Spielzeug Figuren Spielen
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Warum zu viel und zu wenig Spielzeug Kindern schaden kann

Wie viel Spielzeug braucht ein Kind?

Kindheit und Spielen gehören zusammen wie das Feuer zum Vulkan. Spielzeuge verschönern die Kindheit und bieten Kindern die Möglichkeit, sich das Rüstzeug für das spätere Leben anzueignen. Im Idealfall führt solch ein sinnvolles Spielzeug eine Symbiose aus Freude und Lerneffekt herbei. 

Dass das Spielen zur Kindheit dazu gehört, das lässt sich auch daran ersehen, dass sämtliche komplexeren Tiere einen natürlichen Spieltrieb besitzen, den sie vor allem in ihrer ersten Entwicklungsphase ausleben. Der Spieltrieb ist auch in jedem gesunden Menschenkind vorhanden. Es entwickelt im Kontakt mit Gleichaltrigen einen natürlichen Drang zum Spielen und benötigt in der Regel hierzu keine Anregungen und Spielzeug Tipps von Erwachsenen. Zugute beim Spielen kommt Kindern ihre überbordende Fantasie, durch die selbst Treppenhäuser zu einem Spielplatz werden.

Waldkindergärten kommen ohne Spielzeug aus

Theoretisch ist das Spielen auch ohne Spielzeug denkbar und es gibt durchaus die Theorie, dass Spielzeuge Kinder in ihrer Kreativität behindern würden, die in vielen Waldkindergärten gelehrt wird. In diesen Waldkindergärten geht es jeden Tag raus in den Wald und die Kinder werden sich selbst überlassen, um, ähnlich wie Tiere in der Wildnis, aus den Kräften der Natur ihr „Spielzeug“ zu machen. Die Erzieher sind natürlich dabei, halten sich aber weitestgehend zurück. Wir möchten uns diese Gegenüberstellung von „gutem“ natürlichen und „schlechtem“ künstlichen Spielzeug nicht zu eigen machen. An dem Gedanken, dass zu viel handelsfertiges Spielzeug auch seine Nachteile haben kann, ist allerdings etwas dran.

Den gesunden Mittelweg suchen

Wenn Eltern der Theorie von Waldkindergärten folgen und handelsübliches Spielzeug aus dem Kinderzimmer verbannen, dann wecken sie bei ihrem Nachwuchs Begehrlichkeiten. Denn schon im Kindergarten besuchen sich Kinder gern untereinander. Wenn Kinder ohne Spielzeug nun im Kinderzimmer ihrer Freunde einen ganzen Konsumtempel erblicken, dann fühlen sie sich benachteiligt, als bliebe ihnen etwas vorenthalten. Karl Marx erkannte treffend, dass sich der Mensch immer mit anderen vergleicht. Er führte aus, in einem Dorf würden alle nur solange mit ihrer einfachen Hütte zufrieden sein, bis jemand anderes kommt und sich ein größeres Haus baut. Erst im Vergleich mit anderen wird die Unzufriedenheit geweckt.

Probleme bei zu wenig und zu viel Spielzeug

Generell birgt zu wenig Spielzeug zudem das Problem in sich, dass dem Kind zu Hause schnell langweilig wird, was zu einem unausgeglichenen Verhalten führen kann. In diesem Zusammenhang erkannten Psychologen bereits, dass Langeweile eine Form von Stress ist. Die kindlichen Reize werden durch zu wenig Spielzeug zudem nicht ausreichend gefördert. Es geht viel Potenzial verloren, was gutes Kinderspielzeug durchaus bietet.

Zu viel Spielzeug kann aber ebenfalls problematisch sein. Was nämlich die Reizunterforderung bei zu wenig Spielzeug ist, das ist die Reizüberflutung bei zu viel Spielzeug. Die ständige Reizüberflutung mit all den Einbußen bei der Konzentration und Gelassenheit ist ohnehin eine Geißel unserer Zeit. Im Endeffekt reduziert eine wachsende Anzahl an Spielzeugen den Wert des einzelnen Spielzeugs und führt zu einer Art Inflation, die sich darin äußert, dass auch neues Spielzeug immer mehr an Wert verliert. Platzt das Kinderzimmer aus allen Nähten, dann bietet sich also gern eine Vereinbarung mit dem Kind an, von welchen Spielsachen es sich trennen kann, um dieses Spielzeug zu verschenken.

Ist das Glück nur materiell?

Hinzu kommt, dass sich materielle Freude immer an den Erwartungen orientiert. Anthropologen argumentieren in diesem Zusammenhang, dass sich das Glück des Menschen von der Steinzeit bis heute kaum verändert habe, weil mit steigendem Wohlstand die Erwartungshaltung im gleichen Maße gestiegen sei. Wer zu viel hat, habe also so hohe Erwartungen, dass er bereits den Wert von Kleinigkeiten nicht mehr wird schätzen können.

Der letzte Punkt der Kritik bei zu viel Spielzeug ist schließlich ein dadurch gefördertes konsumistisches Weltbild, das dem Kind den Trugschluss vermittelt, persönliches Glück hänge primär von den materiellen Lebensumständen ab. Auch hier konnte die Wissenschaft bereits Antworten geben, dass materielle Einflüsse nur zu 10 % zum persönlichen Glück beitragen. Viel mehr als gutes Spielzeug brauchen Kinder gute Eltern, gute Freunde und eine gute Förderung.

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