Das zukünftige Baugebiet Becklemer Weg.
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Auch auf dem ehemaligen Betriebshof der Firma Isselstein sollen am Becklemer Weg Häuser entstehen. Noch hat die WG das Gelände nicht gekauft.

Suderwich

Verseuchtes Baugebiet am Becklemer Weg? Gutachter äußert sich

  • Ulrike Geburek
    vonUlrike Geburek
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Was verbirgt sich im Boden am Becklemer Weg? Nichts, was den geplanten Baustart verhindern könnte, urteilt nun der Gutachter. Die Anwohner sehen das indes anders.

  • Anwohner warnen vor „giftigem“ Grundwasser
  • Baubeginn ist für 2021 geplant
  • Erdboden wird ausgetauscht

Trotz aller Proteste plant die Wohnungsgesellschaft Recklinghausen (WG) auch weiterhin am Becklemer Weg auf dem Areal des heutigen Netto-Marktes bis hin zum ehemaligen Bahnhof ein Neubaugebiet. „Es wird alles unternommen, um dort gesundes Wohnen möglich zu machen“, betont Norbert Höving, der Technische Beigeordnete. Die Sorge der Anwohner, der Boden und das Grundwasser des ehemaligen Betriebshofes der Firma Isselstein könnte verseucht sein, hält er für unbegründet.

Gutachter Ralf Kuchinke, der von der WG beauftragt wurde, belegt das mit Zahlen: 17 sogenannte Bodenluft-Messungen und 190 weitere Proben aus einer Tiefe von fünf Metern hätten eine unterschiedliche Schadstoffkonzentration ergeben, aber nur an einigen wenigen Stellen seien die Grenzwerte überschritten worden. Gefunden haben die Fachleute Arsen und Chrom, außerdem sind die PAK-Werte zu hoch. PAK steht für „Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe“, die teilweise krebserregend sind. „Wohnbebauung ist dort aber trotzdem möglich“, sagt Kuchinke.

„Teppich" trennt den alten vom neuen Boden

Darum soll es eine „Kombi-Lösung“ geben. Und die sieht so aus: Der Erdboden wird in den Gärten 60 Zentimeter abgetragen und ausgetauscht. In 40 Zentimetern Tiefe legen die Fachleute außerdem einen „Teppich“ zwischen den alten und neuen Boden. „Er dient als Signalschicht, falls doch jemand auf die Idee kommen sollte, dort zu graben“, erklärt der Gutachter.

Trotzdem sorgen sich Anwohner um deren Wohl, allen voran Andrea Graf. Sie erzählt, dass bis Ende 1984 giftiges Abwasser der Kesselwagenreinigungsfirma Braack ungehindert vom Bahndamm aus ins Erdreich geflossen sei. Berichte der unteren Wasserbehörde des Kreises belegen allerdings: Der Schaden befindet sich nicht im Bereich der künftigen Baufläche. „Wir haben ebenfalls keine Hinweise darauf gefunden, dass das Grundwasser verunreinigt ist“, sagt Norbert Höving.

Anwohner aus Recklinghausen fordern Untersuchung des Grundwassers

Das bezweifelt Andrea Graf indes auch weiterhin. Sie fordert eine Untersuchung des Grundwassers, um auf Nummer sicher zu gehen und die Nachbarn zu beruhigen. „Warum geschieht das nicht? Hat da jemand etwas zu verbergen?“, fragt sie. Die Suderwicherin hofft nun auf die Unterstützung der Grünen und des Naturschutzbundes. Einen ausführlicheren Bericht lesen Sie in unserem E-Paper

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