Sexgeschichten von Frauen

Schreiben Frauen anders über Sex als Männer? Haben sie andere Fantasien oder sind sie – entgegen der landläufigen Meinung – sogar noch wilder auf Sex? Die schönste Nebensache der Welt wird von beiden Geschlechtern oft überraschend anders wahrgenommen und auch ausgedrückt als viele glauben.

Wilde Frauen-Fantasien

Jeder tut es, es erzeugt neues Leben und ist eine der wichtigsten menschlichen Quellen von Lust. Doch um sexuelle Fantasien und Gewohnheiten ranken sich oft viele Missverständnisse. Vor allem die Vorstellung, dass Männer hauptsächlich sexuelle Abenteuer und Frauen den Mann fürs Leben suchen, ist nach neuen Forschungsergebnissen falsch. Sexualforscher haben festgestellt, dass Frauen viel wilder sind und sich vielseitiger erregen lassen, als angenommen. Während die männliche Fantasie auf bestimmte Vorstellungen sehr eingegrenzt ist, reagieren Frauen breit auf pornografische Reize – auch wenn sie das eher verstecken. Vielmehr existieren die Schranken in der Gesellschaft und im Kopf. Doch das lässt sich ändern. Immer mehr Frauen zelebrieren eine . Frauen nehmen sich die Freiheit, selbst im Urlaub auf die Suche nach jungen Liebhabern zu gehen, und stehen auch öffentlich zu ihrer neuen Freizügigkeit. Wie ungehemmt , beweisen unzählige Geschichten aus dem Internet. Die neu entdeckte Lust wirkt sich immer stärker auf das Liebesleben aus, wie eine deutsche Studie belegt: Frauen haben heute dreimal mehr Sexspielzeuge zu Hause als noch in den 80er-Jahren. 36 Prozent stehen auf Fesselspiele und 44 Prozent schauen mit Partner gelegentlich Pornofilme.

Sex sells

Geschichten zum Thema Sex sind schon lange ein gutes Verkaufsargument. Dabei scheinen sich die gesamte Sexbranche und die Erlöse aus dem Geschäft mit der Erotik vorwiegend in der Hand von Männern zu befinden. Es sind überwiegend Frauen, die dabei als Sexobjekt und Männer dienen. Doch es funktioniert auch ganz anders.

Eines der weltweit erfolgreichsten Bücher über Sex hat eine Frau geschrieben. Die 2011 erschienene Roman-Trilogie Fifty Shades of Grey wurde von E L James verfasst, hinter dem geheimnisvollen Synonym steht die britische Autorin Erika Leonhard. Das erste Buch dieser kleinen Erotik-Reihe wurde zu Beginn von einem kleinen Independent-Verlag in Australien vertrieben und verkaufte sich innerhalb weniger Monate mehr als sagenhafte 125 Millionen Mal weltweit. Es gilt als das am schnellsten verkaufte Taschenbuch aller Zeiten – noch vor Harry Potter. In der Trilogie werden Sadomaso-Fantasien zwischen dem reichen Unternehmer Christian Grey und seiner jungen und selbstbewussten Geliebten und Literatur-Studentin Anastasia erzählt. Die Verfilmung des ersten Buches „Geheimes Verlangen“ wurde sehr erfolgreich verfilmt, die anderen Teile folgten nach.

Das Buch schlug ein wie eine Bombe und brach ein Tabu: Es machte . Diese Thematisierung von sexuellen Praktiken, die mit Dominanz und Unterwerfung spielen und Fesselspiele wie Lustschmerzen beschreiben, war neu. Obwohl von der Literatur-Kritik meist verschmäht, wurde das Buch gerade bei Frauen ein riesiger Erfolg. Nicht zuletzt, so vermuten Experten, aufgrund des Spannungsfelds zwischen Geschlechterrollen, Liebe und sexueller Freiheit.

Mehr Lust an der Lust

Frauen lassen ihren Fantasien immer öfter freien Lauf. Erotische Kurzgeschichten, die von Frauen verfasst sind, haben spätestens seit dem Welterfolg von Fifty Shades of Grey Hochkonjunktur. Besonders erfolgreich bei weiblichen Leserinnen sind erotische Geschichten, die von Frauen geschrieben sind. Auch haben sich in diesem Genre ein dankbares Publikum aufbauen können.

Erotische Geschichten sind auf mehrere Weise befriedigend: Durch die erotische Literatur können Frauen sexuelle Fantasien ausleben, die sie im echten Leben nicht umsetzen, sie erregen sich selbst damit und vor allem ihre Leserinnen. Diese Geschichten sind heute nicht nur weit verbreitet, sondern auch ungeheuer vielfältig geworden: Von süß und dreckig, über Bisexualität, bis zu Handschellen ist alles möglich. Frauen haben in puncto Erotik-Literatur eine Menge aufzuholen – und das tun sie auch. Sie werden als neue Zielgruppe und neugierige Käufer entdeckt. Erotik-Geschichten sind aus der Schmuddelecke herausgekommen und bringen Frauen dazu, sich der Sexualität auf völlig neue Art zu nähern.

Sex im Kopf

Auch aufgeschlossene Männer haben an dieser Literatur ihren Spaß, allerdings funktioniert bei ihnen Erregung generell etwas anders. Dass Männer anders ticken als Frauen ist bekannt, doch was bedeutet das in Hinsicht auf das Liebesspiel? Neueste Erkenntnisse aus der Gehirnforschung können dazu Antworten liefern. Männergehirne weisen Verknüpfungen und Aktivitäten meist in nur einer Gehirnhälfte auf, während die Impulse in Frauengehirne viel stärker zwischen beiden Gehirnhälften hin und her wechseln. Deshalb agieren Männer viel zielgerichteter und logischer, während Frauen stärker kombinieren und überlegen können. Übertragen auf das Sexverhalten heißt das, dass Männer eher zielgerichtet zur Sache und zum Ziel kommen wollen, gerne mit vielen Stellungswechseln. Frauen sind beim Sex fantasievoller, gefühlsbetonter und kombinieren viel mehr Dinge aus dem Außen dazu. Sie sind sozusagen anspruchsvoller in der Erotik. Herumliegende Socken können Männer zum Beispiel im Gegensatz zu Frauen völlig ausblenden. Und Frauen haben viele Geheimnisse. Der große Unterschied zwischen den Geschlechtern ist beim Sex, dass Männer selbstverständlicher über ihr Liebesleben reden und eher übertreiben, während Frauen eher dazu neigen, hier zu untertreiben. Das gilt auch für die Zahl ihrer Liebespartner. Laut verschiedener Erhebungen kommen Frauen auf durchschnittlich 7,5 Liebhaber in ihrem Leben, in Wahrheit liegen die Zahlen in der Regel weitaus höher. Wahrscheinlich sind Frauen unter dem Strich sogar weitaus weniger monogam als Männer, das belegen auch immer häufigere Scheidungsfälle, die von Frauen ausgehen.

Der Grund, weshalb Frauen nicht so offen darüber reden, liegt an der Bewertung in der Gesellschaft. Eine Frau, die sehr viele Liebespartner hat, gilt schnell als Schlampe, während das bei Männern ein tolles Zeichen ihrer Virilität ist. In Wahrheit haben Frauen genauso Verlangen nach wildem, heißen Sex wie Männer – auch wenn das nicht ins öffentliche Bild passt. Doch daran ändert sich langsam etwas.

Es wird Zeit: Auch wenn in den Medien und den sozialen Netzwerken Sex und Erotik riesig geworden sind, haben viele Frauen nach wie vor Probleme, über ihre eigene Sexualität zu reden. Auch viele greifen das Thema mittleweile auf. Die sexuelle Befreiung beginnt im Kopf. Insofern lässt sich Lust erlernen, wenn bestimmte Schranken und Überzeugungen überdacht werden, und die Lust kann wachsen, was schön ist für alle Beteiligten ...

Pixabay @ (CCO public domain) Pixabay @ (CCO public domain)

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