Landgericht Bochum.
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Ein vorbestrafter Drogendealer aus Recklinghausen musste sich vor dem Landgericht Bochum verantworten.

Prozess am Landgericht

Drogendealer aus Recklinghausen kassiert langjährige Haftstrafe

  • Werner von Braunschweig
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Ein Drogendealer aus Recklinghausen-Hochlarmark ist am Landgericht Bochum zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der 36-Jährige war im Januar nach einer wilden Verfolgungsjagd mit der Polizei nicht zum ersten Mal mit Drogen und Waffen erwischt worden.

Update, 31. März: Der Angeklagte war binnen eines Jahres gleich zweimal mit großen Mengen Drogen und Waffen erwischt worden. Im Februar 2020 waren laut Urteil in einem auf der Hillerheide in Recklinghausen geparkten Mercedes unter anderem ein Eimer mit 5,3 Kilo Amphetaminen und ein griffbereites Schlagring-Messer entdeckt worden. Dennoch lieferte sich der Dealer im Januar 2021 in Herne mit einem Sportwagen eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei – bei der am Ende erneut Drogen und Waffen entdeckt wurden. „Die zweite Tat war an Dreistigkeit nicht zu überbieten“, hieß es in der Urteilsbegründung. Die Staatsanwaltschaft hatte nach der Festnahme des Dealers auch den zweiten Vorfall noch kurzfristig mitangeklagt.

Da für bewaffneten Drogenhandel üblicherweise pro Tat fünf Jahre Haft minimum vorgesehen sind, sei der 36-Jährige „sehr milde“ bestraft worden, hieß es. Neben der Haftstrafe ordneten die Richter der 9. Strafkammer zudem an, dass der Dealer wegen eigener Drogensucht einen Teil der Strafe in einer geschlossenen Entziehungsanstalt verbüßen soll. Bis zum Beginn der Therapie muss er laut Urteil aber jedenfalls noch fast zweieinhalb Jahre im Gefängnis absitzen.

Unsere Erstberichterstattung: Es war am 14. Januar gegen 17 Uhr, als der Angeklagte im Norden von Herne in einem weißen BMW X 70 ins Visier eines Funkstreifenwagens geraten war. Die Polizeibeamten hefteten sich laut Anklage an die Stoßstange, gaben optische und akustische Anhaltesignale, die von dem BMW-Fahrer jedoch ignoriert wurden.

Stattdessen versuchte er zu flüchten und soll das Fahrzeug dabei auf bis zu Tempo 120 beschleunigt haben. Bei der Fluchtfahrt wurden drei parkende Autos demoliert. Warum der 36-jährige Hochlarmarker es so eilig hatte, erkannten die Beamten laut Anklage bei der späteren Festnahme durch einen Blick ins Wageninnere: Dort fanden sie neben einem „Kriegshammer“ und einem Springmesser eine Sporttasche mit Amphetaminen sowie hochreinem Kokain.

Kein Führerschein und schon vorgewarnt

Mehr als dreist: Der Angeklagte besaß offenbar nicht nur keinen Führerschein, sondern er war auch bereits vorgewarnt. Denn am 28. Februar 2020 soll er an der Gertrudisstraße schon einmal – diesmal mit einem weißen Mercedes – einer Polizeistreife aufgefallen und dabei ebenfalls mit Rauschgift und Waffen erwischt worden sein.

Die Polizeibeamten waren seinerzeit über ein gestohlenes Kennzeichen auf den weißen Mercedes aufmerksam geworden. Auch in diesem Fahrzeug hatten die Polizisten Drogen, unter anderem einen Eimer mit 5,3 Kilo Amphetaminen, und ein Messer mit einem Schlagring-Griff entdeckt.

Mann aus Recklinghausen droht Gefängnis

Dem Angeklagten drohen jetzt vor der 9. Strafkammer am Bochumer Landgericht möglicherweise sogar zehn Jahre Haft und mehr – denn es geht gleich zweimal um bewaffneten Rauschgifthandel (Mindeststrafe pro Tat: fünf Jahre Haft). „Sie sollten unbedingt versuchen, Schadensbegrenzung zu betreiben“, mahnte Richter Volker Talarowski.

In einem weiteren Prozess geht es um ein Großfeuer im März 2020 in einem Mehrfamilienhaus an der Marienburger Straße. Ein 28-Jähriger muss sich vor dem Bochumer Schwurgericht verantworten. Eine 85-Jährige leidet bis heute unter Folgen des Wohnungsbrands.

Wie die Leitstelle der Polizei mitteilt, ist am Samstagabend (27.2.) der Rewe-Markt am Westring in Recklinghausen überfallen worden. Die Polizei hat eine großräumige Fahndung eingeleitet.

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