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Kaum zu glauben, welchen Wirbel dieses Männchen verursacht.

Ampelmännchen

Verkehrsministerium versteht keinen Spaß

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RECKLINGHAUSEN - Keine "Grubenmännchen" an Recklinghäuser Fußgängerampeln? Einige unserer Leser konnten gar nicht glauben, dass sich die Bezirksregierung da querstellt. Doch wie sich herausstellte, sitzen die Spielverderber gar nicht in Münster, sondern in Düsseldorf. Präzise gesagt: im NRW-Verkehrsministerium.

Von dort wurde nämlich bereits im Juni dieses Jahres ein Rundschreiben versandt, in dem ein Regierungsbaudirektor namens Georg Stüben erläutert, wie mit solchen Sinnbildern wie dem Kumpelmännchen mit Helm und Grubenlampe zu verfahren sei. Schließlich war dem Ministerium bekannt geworden, dass verschiedene Kommunen Überlegungen anstellen, „die standardisierten Sinnbilder für Fußgänger in Lichtsignalanlagen durch werbewirksam gestaltete Piktogramme mit erhofftem identitätsstiftenden Charakter zu ersetzen“, wie es dort wörtlich heißt. Zwar seien die Beweggründe der Städte nachvollziehbar, jedoch gebe es, so das Ministerium, „erhebliche grundsätzliche und vor allem verkehrssicherheitstechnische Bedenken“.

Daher wurden in der Vergangenheit auch entsprechende Anträge abgelehnt. Und ausdrücklich sei die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung nur bei nachweislich besonders dringenden Fällen möglich. Dieses Schreiben wurde an alle möglichen Institutionen (u.a. Straßen.NRW, Städte- und Gemeindebund) verschickt, die ganz oben stehenden Adressaten waren die Bezirksregierungen. So entstand in der Recklinghäuser Verwaltung das Missverständnis, dass das Schreiben aus Münster stammt.

Doch nun stellt sich die Frage, warum die Duisburger dann überhaupt die Grubenmännchen einführen dürfen. Und eben nicht nur eins, sondern in Kürze sogar sechs. Auf Nachfrage zeigt sich, dass die dortige Verwaltung einen ganz unkomplizierten Ansatz gewählt hat. Eine Rathaussprecherin erklärt: „Die Straßenverkehrsordnung (§ 37 (5) StVO) legt fest, wie Ampeln für Fußgänger und Radfahrer auszusehen haben. Im Lichtzeichen für Fußgänger muss das rote Sinnbild einen stehenden, das grüne einen schreitenden Fußgänger zeigen. Beides ist bei den Bergmännchen-Ampeln der Fall.“

Mal schauen, ob Duisburg mit dieser Sichtweise durchkommt. Sicher ist jedenfalls, dass der Stadt die Installierung der ersten Grubenmännchen-Ampel 1000 Euro wert war. Doch die war ja noch ein Unikat, ab jetzt wird es billiger.

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