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Wer ein Unternehmen gründen möchte, braucht eine zündende Idee, das notwendige Kapital und gute Produktions- und Vermarktungskenntnisse.

Unternehmen gründen im Vest: Förderprogramme sollen Gründer in NRW unterstützen

Die Gründerszene ist rau. Eine bahnbrechende Idee ist zwar die Grundlage, reicht alleine jedoch für ein eigenes Unternehmen oft nicht aus. Wer sich nur auf sein Produkt verlässt und die Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten vernachlässigt, riskiert einen Fehlstart.

Um Investoren vom eigenen Start-up zu überzeugen, braucht es Verhandlungsgeschick und rhetorische Fähigkeiten. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt und fördert Existenzgründer mit dem Beratungsprogramm IBP. Dabei übernimmt das Land 50 Prozent der Beratungskosten. Berufsrückkehrende, Hochschulabsolventen und Arbeitslose können sich sogar über eine Kostenübernahme von bis zu 80 Prozent freuen.

Ein Unternehmen gründen: Ohne die richtige Planung geht nichts 

Start-ups scheinen zu boomen. Allein im Jahr 2018 konnten 90.400 Existenzgründungen in den Freien Berufen verzeichnet werden. Bevor die offizielle Firmengründung erfolgt, steht allerdings eine umfangreiche Planungsphase an. Von der Idee bis zur eigentlichen Unternehmensgründung beträgt die durchschnittliche Vorbereitungszeit sieben Monate. Zu dem Ergebnis kommt der KfW Gründungsmonitor. Die Hälfte aller Gründer nimmt sich diese Zeit nicht. Das Resultat ist eine unüberlegte Existenzgründung. Damit die eigene Idee optimiert, ein Businessplan erstellt und Behördengänge geplant werden können, braucht es ausreichend Ruhe und Motivation. Es empfiehlt sich, auf ein valides Geschäftsmodell zu achten. Wer bereits eine ausgefeilte Idee sein Eigen nennt, kann mit der detaillierten Ausarbeitung eines Businessplans beginnen.

Dieser bildet das Fundament für ein erfolgversprechendes Start-up. Darum gilt es, auf einen realistischen Finanzplan zu achten. Er zeigt den Gründern, wie viel Kapital sie für ihr Projekt benötigen und ob sich die Geschäftsidee überhaupt lohnt. Wer ein Unternehmen im Vest gründet und bei den grundlegenden Überlegungen Hilfe gebrauchen kann, ist mit dem Beratungsprogramm Wirtschaft NRW gut beraten. Dieses greift Existenzgründern mit einer Zirkelberatung in finanziellen, wirtschaftlichen und organisatorischen Fragen unter die Arme.

Das Land Nordrhein-Westfalen und die Europäische Union fördern die Beratung bis zu 50 Prozent. Die Fördersumme beträgt pro Beratungstag maximal 400 Euro. Personen, die sich mit der Firmengründung aus der Arbeitslosigkeit befreien wollen, erhalten eine Förderung von bis zu 720 Euro je Beratungstag. Im Schnitt liegt der Eigenanteil der Teilnehmenden 80 Euro.

Den Zuschuss für die Beratung erhalten die Berater direkt ausgezahlt. Dementsprechend müssen die zukünftigen Existenzgründer nicht in Vorkasse treten. Für viele bedeutet dieser Effekt eine wichtige finanzielle Entlastung. Ein Jahr nach der Zirkelberatung steht es ihnen frei, die geförderten Gründungsberatungstage erneut in Anspruch zu nehmen. Diese unterliegen dann den normalen Konditionen.

Welche Vorteile bietet eine Zirkelberatung für Existenzgründer? 

Die Zirkelberatung lohnt sich nicht nur aufgrund der hohen Bezuschussung für Start-up-Gründer. Ebenso erhalten sie die Chance, sich mit Ideen und Visionen anderer Gründer auseinanderzusetzen. Das bietet Inspiration und Selbstreflektion. Die Beratung für eine Unternehmensgründung im Vest findet in Gruppen von drei bis sechs Teilnehmern statt. Durch die vergleichsweise geringe Teilnehmerzahl kann ein intensiver Gedankenaustausch erfolgen. In diesem können die zukünftigen Existenzgründer voneinander und miteinander lernen. Ebenso besteht die Chance, geschäftliche und private Kontakte zu knüpfen. Von diesem Connecting können die Selbstständigen in ihrer späteren Laufbahn profitieren.

Zusätzlich kann die Bekanntschaft mit anderen Gründern die eigene Unsicherheit mindern. Viele Gründer stellen ihre Entscheidungen in der Vorbereitungsphase infrage.

Ist es richtig, einen sicheren Beruf wegen einer Idee aufzugeben?

Kann die eigene Firma mit dem bestehenden Startkapital finanziert werden?

Wie können Investoren für das eigene Projekt gefunden werden?

Die Angst vor dem Scheitern kann in der Gruppe angesprochen werden. Dadurch merken die Unternehmensgründer, dass sie mit ihren Sorgen nicht allein dastehen. Vielmehr gehört das Zweifeln zur Existenzgründung dazu. Der gegenseitige Austausch hilft dabei, einen neuen Blickwinkel zu finden und die eigene Idee und die Motivation von mehreren Seiten zu betrachten.

Neben der reinen Gruppenberatung beinhaltet die Zirkelberatung Einzelsitzungen. In diesen setzen sich die Berater intensiv und individuell mit den Gründern auseinander. Sie erstellen gemeinsam einen Businessplan, der zur Akquise der notwendigen Fördermittel verwendet werden kann. Ebenso unterstützen die Experten die Existenzgründer bei der Suche nach Investoren sowie eigenen Finanzierungsmöglichkeiten. Um die ersten Schritte der Firmengründung in die Wege zu leiten, braucht es Startkapital. Dieses können Interessenten beispielsweise über einen Privatkredit erhalten. Kredite zwischen Privatpersonen sowie das Crowdfunding, die sogenannte Schwarmfinanzierung, können hilfreich sein. Auch bei smava profitieren Gründer von attraktiven Kreditangeboten.

Vorwiegend eignet sich die Zirkelberatung des Landes Nordrhein-Westfalens für Gründer, die über geringe finanzielle Mittel verfügen und dennoch an einer fundierten Beratung interessiert sind.

Weitere Beratungen und Förderprogramme für Existenzgründer in NRW 

Wer eine Unternehmensgründung im Vest plant, kann auch von einer Potentialberatung profitieren. In dieser steht den Unternehmensgründern ein qualifizierter Berater zur Seite. Dieser ermittelt professionell das Potenzial der Geschäftsidee oder des bestehenden Start-ups. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert auch diese Beratung bis zu 50 Prozent. Die Höchstsumme liegt bei 500 Euro pro Beratungstag. Auch für etablierte Unternehmen existieren spezielle Förderprogramme. Ein Beispiel ist die BAFA-Förderung Deutschland. Unter dem Namen „Förderung unternehmerischen Know-hows“ bietet der BAFA im Rahmen des Programms eine qualifizierte Beratung. Seit dem Jahr 2005 existiert eine Kofinanzierung aus den Mitteln des ESF genannten Europäischen Spezialfonds. Gefördert werden beispielsweise:

junge Unternehmen bis zu 48 Monate nach der Gründung (Fördersatz liegt bei 50 Prozent, maximal 2.000 Euro),

Bestandsunternehmen ab drei Jahre nach Gründung (Fördersatz liegt bei 50 Prozent, maximal 1.500 Euro),

Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten (Fördersatz liegt bei 90 Prozent, maximal 2.700 Euro).

Die Förderzuschüsse für Existenzgründer und Unternehmer bedürfen keiner Rückzahlung.

Eine weitere Förderungsmöglichkeit stellt ein Innovationsgutschein dar. Mit diesem fördert Nordrhein-Westfalen kleine und mittlere Unternehmen nach der KMU-Definition. Der Innovationsgutschein B beinhaltet eine externe wissenschaftliche Beratung während der Vorgründerphase. Dabei liegt die maximale Fördersumme bei 5.000 Euro. Für umsetzungsorientierte Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten empfiehlt sich der Innovationsgutschein F+E. Bei diesem beträgt die Summe 10.000 Euro. Maximal können auf die Weise 50 Prozent der Ausgaben gefördert werden, bei kleinen Unternehmen sogar 80 Prozent.

Ebenso fördert NRW Handwerksmeister, die eine Neugründung planen oder einen Betrieb übernehmen. Die Förderung können Interessierte auch in Form einer Meistergründungsprämie in Anspruch nehmen, wenn sie sich an einem bestehenden Betrieb beteiligen wollen. Die Höhe dieser Förderung beläuft sich auf 7.500 Euro.

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