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Für Verbraucher wissenswert: Gesetzesänderungen in 2020

Alle Jahre wieder stehen neue Regelungen und Gesetze an, die sich auf die Finanzen der Privathaushalte auswirken. Das ist auch zum Jahreswechsel 2019/2020 der Fall.

Gesetzliche Krankenversicherungen: Zusatzbeiträge steigen 

Den Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) kann eine gesetzliche Krankenversicherung dann erheben, wenn ihre Kosten nicht durch die Zuteilungen aus dem Gesundheitsfonds gedeckt werden. Er wird zusätzlich zum festen Beitragssatz erhoben. 

Dieser Zusatzbeitrag erhöht sich ab 2020 von 0,9 auf 1,1 Prozent des Bruttogehalts. Allerdings können die Krankenkassen die Höhe dieses Beitrags bis zu der Höchstgrenze selbst wählen. Es muss daher nicht sein, dass sich die monatliche Zahlung verändert. Wird von einer gesetzlichen Krankenkasse im neuen Jahr erstmals überhaupt ein Zusatzbeitrag oder ein höherer als bisher erhoben, gilt für Versicherte jedoch ein Sonderkündigungsrecht. 

Zu beachten ist dabei, dass der Versicherte derzeit grundsätzlich bei Krankenkassenbeiträgen lediglich die Hälfte einer Erhöhung selbst zahlen muss. Der feste Beitragssatz beträgt derzeit 14,6 Prozent. Er wird zu gleichen Teilen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer an die Krankenkasse gezahlt. Seit 2019 teilen sich beide auch wieder den Zusatzbeitrag, wenn er von der betreffenden Krankenversicherung erhoben wird. Vorher wurde er vom Arbeitnehmer allein getragen. 

Mietwohnungsneubau: Neue Sonderabschreibung für Immobilienbesitzer

Ab dem kommenden Jahr gibt es für Immobilienbesitzer die Möglichkeit, neben der regulären linearen steuerlichen Abschreibung, auch eine Sonderabschreibung für neu geschaffenen Wohnraum vorzunehmen. Sie beträgt im Jahr des Baus beziehungsweise der Anschaffung und in den darauffolgenden drei Jahren jeweils bis zu fünf Prozent. Die Bemessungsgrundlage für die Abschreibung ist auf höchstens 2.000 Euro pro Quadratmeter geschaffener Wohnfläche begrenzt. 

Um die Sonderabschreibung in Anspruch nehmen zu können, muss die Immobilie allerdings einige Bedingungen erfüllen. So wird vorausgesetzt, dass der Bauantrag oder die Bauanzeige im Zeitraum zwischen dem 01.09.2018 und dem 31.12.2021 gestellt wurde oder wird. 

Der neue Wohnraum kann dabei zwar in einem Neubau oder einer Bestandsimmobilie entstehen, muss aber in den neun Jahren nach dem Bau beziehungsweise dem Kauf zu Wohnzwecken vermietet werden. Darüber hinaus darf die Herstellung oder der Kauf nicht teurer als 3.000 Euro pro Quadratmeter sein. 

Betriebliche Altersversorgung: Neues bei Sozialabgabenfreiheit und Steuerersparnis 

Ab 01.01.2020 steigt erneut die Beitragsbemessungsgrenze (BBG). Bei ihr handelt es sich um den maximalen Bruttolohn, der zur Erhebung von Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung herangezogen wird. Alles, was an Bruttolohn darüber liegt, ist beitragsfrei. 

Die BBG steigt im kommenden Jahr auf 82.800 Euro im Westen beziehungsweise 77.400 Euro im Osten des Landes. 

Die BBG hat direkten Einfluss auf die betriebliche Altersversorgung (bAV): Arbeitnehmer können bis maximal vier Prozent der aktuellen BBG sozialabgabenfrei und acht Prozent steuerfrei über ihren Arbeitgeber in eine Direktversicherung, einen Pensionsfonds oder eine Pensionskasse einzahlen. 

Pflege: Änderung bei den Unterhaltszahlungen 

Kindern und ihren Partnern, die für pflegebedürftige Eltern unterhaltspflichtig sind, wurden bisher sogenannte Selbstbehalte zugebilligt. Sie werden vom bereinigten Nettoeinkommen abgezogen. Was dann vom Nettoeinkommen übrigbleibt wird durch zwei geteilt – das Ergebnis ist der Betrag, den das Sozialamt erhebt. Die Höhe der Selbstbehalte beträgt derzeit 1.800 Euro für das Kind und 1.440 für den Ehepartner. 

Ab 2020 fallen die Selbstbehalte weg, und das Einkommen des Ehepartners wird nicht mehr berücksichtigt. Stattdessen werden Kinder pflegebedürftiger Eltern erst zum Unterhalt herangezogen, wenn sie mindestens ein Bruttojahreseinkommen von 100.000 Euro erhalten. 

Basis-Rente: Höhere Beiträge bei der Förderung 

Die auch als Rürup-Rente bekannte Basis-Rente ist in erster Linie für Freiberufler und Selbstständige geschaffen worden. Sie bietet neben steuerlichen Vorteilen auch Sicherheit: Sparkassen, Kreditinstitute wie die Deutsche Bank und die Finanzdienstleister von tecis empfehlen die Basis-Rente auch deswegen, weil sie in der Ansparphase nicht auf Hartz IV oder zur Finanzierung eines Pflegefalls angerechnet wird. 

Die Beträge für diese Rürup-Rente sind als Sonderausgaben vom zu versteuernden Einkommen absetzbar. Der jährliche Höchstbetrag für die Rente steigt ab 2020 auf 25.046 Euro bei Einzelpersonen und 50.092 Euro bei Verheirateten an. Davon lassen sich 90 Prozent steuerlich absetzen: Bei den 25.046 Euro sind das etwa 22.541 Euro, bei 50.092 Euro sind es rund 45.082 Euro. 

Ab dem Jahr 2025 ist dann der gesamte Höchstbetrag zu 100 Prozent steuerlich absetzbar.

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