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Rau und unberührt: Nordisland bei einer Rundreise erkunden

Wer nach Island reist, kommt meist am Flughafen Keflavík nahe der Hauptstadt im Süden des Landes an. Kein Wunder also, dass sich viele Urlauber vor allen Dingen in der Nähe aufhalten und daher eher die Gebiete im Süden und Westen aufsuchen. Dass ihnen dabei jedoch eine imposante und touristisch weniger erschlossene Gegend verborgen bleibt, wissen nur die wenigsten. Rund um den Diamond Circle im Norden Islands gibt es nämlich allerhand zu entdecken.

Unterwegs: Welche Verkehrsmittel bieten sich an?

Islands Norden ist schwerer zu erreichen als der Süden. Das liegt schlicht daran, dass der größte Flughafen des Landes einige Kilometer entfernt ist und somit entweder eine längere Autofahrt auf der Ringstraße oder ein Inlandsflug nötig ist, um nach Nordisland zu kommen.

Inlandsflüge sind sicherlich der schnellste Weg, um in den isländischen Norden zu gelangen, doch die meisten Reisenden entscheiden sich stattdessen für eine Island-Rundreise mit einem Mietauto. Diese führt entlang der Ringstraße und bringt sie so in den Norden. Die Strecke kann dabei entweder per Auto oder mit speziellen touristischen Bussen zurückgelegt werden, wobei sich insbesondere das Vorankommen per Bus nicht für jeden Urlauber empfiehlt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass vor allem abgelegenere Orte und Sehenswürdigkeiten recht schwer erreichbar sein können und es mitunter längere Fußmärsche braucht, um sie von Haltestellen aus zu besuchen.

Nordisland mit dem Mietwagen zu bereisen, ist daher sicher die flexibelste und angenehmste Variante. Sowohl der Diamond Circle als auch umliegende Ziele können nach Belieben angesteuert werden. Berücksichtigen sollten Reisende dabei stets, dass das Wetter in der Region gelegentlich noch launischer als in Südisland sein kann. Es lohnt sich deshalb regelmäßig den Wetterbericht zu prüfen und den aktuellen Straßen-Status unter road.is zu kontrollieren.

Besondere Sehenswürdigkeiten in Nordisland

Eine Rundreise durch Nordisland wird Urlauber mit dem Diamond Circle bekannt machen. Diese rund 260 Kilometer lange Route steht zu Unrecht im Schatten des Golden Circles, der allerdings auch sehr viel stärker frequentiert ist, wie dieser Erfahrungsbericht zeigt. Wer den Diamond Circle befährt, wird Sehenswürdigkeiten wie

  1. den See Mývatn und die Mývatn Nature Baths,
  2. den Vulkan Námafjall mit dem Námaskarð Pass,
  3. Wasserfälle wie Dettifoss und Goðafoss
  4. und die Schlucht Ásbyrgi

kennenlernen. Auch Húsavík, eine kleine Fischerstadt, von der aus Whale Watching möglich ist, befindet sich entlang der Strecke.

Schon der Mývatn alleine ist einen Ausflug wert. Dieser rund 36,5 Quadratkilometer große See mit seinen zahlreichen Inseln beherbergt nicht nur viele Fische, sondern bietet dank seiner lebendigen Flora auch Vögeln und anderen Tieren ein idyllisches Zuhause. Wer den See erkundet und vor Ort übernachten möchte, startet am besten im Ort Reykjahlíð am Ostufer, denn dort gibt es ein Hotel. Knapp vier Kilometer entfernt liegen die Mývatn Nature Baths, in denen im dampfenden Wasser entspannt werden kann.

Am Námaskarð Pass finden Reisende ein Tal, das als wohl schönstes Geothermalgebiet des Landes gehandelt wird. Von blubberndem Schlamm über Fumarole bis hin zu beinahe außerirdisch wirkenden Steinformationen auf rotem Sand warten hier Eindrücke, die sich sonst nirgends auf der Welt eröffnen. Da das Gelände angenehm weitläufig ist, herrscht so gut wie nie Gedränge.

Weiter zu den Wasserfällen im Norden: das erwähnte Städtchen Reykjahlíð liegt zwischen Dettifoss und Goðafoss. Deswegen ist es ratsam, einen der Fälle vorher und einen später aufzusuchen. Am Goðafoss lernen Urlauber einen rund 150 Meter breiten und zehn Meter hohen Wasserfall kennen, der zu Recht als einer der malerischsten Islands gehandelt wird.

Der Dettifoss wiederum punktet mit Imposanz. Rund 100 Meter hoch und mit einer Kraft ausgestattet, die ihn zum stärksten Wasserfall Europas macht, demonstriert er auf einer Breite von 45 Metern, wie wuchtig das nasse Element wirken kann. In der Nähe des Dettifoss empfiehlt sich ein kurzer Halt bei der Schlucht Ásbyrgi, die bereits vor 10 Millionen Jahren im Rahmen einer Gletscherflut geschaffen wurde.

Sehenswerte Städte in Nordisland

Der Norden des Landes ist aufgrund seiner landschaftlichen und klimatischen Charakteristik weniger stark besiedelt. Das allerdings bedeutet nicht, dass es keine Ortschaften gibt, die sich als touristisch wertvoll erweisen. Wichtige Anhaltspunkte auf der Reise sind:

  1. Akureyri: Die Stadt beherbergt rund 18.000 Einwohner und ist daher die Größte des Nordens. Hier stehen nicht nur imposante Kirchen wie die Akureyrarkirkja. Urlauber können außerdem das Kunstmuseum, das Naturkundemuseum oder den Botanischen Garten Lystgarður besuchen.

Húsavík: Mit knapp 2.200 Einwohnern ist Húsavík erheblich kleiner als Akureyri, jedoch nicht minder beliebt bei Touristen. Das liegt vor allem an der Möglichkeit zum Whale Watching vor Ort, aber auch an der rustikalen Atmosphäre der Stadt mit der aus Holz gebauten Kirche Húsavíkurkirkja.

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