Zunehmende Privatisierung der Wasserversorgung

Wasser bedeckt den größten Teil unseren Planeten, doch nur ein sehr geringer Teil davon ist genießbar. In vielen Ländern ist Trinkwasser ein knappes Gut. Der Dürresommer 2018 hat auch den Mitteleuropäern vor Augen geführt, Ernteausfälle waren ebenso zu verzeichnen wie Versorgungsengpässe, weil Schiffe die gewohnten Wasserwege nicht oder nur mit Abstrichen nutzen konnte.

Wo eine Ware unverzichtbar ist, aber nur in begrenztem Umfang zur Verfügung steht, sind Unternehmen, die sich hier ein gutes Geschäft versprechen, nicht weit. Der Verkauf von Wasserrechten an private Investoren steht häufig in der Kritik. Die Liste der Vorwürfe beinhaltet Punkte wie drastische Preisanstiege und eine Verschlechterung der Versorgungslage. Letzteres ist auf eine mangelhafte Wartung und Instandhaltung der Leitungen zurückzuführen. Dort, wo es aufgrund ausreichender Niederschlagsmengen kein Wassermangel herrscht, sehen Privatinvestoren sich nicht gezwungen, leckende Rohre unverzüglich zu reparieren.

Die Gebühren für Wasser und Abwasser schwanken hierzulande erheblich. Sie werden von den Kommunen festgesetzt und machen für Städte und Gemeinden einen bedeutenden Teil ihrer Einnahmen aus. Die Antwort auf die Frage: "?" hängt demnach vom Standort des Verbrauchers ab.

Diejenigen, die gegen eine Privatisierung von Wasserrechten sind, argumentieren damit, dass der freie Zugang zu Trinkwasser ein Grundrecht ist. Damit befinden sie sich in Einklang mit den Vereinten Nationen, die darin ebenfalls ein Menschenrecht sieht. Verfechter der gegnerischen Position argumentieren damit, dass Wasser eine Ware sei, für die ein bestimmter Wert festgesetzt werden müsse. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass diese Ansicht nicht sehr populär ist. Dies bekam vor einigen Jahren auch die EU_Kommission zu spüren, als die Frage der Wasserprivatisierung auf den Tisch kam. Schnell formierte sich Widerstand gegen die Pläne und im Jahre 2013 beugte sich die Kommission dem Druck und versprach, die Wasserversorgung nicht in private Hände zu geben.

Wer glaubt, damit habe sich die Frage erledigt, irrt. Denn die Aussicht auf Profit ist für die Unternehmen zu groß, um das Thema einfach auf sich beruhen zu lassen. Eine hohe Staatsverschuldung wie sie in Griechenland herrscht, kommt den Bestrebungen von Nestlé und Co. in dieser Hinsicht sehr entgegen. So sah sich Griechenland gezwungen, die Privatisierung der Wasserversorgung zu ermöglichen.

Der Verteilungskampf um sauberes Wasser geht also unvermindert weiter. , in denen sich Trinkwasservorkommen befinden. Damit sichern sie sich die Verteilungshoheit über ein unverzichtbares Gut, für das sie nahezu jeden Preis verlangen können.

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