Welche Versicherungen braucht man wirklich?

Das Leben ist teuer. Wie teuer, hängt von vielen Faktoren ab. Single, Paar oder Familie, Hamburg oder sächsische Provinz, Luxus oder Standard - es kommt darauf an. Einige Kosten lassen sich kaum vermeiden, andere sehr wohl.

Beispielsweise solche für Zahnersatz, Reparaturen von Unfallschäden am Auto oder Forderungen von Dritten, deren Eigentum man beschädigt hat. Mit der richtigen Versicherung bedeuten all diese Dinge aber keinen finanziellen Ruin.

Ein Muss: die Kranken- und Kfz-Haftpflichtversicherung

Doch welche Versicherung ist wirklich notwendig und welche kann man sich getrost sparen? Wie so oft im Leben kommt es hier auf die persönliche Situation an. Eine Krankenversicherung allerdings ist nicht nur für Jedermann zwingend notwendig, sondern auch verpflichtend. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine private oder gesetzliche Krankenversicherung handelt - sie sichert eine gewisse Grundversorgung ab und bewahrt uns vor hohen Kosten, etwa für eine medizinisch notwendige Operation.

Es gibt jedoch Fälle, die per se nicht oder nicht bei jeder Krankenkasse versichert sind. Dazu gehören beispielsweise heilpraktische Maßnahmen oder Zahnersatz. Hier muss gegebenenfalls eine Zusatzversicherung abgeschlossen werden.

Neben der Krankenversicherung gibt es eine weitere Pflichtversicherung, die sich aber nur auf eine bestimmte Personengruppe bezieht: Kraftfahrer. Jeder Halter eines Fahrzeugs muss eine Kfz-Haftpflichtversicherung abschließen, denn wenn bei einem selbstverursachten Unfall das Fahrzeug eines anderen beschädigt wird, soll dieser ja nicht auf den Kosten sitzen bleiben. Teil- oder Vollkasko hingegen sind freiwillig und versichern das eigene Auto. Laut eines Sprechers der Gothaer sei eine Vollkasko-Versicherung dabei vor allem für Neuwagen sinnvoll. Bei älteren Fahrzeugen sei diese in vielen Fällen hingegen weniger angebracht.

Nicht verpflichtend, aber sinnvoll: eine private Haftpflichtversicherung

Mindestens genauso wichtig, wenn auch nicht vorgeschrieben, ist eine private Haftpflichtversicherung. Das Handy eines Freundes rutscht uns aus der Hand und das Display hat einen Riss. Der Nachwuchs schießt mit dem Fußball die Fensterscheibe des Nachbarhauses ein oder wir übersehen jemanden mit dem Fahrrad und er bricht sich den Arm. All das sind Fälle, in denen eine Haftpflichtversicherung zahlt. Für Jugendliche gilt der Schutz innerhalb des Familientarifs in der Regel bis zum 25. Lebensjahr.

In manchen Bundesländern ist es darüber hinaus notwendig, eine Tierhalterhaftpflicht abzuschließen, denn die private Haftpflichtversicherung schließt Schäden durch Hunde aus. Das ist ohne Ausnahmen in Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen der Fall. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es eine solche Regelung nicht und in den anderen Bundesländern nur für bestimmte Hunderassen.

Lieber vorsorgen als verarmen

Einige Versicherungen sind zwar von Gesetzes wegen kein Muss, aber dennoch sinnvoll. Dazu gehört beispielsweise die Berufsunfähigkeitsversicherung. Da wir mit unserer Arbeit den Lebensunterhalt bestreiten, ist der Verlust der Erwerbsfähigkeit oft ein immenser finanzieller Einschnitt und die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht in der Regel nicht aus, um die Kosten des täglichen Lebens zu decken. Wer frühzeitig eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, profitiert von niedrigen Beiträgen, weil in der Regel keine Vorerkrankungen vorhanden sind.

Zudem existieren weitere Versicherungen, die im Einzelfall zu überlegen sind. Dazu zählen die Wohngebäudeversicherung für Eigenheimbesitzer, eine Betriebs- bzw. Berufshaftpflicht für Selbständige bzw. Freiberufler, eine Hausratversicherungen für Schäden durch Einbrüche, Sturm und Feuer oder den Diebstahl von Fahrrädern, eine Auslandsreisekranken- und Reiserücktrittsversicherung, eine Rechtsschutzversicherung oder eine Pflegezusatzversicherung. In allen Fällen lohnt es sich, einen Versicherungsexperten zu fragen, welche Police sinnvoll ist und welche nicht.

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