Wasserstoff-Aktien – Eine empfehlenswerte Anlage?

Die Automobilindustrie befindet sich gerade richtig im Umbruch. Kein Wunder. Die Tage der klassischen Verbrennungsmotoren scheinen gezählt zu sein. Es gibt in vielen Ländern bereits politische Zeitvorgaben und Ziele, um auf alternative und emissionsfreie Antriebe umzusteigen. Monaten mischen kräftig die Elektroautos mit.

Ein bekanntes Beispiel sind die High-End-Elektrofahrzeuge von der US-amerikanischen Firma Tesla Motors. Doch neben Elektroautos mit Akku gibt es noch die Brennstoffzellentechnologie, welche für den Verkehr am aussichtsreichsten erscheint. Was den Wirkungsgrad angeht, so überragt die Brennstoffzelle jeden Verbrennungsmotor.

Wasserstoff-Aktien – Enormes Marktwachstum erwartet

Gemäß einer Prognose des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagebau, wird der Markt für Brennstoffzellen im Jahr 2020 bei rund 2 Milliarden Euro liegen. Im Vergleich zum Jahr 2017 würde dieser Wert einer Verzehnfachung des Umsatzes entsprechen. Im Jahr 2024 werden weltweit um die 230.000 Autos und Busse mit einer Brennstoffzellentechnologie ausgestattet sein.

Wasserstoff kann in der Brennstoffzelle mit Sauerstoff zu Wasser verbrannt werden. Somit wird Strom für einen Elektromotor erzeugt. Diese Technologie ist eigentlich gar nicht neu. Inzwischen ist sie so ausgereift, dass die Vorteile die Fähigkeiten eines Elektroantriebs deutlich überragen. Aufgrund der Tatsache, dass die Brennstoffzellenautos den Kraftstoff mit an Bord haben, sind die Batterien wesentlich kleiner. Damit verbunden ist die Reichweite höher.

Beispielsweise schafft es der ix35 Fuel Cell von Hyundai mit einer Tankfüllung bis zu 590 km. Anders als bei den Elektroautos ist der Tankvorgang in nur wenigen Minuten abgeschlossen.

Vorteile von Wasserstoff

Wasserstoff hat sehr viele Vorteile. Wasserstoff hat das Potential Öl und Gas als Treibstoff zu ersetzen. Darüber hinaus hat Wasserstoff eine höhere Energiedichte. Der Stoff kann aus Wasser und aus erneuerbaren Energien hergestellt werden. Was die Kapazität des Stromnetzes angeht, so reicht diese bei Weitem nicht aus, um den gesamten Bedarf zu decken.

Darüber hinaus verläuft auch die Befüllung schneller. Wo man nur drei bis fünf Minuten warten muss, bis ein mit Wasserstoff-angetriebenes Fahrzeug aufgeladen wird, muss man sich bei einem Elektroauto noch mehr gedulden. Ein Kilogramm Wasserstoff ermöglicht eine Reichweite von 130 km. Gleichzeitig ersetzt ein Kilo Wasserstoff 10 kg Diesel oder Benzin. Dabei stellt Wasser die einzige Emission dar.

Bedarf an Wasserstoff steigt weiter an

Aufgrund vielfältiger Einsatzmöglichkeiten nimmt der Bedarf an Wasserstoff weiterhin zu. Wasserstoff stellt nicht nur den wichtigsten und emissionsfreisten Treibstoff der Zukunft dar. Er findet auch in vielen anderen Industrien Verwendung.

Wasserstoff wird für die Produktion von Polysilikon verwendet, welches für die Herstellung von Solarzellen gebraucht wird. Darüber hinaus wird Wasserstoff in der Nahrungsmittelindustrie zur Hydrierung von Ölen und Fetten verwendet. Schließlich wird Wasserstoff in der Glas- und Stahlproduktion eingesetzt. Weitere Einsatzbereiche sind die Kühlung von Kraftwerken, die thermische Bearbeitung und die Pharmaindustrie.

Wasserstoff-Aktien

Der unangefochtene Weltmarktführer für Wasserstoff Aktien ist Ballard Power Systems. Dieses Unternehmen produziert Brennstoffzellen für Schwertransporter, Busse, Gabelstapler und für Schiffe. Das kanadische Unternehmen ist aber auch im Automobilsektor sehr aktiv. Beispielsweise arbeitet Audi mit Ballard Power zusammen, was die Entwicklung eines Konzeptautos angeht. Dieses Fahrzeug wird rein elektrisch mit Wasserstoff angetrieben. Es ist in nur vier Minuten vollgetankt. Allerdings scheint es so zu sein, als würden immer noch die Autohersteller Hyundai und Toyota das Rennen machen. Mehr zu Wasserstoff-Aktien gibt es bei

Viele Patente und eine starke Präsenz in China

Die Firma Ballard hat viele wichtige Patente. Ein Patent deckt beispielsweise den Ersatz von Platin ab, welches die Produktion von Brennstoffzellen noch teurer macht. Gemeinsam mit dem neuen chinesischen Partner Weichai Power, welches 20 Prozent an Ballard hält, will die Firma Brennstoffzellenantriebe bauen. Für diesen Zweck soll ein Joint Venture gegründet werden.

Kurz vor Erreichen der Gewinnschwelle

Das Umsatzwachstum lag im Schnitt in den letzten 3 Jahren bei +34 Prozent. Darüber hinaus wurden für 2017 um die 121 Mio. CAD erlöst. Auf der Basis des EBITDA wurde ein positives Ergebnis von 3,2 Mio. CAD erzielt. Allerdings wurde netto noch ein Verlust von 8 Mio. CAD verzeichnet. Somit ist das Unternehmen nicht mehr weit weg davon, die Gewinnschwelle zu erreichen. Im dritten Quartal 2018 musste das Unternehmen aber einen Rückschlag erleiden. Ein schlechtes China-Geschäft hatte dafür gesorgt, dass der Umsatz auf Quartalsbasis um 30 Prozent gefallen ist.

Nel Hydrogen: Wasserstoff-Unternehmen in Skandinavien

Die Brennstoffzellentechnologie wird auch in Skandinavien stark vorangetrieben. Wasserstoff spielt auch in Norwegen eine große Rolle. Dort möchte man den Stoff als Antrieb für Schiffe einsetzen. Die Firma Nel Hydrogen produziert seit fast 100 Jahren Geräte zur Aufspaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff. Die Firma arbeitet gerade an der Einführung des RotoLyzers. Dieses System gilt in der Wasserstoffproduktion als revolutionär. Es ist hundertmal kleiner als die klassischen Anlagen.

Tesla Motors setzt ebenfalls auf die Brennstoffzelle

Das US-amerikanische Unternehmen Tesla Motors verwendet bei den Elektrofahrzeugen ebenfalls die Brennstoffzelle. Das Unternehmen hatte vor einigen Wochen einen Großauftrag von 800 LKWs vom Getränkehersteller Anheuser-Busch bekommen. Dabei stellt die Firma Nel Hydrogen die Infrastruktur bereit. Es handelt sich hier um den bislang größten Wasserstoff-Auftrag. Das Volumen dieses Auftrags wird auf 1,5 Mrd. USD geschätzt.

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