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Wissenswertes über Strafverteidiger

Wissenswertes über Strafverteidiger

Wenn Sie Beschuldigter in einem Strafverfahren sind, brauchen Sie einen Strafverteidiger. Der Strafanwalt wird das Beste für Sie herausholen, indem er die optimale Verteidigungsstrategie entwickelt. Ein Strafverteidiger vertritt ausschließlich die Interessen seines Mandanten. Er ist keinen anderen Personen oder Instanzen gegenüber verpflichtet. Seine Schweigepflicht gilt ohne jede Einschränkung. Daher können Sie sich darauf verlassen, dass Ihr Rechtsanwalt Sie stets in Ihrem Sinne berät. Auch in Fällen, in denen ein Beschuldigter die zu erwartende Strafe nicht fürchtet, ist die Verteidigung durch einen Strafverteidiger geboten. Denn selbst bei einem umfassenden Geständnis ist es nicht möglich, über das Strafmaß selbst zu entscheiden. Es ist nie ausgeschlossen, dass der Richter bei der Urteilsfindung etwas übersieht oder sich täuscht. 

Recht auf einen Verteidiger 

Die Strafprozessordnung schreibt vor, dass ein Beschuldigter sich zu jedem Zeitpunkt des Verfahrens des Beistands durch einen Verteidiger bedienen darf (§ 137 I 1 StPO). Dieses Recht, das in der Verfassung verankert ist, sollten Sie unbedingt in Anspruch nehmen. Der Strafanwalt ist Experte und wird sie in dem gesamten Verfahren optimal unterstützen. Es ist dringend davon abzuraten, sich gegenüber der Polizei, dem Staatsanwalt oder vor Gericht selbst zu verteidigen.

Strafverteidiger so früh wie möglich konsultieren 

Sobald Sie von der Polizei vorgeladen werden oder einen Anhörungsbogen erhalten, sollten Sie schnellstmöglich Kontakt mit einem Strafverteidiger aufnehmen. Je früher Sie einen auf das Strafrecht spezialisierten Anwalt konsultieren, umso besser sind ihre Chancen. Wenn Sie eine Anklageschrift der Staatsanwaltschaft erhalten, sollten Sie sofort einen Verteidiger konsultieren. Denn dann ist das Ermittlungsverfahren bereits abgeschlossen.

Schweigen ist Gold 

Die meisten Beschuldigten halten sich selbst für unschuldig. Bei dieser Überzeugung schleicht sich oft ein Denkfehler ein: „Wenn ich unschuldig bin, wird dies doch auch das Gericht feststellen.“ Jeder erfahrene Strafanwalt wird Ihnen erklären, dass dies nicht immer geschieht. Viele Polizeibeamte und Staatsanwälte sind in ihrer Rolle so voreingenommen, dass sie die Aussagen des Beschuldigten uminterpretieren. Was Sie sagen, kann tatsächlich gegen Sie verwendet werden. Jedes Wort kann eines zu viel sein. Daher sollten Sie zunächst schweigen und mit Ihrem Verteidiger klären, welche Informationen Sie preisgeben sollen. 

Vorsorgliche Beratung 

Haben Sie von der Polizei oder Staatsanwaltschaft noch keine Nachricht erhalten, aber vermuten, dass ein Strafverfahren gegen Sie geführt wird, dann sollten Sie sich unbedingt vorsorglich von einem Strafanwalt beraten lassen. Falls eine Durchsuchung oder gar Ihre Verhaftung bevorsteht, gewinnt Ihr Verteidiger durch eine frühzeitige Beauftragung wertvolle Zeit. Dann kann er die drohende Maßnahme abschwächen oder sogar vollständig abwenden. Bitte machen Sie sich klar, dass strafrechtliche Ermittlungen Ihre Reputation dauerhaft beschädigen können, selbst wenn später Ihre Unschuld erwiesen wird. Das Risiko eines Zeitverlustes sollten Sie auf keinen Fall eingehen, sondern unmittelbar einen Strafanwalt konsultieren. 

Pflichtverteidigung 

Eine Pflichtverteidigung ist vorgesehen, wenn
- Ihnen eine Tat vorgeworfen wird, bei der die Untergrenze des Strafmaßes mehr als ein Jahr beträgt, 
- die Hauptverhandlung in erster Instanz vor dem Schöffengericht oder einem höheren Gericht stattfindet, 
- Untersuchungshaft vollstreckt wird,
- Sie nicht in der Lage sind, sich selbst zu verteidigen (vgl. §140 StPO).

Die Bedürftigkeit ist dabei kein Kriterium. Wenn Sie bereits einen Verteidiger ausgewählt haben, wird dieser als Pflichtverteidiger beigeordnet. Bereits im Zuge des Ermittlungsverfahrens ist es möglich, einen Antrag auf Pflichtverteidigung zu stellen (§141 StPO). Voraussetzung dafür ist, dass ein Beiordnungsgrund gemäß §140 StPO vorliegt. 

Kosten für einen Strafverteidiger 

Die Vergütung eines Strafverteidigers ist im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) geregelt. Die Gebühren für einen Pflichtverteidiger liegen gut ein Fünftel unterhalb der Gebühren für eine Wahlverteidiger und können vom Staat vorgestreckt werden. Wenn der Beschuldigte freigesprochen wird, zahlt der Staat die Gebühren für die Verteidigung lediglich im Umfang der gesetzlichen Vergütung. Bei einer Verurteilung fallen die Kosten für die Verteidigung dem Verurteilten zur Last. Dies gilt auch für die Pflichtverteidigung.

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