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Warb für die Vorsorge-Vollmacht: NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (r.) im Gespräch mit der Direktorin des Amtsgerichts, Karin Böhlje, und Geschäftsleiter Peter Labenski. --Foto: Nowaczyk

Amtsgericht

Justizminister wirbt für die Vorsorge

RECKLINGHAUSEN - Wer trifft Entscheidungen in meinem Sinne, wenn ich einmal nicht mehr Herr der eigenen Sinne sein sollte? Um diese zentrale Frage ging es beim „Tag des Betreuungsrechtes“ im Amtsgericht.

„Ein wichtiges Thema, das man allerdings gerne verdrängt“, sagte NRW-Justizminister Thomas Kutschaty, der durch sein persönliches Erscheinen an der Reitzensteinstraße die Bedeutung des Themas unterstrich: „Heute stehen in NRW bereits 305 000 Menschen unter Betreuung, Tendenz steigend“, so Kutschaty. Dabei sollte es nicht nur älteren Menschen ein Anliegen sein, Vorsorge für den Fall der Fälle zu treffen. Diese Botschaft ist angekommen beim „Tag des Betreuungsrechtes“, denn es nutzten auch erstaunlich viele jüngere Leute die Chance, sich über die rechtlichen Rahmenbedingungen von Vorsorge-Vollmacht und Patientenverfügung zu informieren und sich mit konkreten Fragen an die fünf Recklinghäuser Betreuungsrichter zu wenden. „Die Resonanz auf unsere Aktion war den ganzen Tag über enorm“, freute sich die Direktorin des Amtsgerichtes, Karin Böhlje. In Vorträgen erläuterten Richter, Anwälte und gesetzlich bestellte Betreuer wie das Recht in der Praxis angewendet wird. Das Gesetz zur Betreuung ist noch relativ jung: Erst 1992 trat es in Kraft – auch unter dem Einfluss des demografischen Wandels. Mit einer „Entmündigung“ – wie gemeinhin angenommen – hat eine Betreuung nichts zu tun. Vielmehr geht es darum, frühzeitig Menschen zu bestimmen (meist sind es nahe Angehörige), die Entscheidungen treffen, wenn der eigene freie Wille nicht mehr gegeben ist.

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