Wie das Wetter sich auf Asthma auswirkt

Dass Umweltfaktoren, wie der Pollenflug, Asthma Symptome verstärken können ist bekannt. Immer wieder stehen mittlerweile auch Wetterbedingungen im Fokus der Asthma-Forschung. Demnach können Wetterumschläge, Gewitter oder Nebel bei Asthma Patienten Beschwerden hervorrufen.

Kälte und Hitze

Das Einatmen kalter Luft führt zu einer Verengung der Bronchien. Bei Asthmatikern sind die Atemwege chronisch entzündet, bei Anfällen verengen sich die Bronchien und es kommt zu Atemnot. Ein plötzlicher Temperaturabfall um 10° C wirkt ähnlich stark auf die Bronchien wie Allergene und Reizstoffe. Im Winter kommen neben dem kalten Wetter noch weitere Risikofaktoren hinzu:

  1. Trockene Heizungsluft
  2. Erhöhtes Infektionsrisiko
  3. Vermehrter Hausstaub

Aktuelle Untersuchungen legen Nahe, dass auch ein Temperaturanstieg Atembeschwerden begünstigen kann. Eine Studie des Maryland Institute for Applied Environmental Health stellte den Klimawandel und seine Auswirkungen auf Asthma Symptome in den Mittelpunkt. Im Rahmen der Untersuchung wurden Daten von über 115.000 asthmabedingten Krankenhausfällen untersucht. Nach einer drastischen Veränderung des Wetters waren vermehrt Asthmatiker ins Krankenhaus eingewiesen worden.

Extreme Hitze erhöhte das Risiko für eine Krankenauseinweisung aufgrund von Asthmaanfällen um 23 %. Besonders Kinder und Jugendliche zwischen fünf und siebzehn Jahren erlitten vermehrt Asthmaanfälle als Folge von Hitzewellen während des Sommers. Ursächlich ist höchstwahrscheinlich eine höhere Ozon-Konzentration in der Luft als Auslöser der Attacken von Atemnot. (Quelle: )

Gewitter und Regen

Auch der Zusammenhang zwischen vermehrten Asthma Anfällen nach Gewittern wurde bereits wissenschaftlich untersucht. Eine australische Studie berichtete, dass unter den Krankenhausaufzeichnungen von 3 Jahren etwa ein Drittel der gemeldeten Asthma-Fälle in Verbindung mit einem Gewitter zu beobachten waren. Der Verdacht erhärtete sich, da bloß an drei von hundert Gewittertagen keine vermehrten Atemwegsbeschwerden registriert wurden.

Bei Gewittern wird zunächst eine große Menge Pollen aufgewirbelt, bevor Wind und Regen sie wieder zu Boden drücken, wo sie eingeatmet werden und bei Asthmatikern zu Anfällen führen können. Auch die Maryland-Studie belegt, nach starken Regengüssen kommt zu einer Erhöhung der Krankenhauseinweisungen von Asthmatikern um 11 %. (Quelle: )

Luftfeuchtigkeit entscheidender Faktor

Während Luftdruckänderungen bei Gewittern keine Rolle spielen, steht vor allem die Luftfeuchtigkeit im Zentrum der Betrachtung. Nebel und hohe Luftfeuchtigkeit begünstigen das tiefere Eindringen von Schadstoffen in die Atemwege, die nach Regengüssen bzw. Gewittern vermehrt in der Luft zu finden sind. Gleichzeitig kann aber auch trockene Luft die Schleimhäute reizen und Atemwegsbeschwerden verschlimmern. Nach Empfehlung ist für den Menschen eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 70 % ideal.

Mit einfachen Mitteln vorbeugen

Gegen Kälte und Nebelwetter kann ein Schal umgelegt und durch diesen geatmet werden. Bei dichtem Nebel kann es sinnvoll sein, nur wenig Zeit draußen zu verbringen, um die Schadstoffaufnahme zu verhindern. Für eine angemessene Luftfeuchtigkeit in den Innenräumen können elektrische Luftbefeuchter oder Zimmerpflanzen sorgen. Asthmatiker, die empfindlich auf Hausstaub reagieren, können besondere Bettwäsche für Allergiker nutzen und es sollte am besten täglich mit entsprechendem HEPA-Filter staubgesaugt werden.

Tägliches Inhalieren mit Salzwasserlösung kann die Beschwerden lindern und eventuell vorbeugen. Salz zieht Wasser und lässt die Schleimhaut der Atemwege abschwellen und erleichtert das Abhusten. In Patientenschulungen können Asthmatiker erlernen, wie sie am effektivsten abhusten.

Entscheidend ist auch die regelmäßige Überprüfung der Atmung über die Peak-Flow-Messung um eine Verschlechterung der Symptomatik rechtzeitig zu erkennen. Dabei wird der persönliche Bestwert wird mit dem aktuellen Wert verglichen. Erreicht der Wert 80 bis 100 % des Bestwerts, kann man von relativer Beschwerdefreiheit sprechen. Bei einem Wert von 60 bis 80 % des Bestwerts, sollte der Therapieplan angepasst werden. Bei einem Peak-Flow-Wert unter 60 % des Bestwerts sind die Notfallmedikation anzuwenden und sofort ein Arzt aufzusuchen, es handelt sich um eine lebensgefährliche Situation. (Quelle: )

Im Notfall

Schwere Asthmaanfälle können lebensbedrohlich sein. In solchen Fällen erscheinen die Lippen aufgrund des Sauerstoffmangels im Blut bläulich, der Puls ist verlangsamt, der Blutdruck erniedrigt und es sind keine Atemgeräusche über den Lungen wahrzunehmen. Die Erschöpfung kann von starker Schläfrigkeit bis hin zum Koma führen. Daher sollten Asthmatiker im Allgemeinen und insbesondere bei besonderen Wetterbedingungen Notfallmedikamente mitführen.

Zum Einsatz kommen hier vor allem kurzwirksame beta-2-Sympathomimetika, dabei wird insbesondere auf Wirkstoffe wie Salbutamol zurückgegriffen. Speziell für die Akutbehandlung entwickelt, wirkt es innerhalb weniger Minuten. Dabei wird eine Muskelentspannung erzielt. Während eines Asthma Anfalls kommt es zu einer krampfhaften Verengung der Bronchialmuskulatur. Durch eine Imitation des Sympathikus-Reizes wird die Spannung der Atemmuskulatur gelöst. Die Atmung wird erleichtert und normalisiert sich. (Quelle: )

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