Ende September ans Netz

Bei Horneburg wird ein weiteres Windrad gebaut

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DATTELN - Rund vier Jahre hat die Windenergie Essel-Suderwich GmbH und Co. KG um die Errichtung zweier Windkraftanlagen gerungen, jetzt kann sie einen Etappensieg feiern. Der Kreis Recklinghausen hat die Genehmigung zum Bau des ersten Windrades erteilt, das auf Oer-Erkenschwicker Stadtgebiet in Sichtweite Horneburg errichtet wird.

180 Meter wird es hoch sein, fünf Millionen Euro soll es kosten und spätestens am 30. September dieses Jahres wird es ans Netz gehen und erstmals Strom erzeugen.

Das Esseler Urgestein Johannes Dörlemann ist einer von neun Windenergie-Gesellschaftern, und er hat sich natürlich gefreut, dass endlich Bewegung in die Sache gekommen ist: „Ich denke, dass wir im April, vielleicht auch erst im Mai, so richtig loslegen werden.“

Die Ernte abwarten

Und das bedeutet in diesem Zusammenhang vor allem, dass die Baustelle erreichbar und vorbereitet werden muss. Das geschieht allerdings zunächst gar nicht über die auf Recklinghäuser Areal geplante Baustraße, die von der Straße Hochfeld kommend in nördlicher Richtung angelegt werden soll, sondern über Oer-Erkenschwicker Stadtgebiet.

Von der Lindenstraße aus soll die Baustelle durch die Verbreiterung und Befestigung eines bereits bestehenden Weges erschlossen werden – auf Kosten der Windenergie GmbH. „Erst wenn die großen Teile angeliefert werden, brauchen wird die eigentliche Baustraße, doch das wird erst zum Ende hin geschehen“, erklärt Johannes Dörlemann, der sich vorstellen kann, dass man erst die Ernte abwartet und die Schotterstraße dann im Spätsommer baut.

„Der Verkehrsverein freut sich auch schon darauf, schließlich wird die Straße noch begrünt und eine Verbindung ermöglichen, die es bisher noch nicht gegeben hat“, findet Dörlemann, der aber auch mitbekommen hat, dass nicht jeder in Suderwich und Essel in der Baustraße einen Rad- und Wanderweg sieht.

Anlieferung über Horneburg

Allerdings: Ohne Baustraße geht es nicht, „das größte Teil, das transportiert werden muss, wiegt um die 100 Tonnen und ist 65 Meter lang“, erläutert Dörlemann. Und die Anlieferung ist in Gedanken schon mehrfach durchgespielt worden.

Die A 2 werden die Lkw an der Abfahrt Henrichenburg verlassen, über die Dattelner „Lukas“-Kreuzung geht es dann Richtung Horneburg, wo dann am Kreisverkehr auf die Hochfeld-Straße eingebogen wird.

„Da müssen wir in einigen Kurven schon ein paar Platten auslegen, damit nichts passiert, aber das ist bereits mit allen Grundstückseigentümern abgesprochen. Keiner hatte damit ein Problem“, sagt Dörlemann.

Die Übergabestation, an der der von der Windkraftanlage erzeugte Strom ins Netz transferiert wird, steht auch auf Oer-Erkenschwicker Gebiet, unweit des Gewerbeparks am Westfalenring. Und die Kabeltrasse, die vom Windrad dorthin geführt wird, verläuft ausschließlich über Grundstücke von Windenergie-Gesellschaftern, so Dörlemann. Die Kabel werden im Übrigen in einer Tiefe von 1,50 m verlegt.

Nichts Neues gibt es vom zweiten Windrad, das mit einer Höhe von 200 Metern auf Recklinghäuser Gebiet geplant ist. Noch immer wird bei der Stadt, die ja inzwischen ein Fachbüro mit ins Spiel geholt hat, die Einrichtung einer Windenergiezone geprüft. Bislang jedoch ohne Ergebnis.

IG Windstill hält still Es ist ziemlich ruhig geworden um die Windrad-Gegner von der IG Windstill, und dabei wird es zunächst auch bleiben. Andreas Nauta erklärt als einer der IG-Sprecher, dass man gegen einen Bau auf Oer-Erkenschwicker Gebiet keine Handhabe hätte, „weil wir unseren Wohnsitz nun einmal auf Recklinghäuser Gebiet haben. Dadurch sind uns rechtlich die Hände gebunden“. Mitinitiator Detlef Koller weiß das natürlich, und er fügt noch hinzu: „Um die Windenergieanlage in Oer-Erkenschwick zu verhindern, hätten sich schon einige Oer-Erkenschwicker zusammentun müssen. Es gab dort auch Leute, die das Windrad nicht wollten, und die haben sich auch mit mir in Verbindung gesetzt. Aber es waren eben nicht genug.“ Anders würde es sich mit dem geplanten zweiten Windrad verhalten, auf das gerade Andreas Nauta als Anwohner der Hohen Straße beste Aussicht hätte: „Wir sind gespannt, was die Stadt entscheidet, und wir werden sicherlich reagieren.“ Detlef Koller findet es im Übrigen gar nicht so schlecht, dass die Stadt ein Fachbüro beauftragt hat: „Dann wird hoffentlich endlich mal Klarheit geschaffen, was rechtens ist und was nicht.“

Detlef Koller findet es im Übrigen gar nicht so schlecht, dass die Stadt ein Fachbüro beauftragt hat: „Dann wird hoffentlich endlich mal Klarheit geschaffen, was rechtens ist und was nicht.“

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