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Eindrucksvolle Worte: Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck ermunterte die Schüler in der Christuskirche, ihr Wahlrecht zu nutzen.

Christuskirche

Gauck spricht vor 600 Schülern

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RECKLINGHAUSEN - Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck war am Dienstag zu Besuch in Recklinghausen. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum Demokratiejahr sprach der 79-Jährige auf Einladung des „Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage“ vor 600 Schülern (und deutlich weniger Erwachsenen) in der Christuskirche.

Der frühere Pfarrer und Bürgerrechtler in der DDR schaffte es mit einfühlsamen und bewegenden Worten, Bedeutung und Wert der Demokratie ins Bewusstsein seiner Zuhörer zu bringen. 50 Jahre alt war er, als er zum ersten Mal wirklich die Wahl hatte, erzählte er. Und erinnerte sich daran, dass ihn an diesem Tag Menschen fragten, warum er denn so unfassbar glücklich aussehe. „Ihnen habe ich gesagt: Ich habe gewählt!“ Seither habe er es bei keiner Wahl versäumt, seine Stimme abzugeben. Aufruf zum Wahlgang

Er rief die Schüler, die am Sonntag das Europaparlament mitwählen dürfen, und jene jüngeren, die in den kommenden Jahren Demokratie mitbestimmen dürfen, dazu auf, aufzuwachen und wählen zu gehen. Gauck machte klar, was er als Ausreden oder Ausflüchte nicht toleriere: Da sage ihm einer, dass es doch eh keine Unterschiede zwischen den Parteien gebe. Seine Antwort: Die einen seien menschenfreundlich, andere menschenfeindlich: „Kann es größere Unterschiede geben?“ Keine Meinung bei einem Thema zu haben, bei dem es um Zusammenleben geht und um die Gesellschaft, ist für Gauck nicht hinnehmbar: „Ja, geht‘s denn noch?“

Jugendliche fragen nach

Nadine Mucha, Elisabeth Thormann und Shawn Sieners vom Kinder- und Jugendparlament entlockten Gauck, warum er sich nicht parteipolitisch gebunden habe. Er sei ein linker, liberaler Konservativer, sagte er. Jugendliche von sechs Recklinghäuser Schulen steuerten Beiträge zum Thema Demokratie bei, die sie in den vergangenen Monaten erarbeitet hatten.

Neue Bodenplatte enthüllt

Im Anschluss besuchte Joachim Gauck mit Bürgermeister Christoph Tesche und dessen dessen Schmalkalder Amtskollegen Thomas Kaminski das Mahnmal „Unteilbares Deutschland“ bei St. Peter. Dort wurde eine Bodenplatte enthüllt, die die wichtigsten Stationen der deutschen Demokratiegeschichte nachzeichnet. Zum Abschluss seines Besuchs in Recklinghausen trug sich Gauck ins Goldene Buch der Stadt ein.

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