Zigaretten ohne Nikotin nutzten. In dieser Gruppe schafften es lediglich sechs der 100 Testpersonen, von den Tabakzigaretten loszukommen. Noch schlechter waren die Ergebnisse in der Gruppe, in denen 100 Personen versuchten, ohne eine besondere Unterstützung oder lediglich durch eine Verhaltungsunterstützung mit dem Rauchen aufzuhören. Hier konnten lediglich vier Personen das Leben als Raucher beenden.

Höhere Wirksamkeit als herkömmlicher Nikotinersatz

Die britische Organisation Action on Smoking and Health, kurz ASH, fasste die Ergebnisse noch einmal zusammen. Durch die kürzlich veröffentlichte internationale Bewertung wird bestätigt, dass die Wirksamkeit von E-Zigaretten bei dem Versuch, keine herkömmlichen Tabakzigaretten mehr zu rauchen, um 70 Prozent höher ausfällt, als in Fällen, in denen sich Raucher herkömmlichen Nikotinersatztherapien unterziehen. Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse weisen darauf hin, dass Raucher verstärkt dazu angeregt werden sollten, E-Zigaretten zu nutzen, um von den Tabakzigaretten loszukommen.

Darüber hinaus haben die Studien ein weiteres wichtiges Ergebnis zu Tage gefördert, denn die E-Zigarette steht häufig in dem Verruf, eine Einstiegsdroge in die Welt des Rauchens zu sein und so besonders Kinder und Jugendliche zu gefährden. Allerdings lautet die Erkenntnis aus den Untersuchungen, dass lediglich 0,3 Prozent der Menschen in Großbritannien, welche die E-Zigarette nutzen, davor Nichtraucher waren.

Die Stimmen der Experten

Der Professor Lion Shahab des University College in London äußert zu den neuen Erkenntnissen, dass durch die Untersuchung der Cochrane Collaboration, welche für die evidenzbasierte Medizin eine äußerst wichtige Rolle spielt, bestätigt wird, dass die E-Zigarette ein wirksames Hilfsmittel zur Raucherentwöhnung darstellt. Hinweise auf schädliche Auswirkungen der elektronischen Zigarette wurden dabei ebenfalls nicht gefunden, wodurch auch die Gesundheitsbehörden und politischen Entscheidungsträger erkennen sollten, dass die E-Zigarette nicht vernachlässigt werden darf, wenn es darum geht, den Tabakkonsum in Zukunft zu reduzieren.

Von der Universität in Nottingham äußerte sich Professor John Britton. Dieser ist ebenfalls der Meinung, dass durch die umfassende Datenüberprüfung ersichtlich ist, dass die elektronischen Zigaretten sich bei der Raucherentwöhnung als überaus wirksam zeigen. Für Raucher ist die E-Zigarette damit ein Mittel, mit dem sie von den Tabakzigaretten einfacher loskommen können, als mit anderen, öffentlich zugelassenen Medikamenten.

Professor Peter Hajek von der Londoner Queen Mary Universität sieht, dass die neuen Erkenntnisse mit weiteren Daten aus anderen epidemiologischen Studien übereinstimmen und somit nahegelegt wird, dass Raucher von der E-Zigarette als Instrument zur erfolgreichen Raucherentwöhnung in hohem Maße profitieren. Dabei ist ebenfalls die Anmerkung von Bedeutung, dass bei den Menschen, welche die E-Zigaretten bereits seit zwei Jahren nutzen, keine Schäden durch das Dampfen der elektronischen Zigarette festgestellt werden konnten.

Wie kann die Rauchentwöhnung mit E-Zigaretten funktionieren?

Der größte Vorteil der E-Zigaretten im Bereich der Rauchentwöhnung besteht darin, dass die Auswahl an verschiedenen Liquids, die jeweils unterschiedliche Konzentrationen an Nikotin aufweisen, außerordentlich groß ist. So haben Raucher von Tabakzigaretten die Chance, den Nikotingehalt in den Liquids Stück für Stück zu reduzieren.

Schließlich sollte das langfristige Ziel darin bestehen, überhaupt kein Nikotin im Alltag mehr zu benötigen. Wird so mit einem nikotinhaltigen Liquid angefangen, kann die Konzentration ohne großen Aufwand Woche für Woche reduziert werden, bis irgendwann zu einem Liquid gegriffen werden kann, welches überhaupt kein Nikotin mehr erhält. Dann ist der Sprung in ein Leben ohne Tabak und Nikotin endgültig geschafft.

Gesundheit: Dampfen statt Rauchen

Es konnte in der Vergangenheit bereits belegt werden, dass sich im Dampf der E-Zigaretten wesentlich weniger gesundheitsschädliche und krebserzeugende Stoffe befinden, als im Rauch der herkömmlichen Zigaretten. Dennoch sollten die Liquids nicht unbedingt als vollkommen unbedenklich eingeschätzt werden, sogar die, die gar kein Nikotin enthalten, denn oft ist die Zusammensetzung nicht vollständig transparent.

Flüssigkeiten, die Nikotin enthalten, müssen nach der Tabakerzeugnisverordnung alle enthaltenen Stoffe offen deklarieren. Dies gilt allerdings nicht für Liquids, die kein Nikotin enthalten. Das bedeutet, dass in diesen durchaus auch andere, eventuell schädliche Stoffe enthalten sein könnten.

Während der Benutzung der E-Zigarette werden die Liquids erhitzt und verdampfen so zu einem weißlichen Qualm. Es ist sehr wahrscheinlich, dass in den Liquids generell weniger Schadstoffe enthalten sind, als in den Tabakzigaretten. Allerdings sind auch diese nicht frei von Substanzen, welche die Atemwege reizen oder Entzündungen auslösen können. Darüber hinaus kann das Herz-Kreislauf-System durch das Dampfen geschädigt werden. Eventuell könnte die E-Zigarette ebenfalls Krebs erregen.

Das Problem ist, dass das Phänomen der E-Zigarette in der Gesellschaft noch recht jung ist und daher noch keine Langzeitstudien zu den gesundheitlichen Auswirkungen des regelmäßigen Konsums der elektronischen Zigarette vorliegen. Dennoch ist schon heute klar, dass die Gesundheit unter dem Dampfen wesentlich weniger leidet, als unter dem Rauchen von Tabakzigaretten. Eine vollständige Ungefährlichkeit kann deswegen allerdings noch nicht offiziell bescheinigt werden.

Dennoch urteilt selbst das Deutsche Krebsforschungszentrum, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass die E-Zigaretten im direkten Vergleich mit den herkömmlichen Zigaretten weniger schädlich für die Gesundheit sind. Beispielsweise haben Studien gezeigt, dass typische Atemwegserkrankungen, wie chronische Bronchitis, Asthma, Emphysem oder COPD, bei den Dampfern wesentlich seltener als bei den Rauchern auftreten.

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