Corona-Auszeit auf La Gomera

„Null schlechtes Gewissen“: Deutsche fliehen vor Corona auf Kanaren

Seit Monaten rät die Bundesregierung von Auslandsreisen ab, die Kanaren gehören seit Dezember zu den Corona-Risikogebieten. Trotzdem flüchten viele Deutsche nach La Gomera.

„Jeder sieht ein, dass es nicht die Stunde ist, in der wir jetzt reisen“, erklärte die Bundeskanzlerin erst kürzlich. Aufgrund der sich ausbreitenden Virusvarianten besteht für manche Länder sogar ein Beförderungsverbot*. Dennoch ist Reisen unter einigen Auflagen größtenteils weiterhin möglich. Virologin Melanie Brinkmann erklärte dem Spiegel: „Was Urlaubsreisen ins Ausland angeht – dass das immer noch geht, macht mich fassungslos.“

Corona-Flucht auf die Kanaren: „Warum sollte ich nach Deutschland zurückkommen?“

Und obwohl das Reisen aufgrund von Quarantänemaßnahmen und Testpflicht so unattraktiv wie noch nie geworden ist, gibt es immer noch Menschen, die es ins Ausland zieht – die vor Corona flüchten und die Pandemie lieber an einem sonnigen Ort ausstehen wollen. Dazu gehört auch Jorinde Messlinger, die sich wie hunderte Deutsche derzeit auf La Gomera befindet, um den Lockdown-Maßnahmen zu entgehen. Die Kanarische Insel ist aktuell beinahe Virus-frei, die Regeln um einiges lockerer als in Deutschland. „Ich hab null schlechtes Gewissen“, sagt die 53-Jährige dem Spiegel. „Wenn ich nicht in Deutschland bin, kann ich das Virus dort ja gar nicht verbreiten. Und hier halte ich die Corona-Regeln ein, wenn ich draußen herumlaufe.“

Messlinger ist Yogalehrerin, musste ihr Studio in Essen aufgrund des Lockdowns in Deutschland jedoch zusperren. Kurz darauf kam sie nach La Gomera – das war bereits am 7. November. Eigentlich wollte sie dort nur drei Wochen bleiben, doch mittlerweile hat sie ihren Aufenthalt zum fünften Mal verlängert. „Warum sollte ich nach Deutschland zurückkommen? Hier habe ich die Natur, die Luft, die Sonne, das Meer. Hier kann ich ein normales Leben führen. Manchmal vergesse ich Corona.“

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Corona-Pandemie: Viele Deutschen machen Homeoffice auf La Gomera

Mit dieser Meinung steht sie nicht alleine da: Peter Altmiks und seine Partnerin, die als Reha-Therapeutin zurzeit kaum arbeiten kann, sind ebenfalls nach La Gomera gekommen. „Es ist nicht verboten hierherzukommen, und es ist möglich“, erklärte Altmiks dem Spiegel zufolge. Den Vorwurf, das Reisende das Coronavirus und die Mutationen verbreiten würden, hält er für zu pauschal. „Wir haben uns vor dem Hinflug testen lassen. Wir tragen Masken, wir halten uns hier an alle Regeln. Wir werden uns vor dem Rückflug testen lassen – und dann in Deutschland in Quarantäne gehen.“ Das sei auch weniger riskant als eine Bahnfahrt von Berlin nach Köln, wo niemand getestet würde.

„Wir haben von 11.000 Betten zurzeit mehr als 60 Prozent belegt, vor allem von Deutschen“, berichtete María Isabel Méndez Almenara, La Gomeras Tourismusverantwortliche. Tatsächlich kommen viele Deutsche, um von der Kanarischen Insel aus Homeoffice zu machen. „Wir haben neuerdings viele Gäste, die von hier aus Telearbeit machen: Alleinstehende, aber auch Familien mit kleinen Kindern.“ Die Besucher würden ihren Aufenthalt immer wieder verlängern. „Wir sind ein kleines Paradies“, so Méndez.

Die Corona-Lage auf den Kanarischen Inseln: La Gomera fast Virus-frei

Die Fakten scheinen das zu belegen: Drei Wochen lang gab es auf La Gomera keinen einzigen neuen Corona-Fall. Erst vor Kurzem wurden wieder zwei Fälle in der Inselhauptstadt San Sebastián gemeldet. Damit liegt die 7-Tages-Inzidenz der Insel bei 9,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern, wie die „Covid-19 Canarias“-Statistik (Stand: 18. Februar) zeigt. Restaurants und Bars dürfen sogar drinnen geöffnet haben. „Ich bin hier so frei. Am liebsten würde ich für immer so leben wie jetzt“, erzählt Messlinger dem Spiegel. (fk) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Lesen Sie auch: Coronavirus besiegt? Urlauber pilgern massenweise auf „Virus-freie“ Insel.

Diese Fehler bei der Reiserücktrittsversicherung sollten Sie dringend vermeiden

Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
1. Tod oder unerwartete, schwere Erkrankung der versicherten Person oder einer Risikoperson (z.B. Angehörige oder Mitreisende). © dpa
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2. Unerwartete Impfunverträglichkeit. © dpa
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3. Schwangerschaft der versicherten Person oder einer Risikoperson. © dpa
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4. Erheblicher Schaden am Eigentum durch Feuer, ein Elementarereignis oder die Straftat eines Dritten (z.B. Einbruch). © dpa
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5. Verlust des Arbeitsplatzes aufgrund einer unerwarteten betriebsbedingten Kündigung durch den Arbeitgeber. © dpa
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6. Konjunkturbedingte Kurzarbeit über einen bestimmten Zeitraum mit Reduzierung des Bruttoeinkommens (mindestens 35 Prozent). © dpa
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7. Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses, falls die Person bei Reisebuchung arbeitslos war und das Arbeitsamt der Reise zugestimmt hatte. © dpa
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8. Arbeitsplatzwechsel, vorausgesetzt die Reise wurde vor Kenntnis des Wechsels gebucht und die Probezeit fällt in den Reisezeitraum. © dpa
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9. Wiederholung von nicht bestandenen Prüfungen an einer Schule oder Universität. © dpa
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10. Nichtversetzung eines Schülers (z.T. mit der Einschränkung: falls es sich um eine Schul- oder Klassenfahrt handelt). © dpa
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11. Bruch von Prothesen oder unerwartete Lockerung von Implantaten. © dpa
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12. Trennung (Nachweis der Ummelde-Bescheinigung) oder Einreichung der Scheidungsklage. © dpa
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13. Unerwartete gerichtliche Ladung, sofern das Gericht einer Verscheibung des Termins nicht zustimmt. © dpa
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14. Unerwartete schwere Erkrankung, schwerer Unfall oder Impfunverträglichkeit eines zur Reise angemeldeten Hundes. © dpa
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15. Einladung als Trauzeuge zu einer Hochzeit, wenn der Termin in der Zeit des lange vorausgeplanten Urlaubs liegt. © dpa
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16. Ausfall der Urlaubsvertretung eines Selbständigen, z.B. wegen Krankheit. © dpa
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17. Überraschende Qualifikation einer Sportmannschaft für das Bundesfinale, bei der die Teilnahme der Person (des Kindes) unverzichtbar ist. © dpa
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18. Unerwartete Verlegung eines Fußballderbys auf den Urlaubsbeginn des Dauerkartenbesitzers. © dpa
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19. Notwendiger Beistand einer schwer erkrankten Freundin bei einer unvorhersehbaren Verschlechterung der Krankheit. Hier ist eine Nennung von Zeugen notwendig, die das innige Freundschaftsverhältnis bestätigen. © dpa
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20. Unerwarteter Termin zur Spende von Organen oder Geweben (z.B. Knochenmark). © dpa

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