Zahlen des statistischen Bundesamts — So profitiert der Staat von Lottospielern

Bereits vor Jahren wurde die Gebühr des Lottospiels von prominenter Stelle als "Dummensteuer" bezeichnet. Bis heute stellen sich viele Experten die Frage, inwiefern die Monopolstellung der Lotto GmbH in Deutschland zulässig ist. Derweil sehen immer mehr Spieler ihre Chance, mit dem Ankreuzen der richtigen Zahlen alle finanziellen Sorgen zu beseitigen. Doch welchen Nutzen zieht der Fiskus am Ende aus diesem Angebot, das nun seit vielen Jahren unverändert besteht?

Anfänge in den 1950er Jahren

Bereits in den 1950er Jahren gab es in Deutschland eine große Anhängerschaft der Lotterien. In der Zeit des Wirtschaftswunders verfügte die Bevölkerung plötzlich über zusätzliche finanzielle Mittel und wollte diese auch zur persönlichen Vergnügung einsetzen. Die Lotterie bot ihnen die Möglichkeit, sich nicht nur an der aktuellen Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation zu erfreuen, sondern den Blick darüber hinaus auf höhere Ziele zu richten. Mit den Jackpots in Höhe von mehr als einer Million Mark war es zur damaligen Zeit möglich, besondere Anreize zu setzen. Schnell wurde mit dem Angebot eine so große Zahl an Spielern erreicht, dass sich diese als Zielgruppe im Fernsehen nutzen ließen. Schon bald wurde die Ziehung der Zahlen deshalb öffentlich ausgestrahlt.

Bis zu diesem Tage bewahrte das Lottospiel seine ursprüngliche Anziehungskraft. Dabei stehen den Spielern von heute noch viele weitere Möglichkeiten zur Verfügung, die sie im spielerischen Sinne nutzen könnten. Dazu zählen etwa moderne Online Casinos, welche sich mit wenigen Klicks im Internet aufrufen lassen. Sie bieten den Spielern eine große Zahl unterschiedlicher Spiele, sowie einen Bonus für die erste Einzahlung. Hier gelangen Sie eines Anbieters, welcher diese Offerten genauer miteinander verglich.

Einnahmen in Milliardenhöhe

Doch wer profitiert nun finanziell von der anhaltenden Beliebtheit der Lottoscheine? Die Kette der Profiteure beginnt bereits mit den kleinen Betreibern des Lotto-Kiosks. Diese erhalten für ihren Dienst eine kleine Gewinnmarge, welche sich in der Bearbeitungsgebühr ausdrückt. Für viele Anbieter handelt es sich seit Jahren um ein wichtiges Zubrot zu ihrem Verdienst, welches sie weiter dazu antreibt, eine Annahmestelle zu betreiben. Der weit größere Teil der Einnahmen wird bei der Lotto GmbH verbucht. Denn sie schüttet längst nicht 100 Prozent der Einnahmen wieder als Gewinn aus. Stattdessen müssen einerseits die Kosten für die bestehenden Strukturen gedeckt werden. Da diese von Bundesland zu Bundesland verschieden sind, lässt sich die genaue finanzielle Ausrichtung nur schwer einschätzen.

Auf der anderen Seite wurde staatlich vereinbart, dass ein Teil der Einnahmen des Spiels in gemeinnützige Projekte fließen soll. Pro Bundesland fallen dabei Einnahmen von rund zehn Millionen Euro an, welche an Vereine oder Stiftungen fließen. Darüber hinaus werden die Landeshaushalte mit den Geldern unterstützt, die etwa den Bau von öffentlichen Plätzen oder die Finanzierung von sozialen Angeboten ermöglichen. Damit hat der Gemeinsinn noch immer einen wichtigen Platz in der Kostenstruktur, wie sie die Lotto GmbH in diesen Tagen präsentiert.

Die Gelder des Fiskus

Gleichsam gibt es steuerliche Belastungen, welche auch auf das Lottospiel zutreffen. Über die Abgaben, welche von den Landesstellen zu leisten sind und über die staatliche Beteiligung an der GmbH selbst verdient der Fiskus hohe Summen. Die erste öffentliche Diskussion darüber stieß das statistische Bundesamt schon im Jahr 2003 an. Es wurde darauf hingewiesen, dass der Staat in nur einem Jahr Einnahmen von 4,7 Milliarden Euro aus dem Glücksspiel zu verbuchen hatte. Der größte Anteil dieser Summe entfiel dabei auf Einnahmen, welche mit dem Lotto generiert wurden.

In den nächsten Jahren stieg diese Summe noch weiter an. Dies ist einerseits auf die wachsende Beliebtheit des Lottos zurückzuführen. Auf der anderen Seite griff durch den neuen Staatsvertrag aus dem Jahr 2012 noch in anderen Bereichen die Glücksspielsteuer. So ist es seither zum Beispiel für die Anbieter von oder Sportwetten notwendig, fünf Prozent des Einsatzes als Steuer an den Staat abzuführen. Von jeder Million, welche die Unternehmen umsetzen, fließen aus diesem Grund 50.000 Euro an den Staat. Das Glücksspiel nimmt somit eine äußerst wichtige Position im finanziellen Bundeshaushalt ein, die sich kaum ersetzen lässt.

Weitere Lotterien folgten

Natürlich erscheint das Lotto auf den ersten Blick als besonders gewinnbringende Konstellation. Auf der einen Seite stehen Spieler, die sich für wenig Geld die Chance auf einen hohen Jackpot sichern. Pro Jahr werden so in Deutschland etwa 5 Milliarden Euro ausgeschüttet. Sogleich entstehen Überschüsse, die zu einem großen Teil in soziale Projekte fließen, die wiederum der Mehrheit der Bevölkerung zugute kommen sollen. Auch dieser Blick auf die Lage der Dinge dürfte ausschlaggebend dafür gewesen sein, dass noch weitere Lotterien nach diesem Muster folgten. Dazu zählt zum Beispiel die deutsche Fernsehlotterie, welche ihren Spielern wöchentlich die Chance bietet, den Höchstgewinn von einer Million Euro zu kassieren. Die Bewerbung des Angebots fußt dabei ganz maßgeblich auf der Möglichkeit, soziale Projekte zu unterstützen. Bei der Bekanntgabe der Zahlen im Fernsehen erfolgt aus diesem Grund stets die Vorstellung des betreffenden Projekts.

Als eine der größten privaten Förderorganisationen konnte sich in den vergangenen Jahren auch die Aktion Mensch in den Blickpunkt rücken. Ihr ist es gelungen, mithilfe der generierten Gelder wichtige Projekte auf dem Gebiet der Inklusive zu unterstützen. In Kooperation mit dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen waren die Anbieter in den vergangenen Jahren dazu in der Lage, ihr Angebot schrittweise auszubauen und noch mehr Menschen damit zu erreichen. Bei beiden Modellen lässt sich zudem ein größerer Anteil der finanziellen Mittel beobachten, welcher für den Einsatz bei den auserwählten Projekten gedacht ist.

Bereicherung auf Kosten der Bürger?

Immer deutlicher wird derweil die Kritik am staatlichen Lotto, welches nicht primär von den Spielern zur Unterstützung gemeinnütziger Projekte gespielt wird. Dennoch gelingt es dem Staat gerade dort, große Summen zu erwirtschaften. Kritiker sprechen von einer Bereicherung auf Kosten schlechter gestellter sozialer Schichten. Denn diese werden gezielt zum Spielen animiert, womit letztlich die Gefahr der Spielsucht verbunden ist. Dieses Modell halten einige Seiten für nicht zukunftsfähig, was den Wunsch nach akuten Verbesserungen auf den Plan ruft.

Eine Möglichkeit, wie in Zukunft gezielte Anpassungen vorgenommen werden könnten, beruft sich auf die Situation in Finnland. Auch dort profitiert der Staat finanziell von den Glücksspiel-Erträgen. Lotterien sind nahezu gleich populär, wie aktuell in Deutschland. Dennoch verpflichtete sich die Regierung dazu, etwa die Hälfte der generierten Einnahmen in Maßnahmen zur Prävention von Spielsucht zu investieren. Obwohl dies die Erträge auf lange Sicht schmälern könnte, wurden in diese Schritte unternommen, um den Kreislauf eines Tages zu unterbrechen. Bislang ist die Resonanz, auf welche die Maßnahmen treffen, durchweg positiv.

Doch nicht nur diese gilt als Kritikpunkt am aktuellen System. Auf der anderen Seite zeichnet sich Widerstand gegen die Marktstrukturen des Glücksspiels in Deutschland ab. Auf geradezu protektionistische Weise ist der Staat gewillt, private Anbieter vom Markt fernzuhalten. Dies geschieht mit dem Wunsch, die Marktführerschaft der Lotto GmbH gar nicht in Gefahr geraten zu lassen und die Umsätze stabil zu halten. Private Unternehmen müssen daher in andere EU-Staaten auswandern, um dort eine Lizenz zu erhalten. In der Folge fließen jedoch auch die Steuern dieser privaten Unternehmen in die auserwählten Länder. Am Ende schafft es das System auf diese Weise, zu seinem eigenen Kritikpunkt zu werden und sich dadurch immer mehr zu destabilisieren.

So sehr die Menschen auch in Datteln die Möglichkeiten der Lotterien schätzen, so sind sie sich der Lage bewusst. An der Präsenz der Lotto-Kiosks, wie etwa auf dem Marktplatz, wird dies keinen Abbruch tun.

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