Ein Einbrecher steigt durch ein Fenster ein.
+
Ein Einbrecher steigt durch ein Fenster ein.

Vor Gericht

Einbrecher aus Recklinghausen hat sich zu früh gefreut

Da dachte ein 25-Jähriger aus Recklinghausen, dass er am Amtsgericht im hessischen Gelnhausen nach einem Einbruch noch einmal glimpflich davon gekommen sei. Doch unmittelbar nach Verkündung einer Bewährungsstrafe wurde er wieder festgenommen.

Der Recklinghäuser musste sich in Gelnhausen wegen eines Einbruchsdiebstahls im Dezember 2018 verantworten. Er war recht rabiat in ein Fitnessstudio in Bad Soden eingedrungen, hatte mehrere Türen aufgehebelt und eine Glastür mit einem Feuerlöscher eingeschlagen. Dies wurde ihm letztlich zum Verhängnis. Denn er muss sich an den Scherben verletzt haben. Jedenfalls fand die Polizei Blutspuren. Er stahl 2000 Euro Bargeld.

Aus den Blutresten gelang es dem hessischen Landeskriminalamt, die DNA des Mannes zu isolieren. Ein Abgleich im Netz erbrachte zunächst einen Treffer in Frankfurt, wo ebenfalls bei einem Einbruch die DNA des Recklinghäusers festgestellt wurde. Über eine internationale Datenbank führte eine Spur schließlich nach Belgien, wieder wegen eines Einbruchs. Und die Kollegen dort hatten auch schon den zugehörigen Namen ermittelt, eben den des 25-Jährigen.

Keine Erinnerungen an die Tat

Vor Gericht beteuerte er, an den Einbruch im Fitnessstudio keinerlei Erinnerung zu haben. Im Jahr 2018 habe er eine schwere Zeit durchgemacht und sei meistens alkoholisiert gewesen, wohl auch bei dieser Tat. Da seine DNA am Tatort war, müsse er wohl der Täter sein. Und das gestohlene Geld? Das „ging halt so weg“, sagte der arbeitslose Recklinghäuser.

Seine Jugend sei problematisch gewesen, da er ohne Vater aufwachsen musste. Er mühe sich, ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen, und wohne wieder bei seiner Mutter in Recklinghausen.

In seinem Vorstrafenregister fanden sich zahlreiche Eintragungen: Diebstahl, Körperverletzung, Hausfriedensbruch, Hehlerei und diverse Einbrüche – für den Staatsanwalt eindeutig „eine lange kriminelle Tradition“. Der Angeklagte nehme sich, was er kriegen könne. Er forderte zweieinhalb Jahre Haft ohne Bewährung.

Richter gewährt letzte Chance

Richter Wolfgang Ott gab dem 25-Jährigen eine „letzte Chance“, verurteilte ihn lediglich zu einer einjährigen Haftstrafe, ausgesetzt auf vier Jahre zur Bewährung, plus 200 Sozialstunden.

Nach der Urteilsverkündung trat der Polizeibeamte, der zuvor als Zeuge gehört worden war, an den Recklinghäuser heran und verkündete ihm die Festnahme. Im Gepäck hatte der Ordnungshüter einen Haftbefehl des Amtsgerichts Worms. Er soll sich dort wegen Sachbeschädigung und versuchten schweren Diebstahls verantworten. Von Ulrich Schwind

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Gute Nachrichten: Kangal Jonny ist wieder da
Gute Nachrichten: Kangal Jonny ist wieder da
Gute Nachrichten: Kangal Jonny ist wieder da
Erste Lehrer in Recklinghausen werden geimpft
Erste Lehrer in Recklinghausen werden geimpft
Erste Lehrer in Recklinghausen werden geimpft
Neun Corona-Infektionen in Recklinghausen registriert - Inzidenz sinkt
Neun Corona-Infektionen in Recklinghausen registriert - Inzidenz sinkt
Neun Corona-Infektionen in Recklinghausen registriert - Inzidenz sinkt
Corona-Folgen in Recklinghausen: Vier Familien wollen ihr Kind zur Adoption freigeben
Corona-Folgen in Recklinghausen: Vier Familien wollen ihr Kind zur Adoption freigeben
Corona-Folgen in Recklinghausen: Vier Familien wollen ihr Kind zur Adoption freigeben
Baustelle auf der A43 zwischen Recklinghausen und Herne  könnte am Wochenende für Probleme sorgen
Baustelle auf der A43 zwischen Recklinghausen und Herne könnte am Wochenende für Probleme sorgen
Baustelle auf der A43 zwischen Recklinghausen und Herne könnte am Wochenende für Probleme sorgen

Kommentare